ACHTUNG SCHUTZWEG!

Vorrang für Schutzweg-Benützer! Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) mahnt: Nichtbeachtung kann zum Führerschein-Verlust führen

Wien (OTS) - Immer wieder passieren Unfälle vor und auf Schutzwegen. Im ersten Halbjahr 2001 fand jeder vierte Fußgänger-Unfall auf einem Schutzweg statt, 490 Fußgänger wurden verletzt und 6 getötet. Viele Unfälle hätten verhindert werden können, wäre die Vorrangregel beachtet worden: Denn, Benützer eines Schutzwegs, die sich bereits auf dem Schutzweg befinden oder diesen erkennbar benützen wollen, haben Vorrang! Fahrzeuglenker dürfen diese weder gefährden noch in ihrer Querungsabsicht behindern. Insbesondere sind sie verpflichtet, ihre Geschwindigkeit anzupassen und notfalls anzuhalten. Wer sich nicht daran hält und einen Schutzwegbenützer gefährdet oder behindert, dem drohen nicht nur saftige Geldstrafen (zwischen 500 und 30.000 Schilling), sondern - sofern damit besonders gefährliche Verhältnisse herbeigeführt werden - auch der Verlust des Führerscheins für mindestens 3 Monate.

"Vor jedes Kind ein Zebrastreifen"

Armin Kaltenegger, Leiter der Rechtsabteilung des KfV, mahnt zu besonderer Vorsicht gegenüber Kindern: "Ein Fußgänger hat auch ohne Schutzweg gegenüber einbiegenden Fahrzeugen Vorrang, sofern er die Fahrbahn bereits betreten hat. Kinder genießen aber grundsätzlich immer und an jeder Straßenstelle Vorrang, sobald sie die Straße queren wollen. Am besten man denkt sich vor jedes Kind am Straßenrand einen riesigen Zebrastreifen über die gesamte Fahrbahn!" Für Kinder gilt der sogenannte "unsichtbare Schutzweg". Wollen Kinder daher erkennbar die Straße überqueren, müssen Autofahrer - ob nun ein Schutzweg da ist oder nicht - diesen die Querung ermöglichen und notfalls anhalten.

Scooter, Kickboard oder Inline-Skates

Der Vorrang am Schutzweg kommt übrigens nicht nur klassischen Fußgängern zugute, sondern auch Personen mit Micro-Scootern, Kickboards oder Inline-Skates. Will jemand queren, genügt bereits die Absicht dazu. Diese muss allerdings objektiv aus dem Gesamtverhalten erkennbar sein. Sobald ein Fußgänger vor einem Schutzweg steht, hat er Vorrang. Ein kurzes Zögern des Fußgängers am Schutzwegrand bedeutet noch keinen Vorrangverzicht. Sehr wohl aber kann er z. B. durch ein Handzeichen auf den Vorrang verzichten. Eines müssen aber auch Fußgänger beherzigen: Der Schutzweg darf nicht unmittelbar vor einem herannahenden Fahrzeug und nicht für den Fahrzeuglenker überraschend betreten werden.

Vorrang für Fußgänger seit 1960

Schon seit 1960 haben Fußgänger - damals allerdings nur wenn sie sich bereits auf dem Schutzweg befanden - Vorrang. Erweitert wurde diese Regelung durch die 1977 eingeführte ausdrückliche Anhaltepflicht des Lenkers vor einem Schutzweg, sofern erforderlich. Seit 1994 gilt der Vorrang für Fußgänger bereits dann, wenn sie diesen erkennbar benutzen wollen. Das gleiche gilt für Radfahrer bei Benützung einer Radfahrerüberfahrt. Durch den Inline-Skate-Boom der letzten Jahre wurde die Regelung angepasst: Seit 1998 gilt der Vorrang auf Schutzwegen und Radfahrerüberfahrten auch für Rollschuhfahrer.

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