BUNDESSTELLE FÜR SEKTENFRAGEN LEGT ERSTEN JAHRESBERICHT VOR 1999 betrafen die meisten Anfragen Scientology

Wien (PK) - Auf der Tagesordnung des Familienausschusses am Dienstag, 13. November, steht u.a. der erste von der Bundesstelle für Sektenfragen (bereits im Vorjahr) vorgelegte Jahresbericht (III-77 d.B.). Die 1998 per Gesetz als Anstalt öffentlichen Rechts eingerichtete und von Bundesminister Martin Bartenstein öffentlich präsentierte Stelle nahm im Herbst 1998 ihre Tätigkeit auf; der vorliegende Bericht bezieht sich auf das Jahr 1999.

Naturgemäß standen in den ersten Monaten Dinge im Zentrum, die mit dem Aufbau der Stelle zusammen hängen. Der Bericht nennt bauliche Adaptierungen, Möbelkauf, Personalrekrutierung (Ende 1999 waren sechs Personen mit insgesamt 160 Wochenstunden in der Einrichtung tätig), Anschaffung bzw. Anmietung von Faxgeräten, Kopierern, PC etc. "Von Beginn an war eine intensive theoretische und praktische Schulung der MitarbeiterInnen erforderlich", heißt es in dem Bericht. "Letztere erfolgte nach dem System 'training on the job'." Im Team der Stelle sind die Fächer Psychologie, Psychotherapie, Publizistik und Kommunikationswissenschaft, Evangelische Fachtheologie, katholische Religionspädagogik, Erwachsenenbildung, Bildungsmanagement und Organisationsmanagement vertreten.

Im Berichtsjahr (1999) wurden bei der Stelle 3.332 Kontakte mit fachspezifischen Anfragen verzeichnet. Knapp drei Viertel der Kontakte erfolgten über Telefon, gut 16 % brieflich bzw. über Fax oder e-Mail, gut 10 % persönlich. Am häufigsten wurde die Bundesstelle von einschlägigen Fachstellen kontaktiert. "Es scheint, als habe sich die Bundesstelle in der Fachwelt etablieren und als fachlich fundierte Ansprechpartnerin profilieren können", heißt es dazu im Bericht. Zu 224 unterschiedlichen Gruppierungen wurden 819 Einzelanfragen registriert. Deutlich an der Spitze lag dabei im Jahr 1999 Scientology mit 147 Anfragen. 22 Anfragen gab es zu "Amway", einem "klassischen Vertreter von Multi-Level-Marketing-Systemen", ebenso viele im Zusammenhang mit Satanismus.

Von der Nachfrageseite her gab es besonderes Interesse bei SchülerInnen, StudentInnen, LehrerInnen, große Nachfrage gab es aber auch bei Medien. Auch hier stellt der Bericht fest: "Es scheint, als wäre die Bundesstelle als kompetente und seriöse Informationsquelle wahrgenommen worden." Der Information diente auch die Herausgabe der Broschüre "Sekten - Wissen schützt!" Sechs Falldokumentationen runden den Bericht ab. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Eine Aussendung der Parlamentskorrespondenz
Tel. +43 1 40110/2272, Fax. +43 1 40110/2640
e-Mail: pk@parlament.gv.at, Internet: http://www.parlament.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NPA/02