- 16.12.2001, 00:03:02
- /
- OTS0001 OTW0001
FORMAT: Warschauer Pakt wollte 12 Atombomben auf Österreich abwerfen
Planungen für Konflikt mit Nato sahen alleine für das Stadtgebiet von Wien zwei Nuklearraketen mit jeweils 500 Kilotonnen Sprengkraft - fast dem 70fachen der Bombe von Hiroshima - vor
Wien (OTS) - Der Warschau Pakt plante bei einem Konfliktfall mit
der Nato massive Atomwaffenbombardements auf Österreich. Details über
die Vorhaben der Sowjets, die bis weit in die achtziger Jahre
aufrecht blieben, veröffentlicht das Nachrichtenmagazin FORMAT in
seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.
Kürzlich von Militärhistorikern in ungarischen Archiven entdeckten
Dokumenten zufolge wollte der Warschauer Pakt im Kriegsfall insgesamt
zwölf Atombomben über österreichischem Staatsgebiet zünden. Alleine
für das Stadtgebiet von Wien waren zwei Nuklearraketen mit jeweils
500 Kilotonnen Sprengkraft vorgesehen. Eine weitere
20-Kilotonnen-Bombe sollte auf das Kommando der damaligen Gruppe 1
des Bundesheeres in Wien fallen. Zum Vergleich: Die Bombe von
Hiroschima hatte eine Sprengkraft von rund 15 Kilotonnen.
Weiters wären bei einem Konflikt zwischen Ost und West
Bundesheerverbände in Graz, Linz, dem Großraum St. Pölten und Wiener
Neustadt sowie die Flughäfen Hörsching und Klagenfurt-Annabichl mit
Nuklearwaffen attackiert worden. Effekt: Die völlige Zerstörung der
Landeshauptstädte der Steiermark, Oberösterreichs und Kärnten.
Anschließend wollten Truppen des Warschauer Paktes Österreich binnen
fünf bis sechs Tagen überrollen.
"Der Warschauer Pakt ging offensichtlich davon aus, daß Österreich
im Konfliktfall als Teil des Westens agieren würde", resümiert Erwin
A. Schmidl, Militärhistoriker an der Landesverteidigungsakademie, der
zusammen mit internationalen Experten an einem historischen
Parallelprojekt zur Erforschung des Warschauer Paktes und der Nato im
Kalten Krieg arbeitet.
Rückfragehinweis: FORMAT
Tel.: 01/217 55-4162
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMT/OTS






