Pruckner relativiert Forderung des Hauptverbandes - (1)

Serviceorientierung im Gesundheitssystem und Qualitätsdokumentation kosten mehr Geld - Warnung vor Leistungseinbußen bei Fortsetzung des Sparkurses

Wien (OTS) - Befremdet zeigt sich der Bundesobmann der niedergelassenen Ärzte der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Jörg Pruckner, über die Forderung des Präsidenten des Hauptverbandes der Sozialversicherungen, Dr. Herwig Frad, nach einer Qualitätsoffensive bei Ärzten. Frad hat diesbezügliche Bestrebungen in einem Gespräch mit der "Presse" am Montag festgehalten.

"Österreich hat Ärzte von höchster Qualität und ein international hervorragendes System der lebenslangen ärztlichen Fortbildung", stellt Pruckner Montag in einer Aussendung fest.

In diesem Zusammenhang weist der Niedergelassenen-Obmann darauf hin, dass weitere Auflagen in Richtung Qualitätsdokumentation oder Service in den Arztpraxen mehr Geld kosten. Der Kurienchef: "Man kann nicht immer mehr von den Ärzten verlangen, aber andererseits ständig im Gesundheitssystem einsparen." Selbstverständlich seien patientenfreundliche Ordinationszeiten und eine verstärkte Serviceorientierung für Patienten wesentliche Ziele der niedergelassenen Ärzte. Diese ließen sich allerdings nicht "gratis" verwirklichen. Auch der Ruf nach mehr Wettbewerb innerhalb des Gesundheitssystems sei zwar verständlich, in der konkreten Situation jedoch "blauäugig", so Pruckner. Denn das Wesensmerkmal von Wettbewerb sei die freie Preisgestaltung, die die tatsächlichen Kosten berücksichtige. "Von diesem Zustand sind wir jedoch im Gesundheitssystem weit entfernt", meinte Pruckner. (Fortsetzung)

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