FORMAT: Warschauer Pakt wollte 12 Atombomben auf Österreich abwerfen

Planungen für Konflikt mit Nato sahen alleine für das Stadtgebiet von Wien zwei Nuklearraketen mit jeweils 500 Kilotonnen Sprengkraft - fast dem 70fachen der Bombe von Hiroshima - vor

Wien (OTS) - Der Warschau Pakt plante bei einem Konfliktfall mit
der Nato massive Atomwaffenbombardements auf Österreich. Details über die Vorhaben der Sowjets, die bis weit in die achtziger Jahre aufrecht blieben, veröffentlicht das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.

Kürzlich von Militärhistorikern in ungarischen Archiven entdeckten Dokumenten zufolge wollte der Warschauer Pakt im Kriegsfall insgesamt zwölf Atombomben über österreichischem Staatsgebiet zünden. Alleine für das Stadtgebiet von Wien waren zwei Nuklearraketen mit jeweils 500 Kilotonnen Sprengkraft vorgesehen. Eine weitere 20-Kilotonnen-Bombe sollte auf das Kommando der damaligen Gruppe 1 des Bundesheeres in Wien fallen. Zum Vergleich: Die Bombe von Hiroschima hatte eine Sprengkraft von rund 15 Kilotonnen.

Weiters wären bei einem Konflikt zwischen Ost und West Bundesheerverbände in Graz, Linz, dem Großraum St. Pölten und Wiener Neustadt sowie die Flughäfen Hörsching und Klagenfurt-Annabichl mit Nuklearwaffen attackiert worden. Effekt: Die völlige Zerstörung der Landeshauptstädte der Steiermark, Oberösterreichs und Kärnten. Anschließend wollten Truppen des Warschauer Paktes Österreich binnen fünf bis sechs Tagen überrollen.

"Der Warschauer Pakt ging offensichtlich davon aus, daß Österreich im Konfliktfall als Teil des Westens agieren würde", resümiert Erwin A. Schmidl, Militärhistoriker an der Landesverteidigungsakademie, der zusammen mit internationalen Experten an einem historischen Parallelprojekt zur Erforschung des Warschauer Paktes und der Nato im Kalten Krieg arbeitet.

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