140 Jahre Wiener "Rathaus-Korrespondenz"

Wien, (OTS) Von den Publikationen der Wiener Stadtverwaltung nimmt die Rathaus-Korrespondenz schon durch ihre tägliche Erscheinungsweise den 1. Rang ein. Am 1. November begeht sie das Jubiläum ihres 140jährigen Bestandes - im Bewusstsein, als kommunale Nachrichtenagentur einen zeitlichen Bogen von der Postkutschenzeit bis ins Atomzeitalter gespannt zu haben. Nach der Austria Presse-Agentur ist die "Rathaus-Korrespondenz" Österreichs zweitgrößte Nachrichtenagentur. Aus den Anfängen der "Rathaus-Korrespondenz" ist heute nichts mehr vorhanden. Das älteste Erinnerungsstück, das sich in der Wiener Stadtbibliothek befindet, ist ein Blatt mit dem Datum vom 2. Jänner 1895.****

Als die "correspondenz gall" am 1. November 1861 gegründet wurde, war sie ein reines Privatunternehmen, das jedoch seinen Sitz im Alten Rathaus in der Wipplingerstraße hatte. Der Herausgeber, Josef Gall (geb. 21.11.1820), stammte aus Laa in Niederösterreich und hatte an der Wiener Universität Jus studiert. Nachdem er eine Zeitlang im Finanzministerium gearbeitet hatte, betätigte er sich journalistisch bei mehreren Blättern und machte sich schließlich selbständig.

Am 9. Mai 1898 starb Gall. Schon vier Jahre vorher hatte sein langjähriger Mitarbeiter Rudolf Stiefenhofer die kommunale Nachrichtenagentur übernommen. Er führte sie unter dem Namen "communal-correspondenz" weiter, unter ihm erhielt die Korrespondenz offiziösen Charakter.

Nach dem Tod Stiefenhofers übernahm wieder ein Mitarbeiter und zwar Rudolf Eigl, die Korrespondenz. Unter seiner Aegide tauchte erstmals der Name "rathaus-correspondenz" auf: das war am Donnerstag, dem 15. Februar 1900. Unter Eigl wurde auch das Verhältnis der Nachrichtenagentur zur Gemeindeverwaltung weiter ausgebaut und intensiviert.

Im Juni 1912 übernahm Franz Micheu die "rathaus-korrespondenz", unter ihm bestand bereits ein Vertragsverhältnis mit der Gemeinde Wien. . Er zahlte dafür an Eigl den für die damalige Zeit nicht unbeträchtlichen Betrag von 60.000 Kronen. (Im Vergleich dazu: ein Paar Maßschuhe kosteten zwölf Kronen). 1922 wurde Karl Honay Leiter der Korrespondenz, die zugleich amtlichen Charakter erhielt, 1932 folgte Franz Xaver Friedrich. Von 1938 bis 1945 trug sie die Bezeichnung "Nachrichtenstelle der Stadt Wien". Die Chefredakteure während der Zeit des Nationalsozialismus waren Kurt Sommer und Hans Mücke.

Am 19. Mai 1945 erschien die RK erstmals nach dem Krieg wieder. Ihre Leitung übernahm Hans Riemer, als Herausgeber fungierte die Pressestelle der Magistratsdirektion. Als Riemer mit der Leitung des Städtebund-Sekretariates beauftragt wurde, übernahm am 1. August 1948 Chefredakteur Wilhelm Adametz die Leitung der Rathaus-Korrespondenz.

Der Wiener Gemeinderat beschloss am 14. Juli 1967 die Einrichtung des "Presse- und Informationsdienstes" (PID), der direkt dem Bürgermeister und dem Magistratsdirektor unterstellt wurde. Nach Chefredakteur Adametz übernahm 1972 Alois Brunnthaler die Leitung des PID, ihm folgten 1982 Robert Prosel und zwei Jahre später der heutige Chefredakteur Fred Vavrousek. Der Presse- und Informationsdienst gehört seit den 70er Jahren als MA 53 zum Ressort eines Amtsführenden Stadtrates, derzeit zur Geschäftsgruppe Bildung, Jugend, Soziales, Information und Sport" unter Vizebürgermeisterin Grete Laska.

Zu finden sind die täglich erscheinenden Meldungen der "Rathauskorrespondenz" (mehr als 4.000 im Jahr) für APA-Bezieher im OTS-Bereich sowie zeitgleich im Internet über die Homepage der Stadt Wien www.wien.at/ (über Medien zur Rathauskorrespondenz). Sie erscheint außerdem in gedruckter Form. Vierzehntägig erscheint eine Zusammenfassung der RK-Meldungen auch in gedruckter Form als " rk-intern". Die "rk-spezial" behandelt bestimmte Themen (z. B. "Verkehrsfragen", "Budget", "Wien im Rückblick", "Wahlen") ausführlich und mit wichtigen Hindergrundinformationen. (Schluss) gal/

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