- 06.11.2001, 14:35:37
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"Prognoseverfahren": Antoni warnt vor sozialer Auslese
Studiengebühren: Berufstätige werden doppelt bestraft
Wien (SK) Vor der Einführung neuer Bildungs-Barrieren für
Kinder in Form des sogenannten "Prognoseverfahrens" warnt
SPÖ-Bildungssprecher Dieter Antoni. Das Prognoseverfahren wird
mittels eines Entschließungsantrages der Regierungsparteien nächste
Woche im Parlamentsausschuss behandelt. Die SPÖ fürchtet, dass es
damit zu einem neuen AHS-Ausleseverfahren kommen soll. ****
"Mehr als unglaubwürdig", so Antoni am Dienstag gegenüber dem
SPÖ-Pressedienst, seien jedenfalls die heutigen Beteuerungen Amons,
es soll durch dieses Verfahren nicht der Zugang erschwert werden.
"Die ursprüngliche Forderung Amons war ein AHS-Aufnahmetest, damit
nicht zu viele die AHS besuchen können. Der ÖVP ist der offene Zugang
zu höherer Bildung - unabhängig von sozialen und finanziellen
Voraussetzungen - schon länger ein Dorn im Auge." Davon abgesehen sei
es überhaupt wissenschaftlich unhaltbar, "Prognosen" über die
Entwicklung von 10-jährigen Schülerinnen oder Schülern abgeben zu
wollen - "das bestätigen auch Entwicklungspsychologen".
In Wahrheit sei das Prognoseverfahren Teil einer Strategie
von ÖVP und FPÖ, den Zugang zu höherer Bildung zu erschweren. Dazu
zählen auch die Studiengebühren. Der SPÖ-Bildungssprecher wies
besonders auf die soziale Ungerechtigkeit der Studiengebühren für
Berufstätige hin. Berufstätige können maximal ein Drittel der
Angebote der Uni nützen, bezahlen die Gebühr aber voll. Gleichzeitig
verlängert die Berufstätigkeit das Studium - die Studierenden müssen
länger die Gebühr bezahlen, werden also doppelt bestraft, kritisierte
Antoni. Gleichzeitig weigere sich der Finanzminister, die Möglichkeit
zur steuerlichen Abschreibung der Gebühr zu schaffen. "So sieht also
die Förderung lebensbegleitenden Lernens aus, wie sie die Regierung
versteht."
Als "nicht mehr zu überbietenden Zynismus" wertet Antoni die
heutigen Aussagen Amons, wonach "sehr viele Studenten gar keine
finanzielle Notwendigkeit nach Studienbeihilfe verspüren" und "in
Österreich niemand aufgrund von finanziellen Gründen auf ein Studium
verzichten" müsse. Antoni betonte abschließend noch einmal die
Wichtigkeit der Unterstützung des Bildungsvolksbegehrens, das noch
bis 13. November unterschrieben werden kann. (Schluss) ah
Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ
Tel.: (01) 53427-275
http://www.spoe.at
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