- 20.12.2001, 13:47:29
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Leitl: Evaluierungsbericht bestätigt gute Arbeit des WIFO
WKÖ-Präsident: Unabhängigkeit des WIFO liegt im gesamtwirtschaftlichen Interesse - Verbesserungsvorschläge werden sofort auf Vorstandsebene beraten
Wien (PWK919) "Ich freue mich, dass den drei heimischen
Wirtschaftsforschungsinstituten WIFO, IHS und WIIW von den
Evaluatoren, den Universitätsprofessoren Silvio Borner (Basel),
Gerhard Clemenz (Wien) und Wolfgang Franz (Mannheim), insgesamt ein
sehr gutes Zeugnis ausgestellt wird". Christoph Leitl, Präsident der
Wirtschaftskammer Österreich und des WIFO-Vorstandes ist mit den
Ergebnissen der Evaluation der Wirtschaftsforschungsinstitute
zufrieden: "Nichtsdestotrotz wird der Vorstand des WIFO alles tun, um
eine noch effizientere Leistung, um eine noch bessere, unabhängige
Politikberatung zu ermöglichen. Der Prüfbericht enthält eine Reihe
sehr konstruktiver Anregungen - wie etwa organisatorische und
inhaltliche Schwerpunktsetzungen, mehr externe Kooperation vor allem
bei internationalen Projekten oder die Forcierung befristeter
Arbeitsverträge -, die umgehend aufgegriffen, überprüft und dann in
die Tat umgesetzt werden." Aus diesem Grund hat der Vorstand des WIFO
am 11. Dezember einen Ausschuss eingesetzt, der Anfang 2002 konkrete
Vorschläge für den Vorstand erarbeiten wird.
Als wesentlichste Ergebnisse des Evaluierungsberichts sieht Leitl:
"Die Qualität des Forschungsoutputs entspricht international üblichen
Maßstäben und ist als gut zu bezeichnen". (Seite 3)
"Die drei Institute verfolgen unterschiedliche Zielsetzungen und
decken damit nicht nur eine allgemein erforderliche Breite an
Forschungsleistungen ab, sondern entsprechen darüber hinaus auch
spezifisch österreichischen Interessen." (Seite 3)
"Es liegt auf der Hand, dass für die angewandte wissenschaftliche
Arbeit und die Politikberatung seitens des WIFO ein hoher Bedarf in
Österreich besteht. Das WIFO ist unersetzlich (...). Überschneidungen
in den Tätigkeitsfeldern der drei Institute gibt es trotz
unterschiedlicher Kernaufgaben, sie halten sich jedoch in
vertretbaren Grenzen." (Seite 4)
"Alle drei Institute erfüllen eine Reihe von Aufgaben, die notwendig
sind und bei einer reinen Markt- und Gewinnorientierung nicht oder
nicht in diesem Ausmaß erbracht werden können." (Seite 5)
"Geht man vom gesamten Personalstand aus, so sieht man, dass das WIFO
deutlich kleiner dimensioniert ist als das Ifo oder das DIW, die
ähnliche Funktionen in Deutschland erfüllen." (Seite 6)
Angesichts dieser positiven Ergebnisse will Leitl wie bisher als
Präsident des WIFO-Vorstandes alles tun, um weiterhin eine
hochkarätige, unabhängige Politikberatung zu ermöglichen: "Die
Funktion des Vorstandes - er wird durch die Generalversammlung
gewählt - ist es, die ordnungsgemäße Verwendung der Mittel und eine
korrekte Geschäftsführung zu gewährleisten. Als Garant der
wissenschaftlichen Unabhängigkeit ist dies dem Vorstand bisher
offensichtlich gut gelungen. Diesen Weg soll man daher weitergehen,
von politischen Gefälligkeitsgutachten hat niemand etwas." Die
Unabhängigkeit des WIFO liege im gesamtwirtschaftlichen Interesse.
Daher solle es auch weiterhin einen Wettbewerb zwischen den
Instituten geben, auch wenn in einigen Punkten eine verbesserte
Koordination denkbar ist.
Neben Änderungen bei der "sehr flachen Organisationsstruktur", wo es
in Zukunft insgesamt klarere Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten
geben soll, und der Einrichtung eines wissenschaftlichen Beirates,
der vor allem bei der Planung und Evaluation der Forschung mitwirken
soll, unterstützt Leitl auch die Empfehlung der Evaluatoren, den
Grundfinanzierungsbeitrag der öffentlichen Hand statt für ein Jahr in
Zukunft auf drei bis fünf Jahre festzulegen: "Ich appelliere in
diesem Zusammenhang auch an den Bund. Der Bund hat seine
WIFO-Beiträge seit sechs Jahren nahezu eingefroren, während die
Notenbank und die Sozialpartner ihre Beiträge im Ausmaß der
Aufwandsentwicklung angehoben haben." (RH)
Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich
Mag. Rupert Haberson
Tel.: 01/50105/4362
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