IFK: Interessante Vorträge im Jänner

Wien, (OTS) Das seit 1992 bestehende Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) bietet im Jänner folgende vier bemerkenswerte Vorträge. Am 14. Jänner referiert der Germanist Werner Michler über den fiktiven keltischen Sänger "Ossian", der im 18. Jahrhundert europaweit eine Welle der Begeisterung auslöste und vielerorts dazu beitrug, die eigene vermeintliche Volkskultur zu entdecken. Michler zufolge lässt sich an diesem Beispiel die Diskrepanz wie auch die Verbundenheit zwischen Hoch- und Populärkultur sehr anschaulich illustrieren.

Zu einer Buchpräsentation lädt das IFK in Zusammenarbeit mit dem Kunsthistorischen Museum (KHM) am 17. Jänner. An diesem Abend stellen Wilfried Seipl, Generaldirektor des KHM, Horst Wenzel, Professor für Ältere Deutsche Literatur in Berlin und Gotthart Wunberg, Direktor des IFK und emeritierter Professor für neuere Deutsche Literatur in Tübingen, zwei Bände über die frühe Mediengeschichte vor. "Die Verschriftlichung der Welt" bzw. "Audiovisualität vor und nach Gutenberg" - so die Titel der beiden Bände - versuchen die bis ins Mittelalter zurückreichende Wahrnehmungsgeschichte nachzuzeichnen. Dabei werden die Konturen einer zukünftigen Medienanthropologie sichtbar, deren Spektrum von der Antike bis zum Internet reicht und in deren Fokus die komplexen Beziehungen zwischen Körper, Medien und Gedächtnis stehen.

Über Realismus, Symbolik und Imaginationen der holländischen Malerei des 17. Jahrhundert referiert am 21. Jänner die Wiener Kunsthistorikerin und Professorin an der Wiener Universität für angewandte Kunst Daniela Hammer-Tugendhat. Inhaltlich wird es dabei um die nach wie vor aktuelle Relevanz von Bildern für die Herausbildung der Subjektwerdung von Frau und Mann gehen. Anhand ausgewählter Beispiele wird die Wissenschaftlerin die diversen Darstellungsformen des neuzeitlichen Individuums behandeln.

Einen Überblick der wissenschaftlichen Debatte über das Phänomen des Amok-Laufes seit dem 19. Jahrhundert gibt Joseph Vogl am 28. Jänner. Der Professor für Theorie und Geschichte künstlicher Welten in Weimar geht hierbei den teils sehr widersprüchlichen Theorien über die vermuteten Auslösungsfaktoren des Amok nach.

Die Vorträge im Überblick:
o Montag, 14. Jänner: Werner Michler, Ossian, Ossianismen und

"Common Culture"
o Donnerstag, 17. Jänner: Seipel/Wenzel/Wunberg, Vorstellung der

Bücher "Die Verschriftlichung der Welt" und "Audiovisualität vor und nach Gutenberg"
o Montag, 21. Jänner: Daniela Hammer-Tugendhat,

Realismus/Symbolik/Imagination: Zur holländischen Malerei im 17. Jahrhundert
o Montag, 28. Jänner: Joseph Vogl, Gesetze des Amok
o Beginnzeit ist jeweils um 18 Uhr.
o Ort: 1., Reichsratstraße 17
(Schluss) hch

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