Pionier des österreichischen Blindenwesens verstorben

Hilfsgemeinschaft trauert um Prof. Robert Vogel

St.Pölten (NLK) - Prof. Robert Vogel, Pionier des
österreichischen Blindenwesens, ist am 29. November im 93. Lebensjahr verstorben. Mit ihm verliert Österreich eine charismatische Persönlichkeit, die sich und ihrem Lebensmotto "Kein Mensch ist so schwach, dass er nicht anderen Menschen helfen kann" immer treu geblieben ist.

Der 1909 in Wien geborene "Blindenvater", wie er liebevoll genannt wurde, begann seine Pionierarbeit für blinde und sehbehinderte Menschen in einer Zeit, in der Blinde auf Grund ihrer Behinderung zum Betteln gezwungen waren. 1928 selbst fast völlig erblindet, musste Vogel 1938 vor den Nationalsozialisten nach Holland fliehen. Nach der Emigration kehrte Robert Vogel 1947 nach Wien zurück. Gemeinsam mit Jakob Wald und nur 100 Schilling Startkapital baute er 1948 die "Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs" auf. 1952 übernahm er nach dem Tod von Wald die Gesamtführung der Hilfsgemeinschaft.

Robert Vogel war maßgeblich an der Erlangung der Blindenbeihilfe für Zivilblinde im Jahr 1956 beteiligt, in diesem Jahr gründete er auch die Monatszeitschrift "Unser Schaffen". In Niederösterreich wurde 1951 das Haus "Harmonie" in Unterdambach gegen Leibrente erworben und als Sommererholungsheim ausgebaut. In Hochegg wurde 1961 die "Waldpension" als erstes österreichisches Blindenaltersheim eröffnet. Die Krönung des Lebenswerkes von Prof. Vogel war die Eröffnung der "Neuen Waldpension" in Hochegg im Mai 1998.

Für seine verdienstvolle Tätigkeit erhielt Vogel u.a. das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (1987), das Große Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich (1984), das Ehrenzeichen des Landes Burgenland (1974), den Ehrenring der Marktgemeinde Grimmenstein (1975) und den Ehrenring der Marktgemeinde Neulengbach (1979).

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