Neue Sicherheitsstandards für Gefahrgut-Transporte durch Autobahntunnels

Zusatzausbildung von Mitarbeitern ist erforderlich

Wien (PWK884) - Neu geregelt wurden mit 1. Dezember 2001 die Sicherheitsstandards von Gefahrguttransporten durch Autobahntunnels.

Beim Durchfahren von einröhrigen und zweiröhrigen Autobahntunnels ist nunmehr die orangefarbene Kennzeichnung der Beförderungseinheit nach dem Gefahrgut-Transportrecht und die Inbetriebnahme der gelbroten Warnleuchte erforderlich. Dies gilt dann, wenn die Tunnels mindestens 1.000 Meter lang sind (das sind in Summe 44 Tunnels auf Autobahnen, Schnell- und Bundesstraßen). Ist der Tunnel mindestens 5.000 Meter lang, muss das Fahrzeug zusätzlich von einem Begleitfahrzeug gesichert werden (das betrifft 6 Autobahntunnels; Sonderregelungen gelten für 3 Schnellstraßen- sowie 5 Bundesstrassentunnels).

Erhöht wurden die Ausbildungs-Anforderungen an das Personal im Begleitfahrzeug. Der Lenker oder ein Mitfahrer des Begleitfahrzeugs muss im Besitz einer Gefahrgutlenker-Ausbildungsbescheinigung sein.

Da die Verordnung (BGBl II Nr. 395 v. 16. 11. 2001) bereits in Kraft ist, sollten die Unternehmen, die Begleitfahrten durchführen, rasch ihren Mitarbeitern die notwendige zusätzliche Gefahrgutlenker-Ausbildung zukommen zu lassen. Aufgrund des kurzfristigen Inkrafttretens der neuen Regelung empfahl eine Expertenrunde aus Vertretern von Verkehrsministerium, Innenministerium, Bundesländern, Tunnelbetreibern eine Übergangsfrist von acht Wochen. Kurse werden von den WIFIs, örtlichen Fahrschulen sowie einschlägigen Unternehmen angeboten.

Die neue Verordnung bringt, wie Stephan Schwarzer, Leiter der Umweltpolitischen Abteilung in der Wirtschaftskammer Österreich feststellt, erfreulicherweise auch bürokratische Vereinfachungen für sich. Umständliche Papier-Formalitäten mit den Tunnelwarten entfallen bei Transporten und Begleitfahrten entfallen bei Stückguttransporten. Keine Begleitfahrten benötigen künftig Tanktransporte von Dieselkraftstoff oder Heizöl Extra Leicht, sehr wohl aber Benzinbeförderungen.

Das Personal der Begleitfahrzeuge muss nach der neuen Verordnung auch mit den Sicherheitseinrichtungen des Tunnels hantieren können, Erstmaßnahmen vor Eintreffen der Einsatzkräfte treffen, in Sprechverbindung mit dem Transport stehen, ein Feuerlöschgerät mitführen, über eine zusätzliche transportspezifische "sonstige Ausrüstung" verfügen bzw die gelbrote Warnleuchte einschalten.

Weiterführende Hinweise:

  • Kursangebot: http://www.wifi.at (Bereich Kursbuch, Technik, Sicherheitstechnik/Arbeitnehmerschutz; Schlagworte: Gefahrgut, ADR)
  • Gefahrgutrecht: Wirtschaftskammer Österreich / Abteilung für Umwelt-, Energie- und Infrastrukturpolitik
  • http://www.wko.at/up (Bereich Betrieb & Umwelt)

Rückfragen & Kontakt:

Abteilung für Umweltpolitik
Dr. Stefan Ebner
Tel.: (01) 50105-3303

Wirtschaftskammer Österreich

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