• 10.12.2001, 13:02:00
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Ferrero-Waldner zu Afghanistan "vorsichtig optimistisch"

"Situation der Frauen muß im ganzen Land verändert werden"

(Brüssel-OTS) Außenministerin Benita Ferrero-Waldner sieht im
positive Abschluss der politischen Afghanistan-Konferenz in Bonn
Anlass zu vorsichtigem Optimismus nach über 20 Jahren Bürgerkrieg in
diesem Land: "Wichtig ist aber nicht nur das Ergebnis, sondern die
tatsächliche Bereitschaft der einzelnen Gruppen, die Ergebnisse
umzusetzen".

Nach den Worten der Außenministerin hat sich die EU der Aufgabe
gestellt, einen Beitrag zu leisten. "Ich glaube, dass wir mit der
Einsetzung eines Sonderbeauftragten der EU für Afghanistan den
richtigen Weg gehen. Es gehört auch zu seinen Aufgaben, für einen
wirkungsvollen Einsatz der so dringend benötigten Gelder für den
Wiederaufbau des Landes vor Ort zu sorgen. Die Vereinten Nationen
sollen aber auch weiterhin die zentrale Rolle innerhalb der
Internationalen Gemeinschaft spielen", so Ferrero-Waldner.

Zum wiederholten Mal stellte die Außenministerin in diesem
Zusammenhang die Forderung auf, in den politischen Übergangsprozess
auch die von den Taliban völlig entrechteten Frauen einzubinden.
"Natürlich ist es erfreulich, dass nun zwei Frauen an prominenter
Stelle in die Übergangsregierung eingebunden werden. Es wird aber
nicht ausreichend sein, einige wenige Frauen in das Umfeld der
politischen Übergangslösung einzugliedern, ohne die Situation der
Frauen im gesamten Lande zu verändern. Auch viele Vertreter der neuen
Machthaber stehen elementarsten Frauenrechten mit wenig oder keinem
Verständnis gegenüber. Es wird auch hier notwendig sein, dass die EU
und deren Sonderbeauftragter die Situation genau verfolgen", sagte
die Außenministerin.

Als "sehr bedauerlich" wertete Ferrero-Waldner den Umstand, dass auch
die Nord-Allianz viele "offene Rechnungen" aus dem langen Bürgerkrieg
in bezug auf Gräueltaten hat. "Österreich kennt diese Szenarios vom
Balkan: nach dem Sieg einer Bürgerkriegsseite glaubt diese oft,
Vergeltung - aus ihrer Sicht gerechte Vergeltung - für geschehenes
Unrecht üben zu müssen, und legt dabei die Saat für neue Vergeltung
der Gegenseite. Wir haben mit großem Bedauern die Bilder aus
Mazar-i-Sharif und anderen Teilen Nord-Afghanistans verfolgt. Es muss
alles getan werden, um der schwer geprüften Bevölkerung
Sicherheitsgarantien geben zu können, Übergriffe aller Art -
insbesondere jetzt auch in Kandahar - zu verhindern und die
Einhaltung der Menschenrechte zu gewährleisten", sagte die
Außenministerin (Schluß).

Rückfragehinweis: Außenministerium

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