- 02.01.2002, 12:11:20
- /
- OTS0068 OTW0068
Leitl will 2002 Wirtschaftslobbying auf EU-Ebene verstärken
"Armverlängerung" über Eurochambres vergrößert Einfluss der WKÖ in Brüssel - Bei Basel II soll Klein- und Mittelbetrieben auf diese Art mehr Gehör verschafft werden
Wien (PWK001) - Seit dem Jahresbeginn bindet nicht nur das
Euro-Bargeld Österreich stärker in die EU ein. Durch die Übernahme
der Eurochambres-Präsidentschaft durch Wirtschaftskammer
Österreich-Präsident Christoph Leitl nimmt auch Österreichs Einfluss
auf die europäische Wirtschaftspolitik zu.
Eurochambres vereint 1.500 Handels- und Industriekammern und ist
damit die größte europäische Unternehmensvertretung, die rund 18
Millionen Unternehmen - davon 95 Prozent Klein- und Mittelbetriebe -
in 36 Ländern mit Schwerpunkt EU, EU-Beitrittsländer und EFTA-Staaten
repräsentiert. "Über diesen 'verlängerten Arm' ist die
Interessensvertretung für die österreichische Wirtschaft auf EU- und
internationaler Ebene besser möglich, da Eurochambres als europäische
Vertretung bei verschiedensten EU-Stellen Mitsprachemöglichkeiten
hat, wo ein Einzelstaat keine Chance hat", berichtet Leitl.
Als Beispiel nennt der für die nächsten zwei Jahre gewählte
Eurochambres-Chef Basel II: "Österreich ist im Baseler Ausschuss
nicht vertreten und kann so nur indirekt auf die neuen
Eigenmittelrichtlinien, die besonders für Klein- und Mittelbetriebe
von großer Bedeutung sind, Einfluss nehmen. Der Wirtschaftskammer
Österreich und ihrer Bundeskreditsektion ist es zwar gelungen, ihre
Position auf verschiedenen Wegen in den Entscheidungsprozess
miteinfließen zu lassen, um Kreditverteuerungen für KMUs und höheren
Eigenkapitalverpflichtungen für Kreditinstitute gegenzusteuern,
jedoch ist jede Verstärkung willkommen", erklärt Leitl und weist auf
die prominenten Lobbyingaktivitäten von Eurochambres beim Baseler
Ausschuss, im Europäischen Parlament und bei der Generaldirektion
Binnenmarkt hin, die für die Umsetzung des Baseler Abkommens in eine
Richtlinie zuständig ist. "So kann man mit zielgerichteten
akkordierten Positionen schon einiges an Schlagkraft gewinnen", ist
Leitl überzeugt.
Zur österreichischen Positionierung und Diskussion über die
Auswirkungen auf die Unternehmensfinanzierung veranstaltet die WKÖ am
17. Jänner eine Enquete zu "Basel II und die österreichische
Wirtschaft", u.a. mit Bundesminister Bartenstein, Generaldirektor
Rothensteiner und OeNB-Vizegouverneurin Tumpel-Gugerell.
Die wichtigsten Forderungen in Richtung Baseler Ausschuss sind für
Leitl die möglichst weite Einbeziehung von KMU-Krediten in den
Begriff der Privatkundenkredite, keine Benachteiligung langfristiger
Finanzierungen und die möglichst weite Anerkennung banküblicher
Sicherheiten. "Jedenfalls müssen die Auswirkungen der neuen
Vorschriften auf die Unternehmen, insbesondere die KMU, untersucht
und bekannt sein, bevor verbindliche Regeln beschlossen werden",
stellt Leitl klar.
Neben Basel II möchte Leitl im neuen Jahr möglichst viele
Lobbying-Synergien zwischen WKÖ und Eurochambres vor allem auch im
Forschungs- und Verkehrsbereich ausnützen. "Einerseits gilt es den
Wirtschaftsstandort Österreich zu sichern und verbessern,
andererseits geht es auch um die Wettbewerbsfähigkeit Europas im
Vergleich zur USA und zum asiatischen Raum", so Leitl. Der
wirtschaftliche Dialog mit verschiedenen Teilen der Welt müsse weiter
verstärkt werden. Dazu denkt der WKÖ-Präsident an eine noch
auszubauende weltweite Vernetzung von Eurochambres und ihren
europäischen Unternehmen sowie an einen noch engeren Brückenschlag zu
den EU-Erweiterungsländern im Sinne eines gemeinsamen Wirtschafts-
und Stabilitätsraumes Europa. (Ne)
Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich
Presseabteilung
Tel.: (01) 50105-4599
Fax: (01) 50105-263
e-mail: presse@wko.at
http://www.wko.at/Presse
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK