- 04.01.2002, 09:20:58
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IFK: Interessante Vorträge im Jänner=
Wien, (OTS) Das seit 1992 bestehende Internationale
Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) bietet im Jänner
folgende vier bemerkenswerte Vorträge. Am 14. Jänner referiert der
Germanist Werner Michler über den fiktiven keltischen Sänger
"Ossian", der im 18. Jahrhundert europaweit eine Welle der
Begeisterung auslöste und vielerorts dazu beitrug, die eigene
vermeintliche Volkskultur zu entdecken. Michler zufolge lässt sich an
diesem Beispiel die Diskrepanz wie auch die Verbundenheit zwischen
Hoch- und Populärkultur sehr anschaulich illustrieren.
Zu einer Buchpräsentation lädt das IFK in Zusammenarbeit mit dem
Kunsthistorischen Museum (KHM) am 17. Jänner. An diesem Abend stellen
Wilfried Seipl, Generaldirektor des KHM, Horst Wenzel, Professor für
Ältere Deutsche Literatur in Berlin und Gotthart Wunberg, Direktor
des IFK und emeritierter Professor für neuere Deutsche Literatur in
Tübingen, zwei Bände über die frühe Mediengeschichte vor. "Die
Verschriftlichung der Welt" bzw. "Audiovisualität vor und nach
Gutenberg" - so die Titel der beiden Bände - versuchen die bis ins
Mittelalter zurückreichende Wahrnehmungsgeschichte nachzuzeichnen.
Dabei werden die Konturen einer zukünftigen Medienanthropologie
sichtbar, deren Spektrum von der Antike bis zum Internet reicht und
in deren Fokus die komplexen Beziehungen zwischen Körper, Medien und
Gedächtnis stehen.
Über Realismus, Symbolik und Imaginationen der holländischen
Malerei des 17. Jahrhundert referiert am 21. Jänner die Wiener
Kunsthistorikerin und Professorin an der Wiener Universität für
angewandte Kunst Daniela Hammer-Tugendhat. Inhaltlich wird es dabei
um die nach wie vor aktuelle Relevanz von Bildern für die
Herausbildung der Subjektwerdung von Frau und Mann gehen. Anhand
ausgewählter Beispiele wird die Wissenschaftlerin die diversen
Darstellungsformen des neuzeitlichen Individuums behandeln.
Einen Überblick der wissenschaftlichen Debatte über das Phänomen
des Amok-Laufes seit dem 19. Jahrhundert gibt Joseph Vogl am 28.
Jänner. Der Professor für Theorie und Geschichte künstlicher Welten
in Weimar geht hierbei den teils sehr widersprüchlichen Theorien über
die vermuteten Auslösungsfaktoren des Amok nach.
Die Vorträge im Überblick:
o Montag, 14. Jänner: Werner Michler, Ossian, Ossianismen und
"Common Culture"
o Donnerstag, 17. Jänner: Seipel/Wenzel/Wunberg, Vorstellung der
Bücher "Die Verschriftlichung der Welt" und "Audiovisualität vor
und nach Gutenberg"
o Montag, 21. Jänner: Daniela Hammer-Tugendhat,
Realismus/Symbolik/Imagination: Zur holländischen Malerei im 17.
Jahrhundert
o Montag, 28. Jänner: Joseph Vogl, Gesetze des Amok
o Beginnzeit ist jeweils um 18 Uhr.
o Ort: 1., Reichsratstraße 17
(Schluss) hch
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Mag. Hans-Christian Heintschel
Tel.: 4000/81 082
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