ÖGJ: Temelin contra Jugendarbeitslosigkeit?

Maringer: "Temelin ist ein Thema das viel Aufmerksamkeit erregt, aber nicht das einzige, das Aufmerksamkeit verdient"

Wien (ÖGJ). "Es ist schon beachtlich, wie großzügig sich unser Finanzminister in Brüssel gibt. Wenn er also die eine oder andere Milliarde für die Schließung Temelins zur Verfügung hätte, dann wird es für ihn ja auch kein Problem darstellen, 500 Millionen Schilling (rund 36 Mio. Euro) für die Jugend im eigenen Land aufzutreiben", stellt Albert Maringer, Bundesjugendvorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), fest.++++

Was Maringer jedoch noch brennend interessieren würde, ist von wem das Geld wohl kommen mag, dass Grasser großzügig ans Ausland vergeben will: "Wer zahlt wohl die Schließung von Temelin? Die StudentInnen mit ihren Studiengebühren oder vielleicht doch die Versehrten mit der Besteuerung ihrer Unfallrenten oder etwa die Autofahrer mit der Autobahnvignette? Oder stehen wir gerade vor einer Entscheidung, ob es wichtiger ist populistisch gegen ein Atomkraftwerk vorzugehen oder doch den Jugendlichen im Land eine Ausbildung zu ermöglichen?"

Die ÖGJ positioniert sich klar zu einem Ausstieg aus der Atomenergie, so Maringer weiter. "Die derzeitige Diskussion in Österreich hilft der Regierung jedoch mehr, ihre innenpolitischen Versäumnisse zu überdecken, als einen wirklichen Ausstieg zu schaffen."

Maringer: "Wir fordern, dass sowohl der Ausbildungsfrage als auch die Frage der Jugendarbeitslosigkeit beim heutigen Konjunkturgipfel jene Bedeutung zukommt, die sie in ihrer Wichtigkeit verdient haben. Temelin ist zwar ein Thema, das viel Aufmerksamkeit erregt, jedoch bei weitem nicht das einzige Thema das Aufmerksamkeit verdient. Wir fordern die Regierung auf, brisante Themen in der Innenpolitik nicht gänzlich der populistischen Werbetrommel rund um Temelin zu opfern und dabei Themen zu vernachlässigen, die im eigenen Land unter den Nägeln brennen." (aw)

ÖGB, 5. Dezember 2001
Nr. 1054

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