Leitl: Evaluierungsbericht bestätigt gute Arbeit des WIFO

WKÖ-Präsident: Unabhängigkeit des WIFO liegt im gesamtwirtschaftlichen Interesse - Verbesserungsvorschläge werden sofort auf Vorstandsebene beraten

Wien (PWK919) "Ich freue mich, dass den drei heimischen Wirtschaftsforschungsinstituten WIFO, IHS und WIIW von den Evaluatoren, den Universitätsprofessoren Silvio Borner (Basel), Gerhard Clemenz (Wien) und Wolfgang Franz (Mannheim), insgesamt ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt wird". Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich und des WIFO-Vorstandes ist mit den Ergebnissen der Evaluation der Wirtschaftsforschungsinstitute zufrieden: "Nichtsdestotrotz wird der Vorstand des WIFO alles tun, um eine noch effizientere Leistung, um eine noch bessere, unabhängige Politikberatung zu ermöglichen. Der Prüfbericht enthält eine Reihe sehr konstruktiver Anregungen - wie etwa organisatorische und inhaltliche Schwerpunktsetzungen, mehr externe Kooperation vor allem bei internationalen Projekten oder die Forcierung befristeter Arbeitsverträge -, die umgehend aufgegriffen, überprüft und dann in die Tat umgesetzt werden." Aus diesem Grund hat der Vorstand des WIFO am 11. Dezember einen Ausschuss eingesetzt, der Anfang 2002 konkrete Vorschläge für den Vorstand erarbeiten wird.

Als wesentlichste Ergebnisse des Evaluierungsberichts sieht Leitl:
"Die Qualität des Forschungsoutputs entspricht international üblichen Maßstäben und ist als gut zu bezeichnen". (Seite 3)
"Die drei Institute verfolgen unterschiedliche Zielsetzungen und decken damit nicht nur eine allgemein erforderliche Breite an Forschungsleistungen ab, sondern entsprechen darüber hinaus auch spezifisch österreichischen Interessen." (Seite 3)
"Es liegt auf der Hand, dass für die angewandte wissenschaftliche Arbeit und die Politikberatung seitens des WIFO ein hoher Bedarf in Österreich besteht. Das WIFO ist unersetzlich (...). Überschneidungen in den Tätigkeitsfeldern der drei Institute gibt es trotz unterschiedlicher Kernaufgaben, sie halten sich jedoch in vertretbaren Grenzen." (Seite 4)
"Alle drei Institute erfüllen eine Reihe von Aufgaben, die notwendig sind und bei einer reinen Markt- und Gewinnorientierung nicht oder nicht in diesem Ausmaß erbracht werden können." (Seite 5)
"Geht man vom gesamten Personalstand aus, so sieht man, dass das WIFO deutlich kleiner dimensioniert ist als das Ifo oder das DIW, die ähnliche Funktionen in Deutschland erfüllen." (Seite 6)

Angesichts dieser positiven Ergebnisse will Leitl wie bisher als Präsident des WIFO-Vorstandes alles tun, um weiterhin eine hochkarätige, unabhängige Politikberatung zu ermöglichen: "Die Funktion des Vorstandes - er wird durch die Generalversammlung gewählt - ist es, die ordnungsgemäße Verwendung der Mittel und eine korrekte Geschäftsführung zu gewährleisten. Als Garant der wissenschaftlichen Unabhängigkeit ist dies dem Vorstand bisher offensichtlich gut gelungen. Diesen Weg soll man daher weitergehen, von politischen Gefälligkeitsgutachten hat niemand etwas." Die Unabhängigkeit des WIFO liege im gesamtwirtschaftlichen Interesse. Daher solle es auch weiterhin einen Wettbewerb zwischen den Instituten geben, auch wenn in einigen Punkten eine verbesserte Koordination denkbar ist.

Neben Änderungen bei der "sehr flachen Organisationsstruktur", wo es in Zukunft insgesamt klarere Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten geben soll, und der Einrichtung eines wissenschaftlichen Beirates, der vor allem bei der Planung und Evaluation der Forschung mitwirken soll, unterstützt Leitl auch die Empfehlung der Evaluatoren, den Grundfinanzierungsbeitrag der öffentlichen Hand statt für ein Jahr in Zukunft auf drei bis fünf Jahre festzulegen: "Ich appelliere in diesem Zusammenhang auch an den Bund. Der Bund hat seine WIFO-Beiträge seit sechs Jahren nahezu eingefroren, während die Notenbank und die Sozialpartner ihre Beiträge im Ausmaß der Aufwandsentwicklung angehoben haben." (RH)

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