- 05.12.2001, 12:55:55
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ÖGJ: Temelin contra Jugendarbeitslosigkeit?
Maringer: "Temelin ist ein Thema das viel Aufmerksamkeit erregt, aber nicht das einzige, das Aufmerksamkeit verdient"
Wien (ÖGJ). "Es ist schon beachtlich, wie großzügig sich unser
Finanzminister in Brüssel gibt. Wenn er also die eine oder andere
Milliarde für die Schließung Temelins zur Verfügung hätte, dann wird
es für ihn ja auch kein Problem darstellen, 500 Millionen Schilling
(rund 36 Mio. Euro) für die Jugend im eigenen Land aufzutreiben",
stellt Albert Maringer, Bundesjugendvorsitzender der Österreichischen
Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), fest.++++
Was Maringer jedoch noch brennend interessieren würde, ist von wem
das Geld wohl kommen mag, dass Grasser großzügig ans Ausland vergeben
will: "Wer zahlt wohl die Schließung von Temelin? Die StudentInnen
mit ihren Studiengebühren oder vielleicht doch die Versehrten mit der
Besteuerung ihrer Unfallrenten oder etwa die Autofahrer mit der
Autobahnvignette? Oder stehen wir gerade vor einer Entscheidung, ob
es wichtiger ist populistisch gegen ein Atomkraftwerk vorzugehen oder
doch den Jugendlichen im Land eine Ausbildung zu ermöglichen?"
Die ÖGJ positioniert sich klar zu einem Ausstieg aus der
Atomenergie, so Maringer weiter. "Die derzeitige Diskussion in
Österreich hilft der Regierung jedoch mehr, ihre innenpolitischen
Versäumnisse zu überdecken, als einen wirklichen Ausstieg zu
schaffen."
Maringer: "Wir fordern, dass sowohl der Ausbildungsfrage als auch
die Frage der Jugendarbeitslosigkeit beim heutigen Konjunkturgipfel
jene Bedeutung zukommt, die sie in ihrer Wichtigkeit verdient haben.
Temelin ist zwar ein Thema, das viel Aufmerksamkeit erregt, jedoch
bei weitem nicht das einzige Thema das Aufmerksamkeit verdient. Wir
fordern die Regierung auf, brisante Themen in der Innenpolitik nicht
gänzlich der populistischen Werbetrommel rund um Temelin zu opfern
und dabei Themen zu vernachlässigen, die im eigenen Land unter den
Nägeln brennen." (aw)
ÖGB, 5. Dezember 2001
Nr. 1054
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Alice Wittig
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