Mehr als 30 Prozent Exportsteigerungen Österreichs mit den baltischen Staaten

Estland als "baltischer" Tiger " und Zugpferd der Region

Wien (PWK851) - "Die baltischen Staaten, Österreich und die EU-Erweiterung" ist das Thema der Tagung in der Wirtschaftskammer Österreich vom 25. bis 27. November, die vom österreichischen College/Europäisches Forum Alpbach gemeinsam mit der Außenwirtschaftsorganisation der Wirtschaftskammer Österreich, den Botschaften der Republiken Estland, Lettland und Litauen, dem Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten und dem Pro Baltika Forum veranstaltet wird. Die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sind durch ihre geografische Lage wirtschaftlich und politisch interessante Partner, wobei ihre Attraktivität für Investoren durch die EU-Ambitionen noch gesteigert wird.

Zwei Schwerpunkte dominieren die Tagung, einerseits die Förderung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU bzw Österreichs mit den drei baltischen Staaten. Zum anderen bietet diese Tagung eine sachliche und konstruktive Plattform für die Thematik des angestrebten EU-Beitrittes. Alle drei Staaten sind mit den EU- Vorbereitungen sehr weit fortgeschritten, haben mehr als die Hälfte der Verhandlungskapitel bereits abgeschlossen und wollen bis Ende 2002 alle Kapitel ausverhandelt haben. Seit Aufnahme der Wirtschaftsbeziehungen nach der Unabhängigkeit hat sich das Außenhandelsvolumen verzehnfacht, für 2001 wird ein weiterer Anstieg der österreichischen Exporte in die drei Länder um mehr als 30 Prozent erwartet. Ebenso werden die Ausfuhren der baltischen Länder 2001 um 20 Prozent steigen, sodass das gesamte Außenhandelsvolumen 2001 erstmals die 3 Mrd Schillinggrenze übersteigen wird.

In Estland, dem "baltischen Tiger" verzeichneten die österreichischen Exporte nach einem Plus im Vorjahr von 35 Prozent im ersten Halbjahr den Rekordzuwachs von fast 43 Prozent. Immer mehr österreichische Firmen sind auf dem estnischen Markt aktiv. Voest Alpine Schienen liefert Weichen und Schienen für die estnische Eisenbahn, Liebherr ist mit Krananlagen für die Häfen erfolgreich, Brüder Baumann stattet estnische Hotels aus, Gallus Schuhe aus Österreich kommen immer mehr in Mode und der Energy Drink Red Bull ist Marktführer ebenso wie die Firma Stroh. Obwohl Estland ein relativ kleiner Markt ist, gilt es, sich vor dem EU-Beitritt eine gute Position als Handelspartner zu sichern. Gerade im Infrastruktur- und Umweltschutzbereich sind für österreichische Unternehmen mit ihrem Know-how interessante Möglichkeiten gegeben. Erhebliche Investitionen sind vor allem im Bereich Luft- und Abwasserreinigung notwendig, um den EU-Standards zu entsprechen.

Lettland hatte vor seiner Unabhängigkeit keine Wirtschaftsbeziehungen zu Ländern außerhalb des ehemaligen Ostens, die rasche Reorientierung der Wirtschaft ist beeindruckend. Heute sind die wichtigsten Exportmärkte Lettlands Deutschland (16 %), Russland ( 9 %), Schweden, Großbritannien und Litauen mit je 8 % Anteil. Das Handelsvolumen mit Österreich erreichte im Vorjahr fast 70 Mio Schilling einen neuen Höhepunkt. Im ersten Halbjahr stieg das Exportvolumen vor allem durch den rasanten Anstieg der Papier- und Pappe-Exporte um bemerkenswerte 33Prozent. Heuer neu hinzugekommene Exporte von Nahrungsmittel wie Eier und Fleisch tragen ebenfalls zum starken Anstieg bei.

Auch mit Litauen gibt es wieder eine Trendumkehr nach einem leichten Rückgang im Vorjahr mit einer Exportsteigerung heuer um 35,6 Prozent. Ausschlaggebend dafür waren Exporte von Lastkraftwagen, Spezial-KFZ und Fahrzeuganhängern sowie Arzneimitteln. Exporte der Textilindustrie sind wieder im Steigen, ebenso wie der im Vorjahr rückläufige Export von Paper und Pappe. Starke Defizite sind im Konsumgüterbereich festzustellen, der sehr stark von der Dominanz deutscher und schwedischer Firmen geprägt ist.

Das ganze Baltikum ist ein guter Standort für Investitionen. Die nordeuropäischen Staaten sind derzeit Hauptinvestoren in den drei Staaten, die laut internationalen Studien eine der bedeutendsten Wachstumsregionen der Zukunft darstellen. Für österreichische, ebenso wie deutsche Unternehmen, die dieses Faktum noch nicht in ihre Strategien miteinbezogen haben, ist hier noch einiges aufzuholen. (pt)

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