• 26.11.2001, 13:47:43
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Mehr als 30 Prozent Exportsteigerungen Österreichs mit den baltischen Staaten

Estland als "baltischer" Tiger " und Zugpferd der Region

Wien (PWK851) - "Die baltischen Staaten, Österreich und die
EU-Erweiterung" ist das Thema der Tagung in der Wirtschaftskammer
Österreich vom 25. bis 27. November, die vom österreichischen
College/Europäisches Forum Alpbach gemeinsam mit der
Außenwirtschaftsorganisation der Wirtschaftskammer Österreich, den
Botschaften der Republiken Estland, Lettland und Litauen, dem
Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten und dem Pro Baltika
Forum veranstaltet wird. Die baltischen Staaten Estland, Lettland und
Litauen sind durch ihre geografische Lage wirtschaftlich und
politisch interessante Partner, wobei ihre Attraktivität für
Investoren durch die EU-Ambitionen noch gesteigert wird.

Zwei Schwerpunkte dominieren die Tagung, einerseits die Förderung der
Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU bzw Österreichs mit den drei
baltischen Staaten. Zum anderen bietet diese Tagung eine sachliche
und konstruktive Plattform für die Thematik des angestrebten
EU-Beitrittes. Alle drei Staaten sind mit den EU- Vorbereitungen sehr
weit fortgeschritten, haben mehr als die Hälfte der
Verhandlungskapitel bereits abgeschlossen und wollen bis Ende 2002
alle Kapitel ausverhandelt haben. Seit Aufnahme der
Wirtschaftsbeziehungen nach der Unabhängigkeit hat sich das
Außenhandelsvolumen verzehnfacht, für 2001 wird ein weiterer Anstieg
der österreichischen Exporte in die drei Länder um mehr als 30
Prozent erwartet. Ebenso werden die Ausfuhren der baltischen Länder
2001 um 20 Prozent steigen, sodass das gesamte Außenhandelsvolumen
2001 erstmals die 3 Mrd Schillinggrenze übersteigen wird.

In Estland, dem "baltischen Tiger" verzeichneten die österreichischen
Exporte nach einem Plus im Vorjahr von 35 Prozent im ersten Halbjahr
den Rekordzuwachs von fast 43 Prozent. Immer mehr österreichische
Firmen sind auf dem estnischen Markt aktiv. Voest Alpine Schienen
liefert Weichen und Schienen für die estnische Eisenbahn, Liebherr
ist mit Krananlagen für die Häfen erfolgreich, Brüder Baumann stattet
estnische Hotels aus, Gallus Schuhe aus Österreich kommen immer mehr
in Mode und der Energy Drink Red Bull ist Marktführer ebenso wie die
Firma Stroh. Obwohl Estland ein relativ kleiner Markt ist, gilt es,
sich vor dem EU-Beitritt eine gute Position als Handelspartner zu
sichern. Gerade im Infrastruktur- und Umweltschutzbereich sind für
österreichische Unternehmen mit ihrem Know-how interessante
Möglichkeiten gegeben. Erhebliche Investitionen sind vor allem im
Bereich Luft- und Abwasserreinigung notwendig, um den EU-Standards zu
entsprechen.

Lettland hatte vor seiner Unabhängigkeit keine Wirtschaftsbeziehungen
zu Ländern außerhalb des ehemaligen Ostens, die rasche Reorientierung
der Wirtschaft ist beeindruckend. Heute sind die wichtigsten
Exportmärkte Lettlands Deutschland (16 %), Russland ( 9 %), Schweden,
Großbritannien und Litauen mit je 8 % Anteil. Das Handelsvolumen mit
Österreich erreichte im Vorjahr fast 70 Mio Schilling einen neuen
Höhepunkt. Im ersten Halbjahr stieg das Exportvolumen vor allem durch
den rasanten Anstieg der Papier- und Pappe-Exporte um bemerkenswerte
33Prozent. Heuer neu hinzugekommene Exporte von Nahrungsmittel wie
Eier und Fleisch tragen ebenfalls zum starken Anstieg bei.

Auch mit Litauen gibt es wieder eine Trendumkehr nach einem leichten
Rückgang im Vorjahr mit einer Exportsteigerung heuer um 35,6 Prozent.
Ausschlaggebend dafür waren Exporte von Lastkraftwagen, Spezial-KFZ
und Fahrzeuganhängern sowie Arzneimitteln. Exporte der
Textilindustrie sind wieder im Steigen, ebenso wie der im Vorjahr
rückläufige Export von Paper und Pappe. Starke Defizite sind im
Konsumgüterbereich festzustellen, der sehr stark von der Dominanz
deutscher und schwedischer Firmen geprägt ist.

Das ganze Baltikum ist ein guter Standort für Investitionen. Die
nordeuropäischen Staaten sind derzeit Hauptinvestoren in den drei
Staaten, die laut internationalen Studien eine der bedeutendsten
Wachstumsregionen der Zukunft darstellen. Für österreichische, ebenso
wie deutsche Unternehmen, die dieses Faktum noch nicht in ihre
Strategien miteinbezogen haben, ist hier noch einiges aufzuholen.
(pt)

Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich

Presseabteilung
Tel.: (01) 50105-4464
Fax: (01) 50105-263
e-mail: presse@wko.at
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