4.000 bei Antikriegsdemonstration in Wien

Wien (OTS) - 4.000 Menschen haben sich heute in Wien an einer Antikriegsdemonstration beteiligt. Heidi Ambrosch, Frauenvorsitzende der KPÖ, hat in ihrer Rede wie folgt zu
den aktuellen Ereignissen Stellung genommen:

"Viele Argumente gegen den Krieg sind in den letzten Woche schon vorgetragen worden. Eines noch nicht, dass vor allem beim Einsatz von Bodentruppen zu beachten ist: Vergewaltigung ist ein Mittel jeder Kriegsführung. Sexueller Terror gegen Frauen, die in Afghanistan oder anderen islamischen Staaten fundamentale Unterdrückung erfahren, denen Bildung untersagt ist; deren Schwestern ausgepeitscht und gesteinigt werden, die mit ihren Kindern am meisten unter Unterentwicklung leiden und jetzt von Hunger oder Kältetod in den Flüchtlingslagern bedroht sind. Frauen und Kinder, die auf keine Aufnahme in den EU-Ländern, in Österreich hoffen können. Das ist das wahre Gesicht der Wertegemeinschaft des Herrenhauses, der Festung EU nach Schengen, mehrheitlich - und das muss auch gesagt werden, sozialdemokratisch geführt, mit Applaus von großen Teilen der Grünen in Europa samt Voggenhuber. Jedes Anziehen der Gewaltspirale trifft vor allem Frauen und Kinder. Um so empörter bin ich über die Männerrunden in den Medien, die über diesen Krieg wie über ein neues Computerspiel reden. Bush oder Taliban? Terror oder Krieg? Einem Vortrag von Claudia Krieglsteiner, langjährige Aktivistin der Friedensbewegung entnehme ich die treffende Antwort: Schon im Jugoslawien-Krieg haben wir dem entgegengehalten: der Feind meines Feindes ist noch lange nicht mein Freund. Sieht frau von der menschen- und frauenverachtenden Rüstungslobby ab, die Bomben als ihr Baby bezeichnen, gibt es in keinem Krieg Gewinner, Gewinnerinnen schon überhaupt nicht. Krieg bedeutet Militarisierung der Gesellschaft. Die phallische Symbolik der Kriegsmaschinerie samt ihrer angeschlossenen kriegsgeilen Medien bleibt nicht ohne Konsequenzen für patriarchale Herrschafts- und Gewaltverhältnisse im eigenen Land. Wir erleben, wie die Situation ausgenutzt wird, um Entdemokratisierung durchzusetzen, den repressiven Staat auszubauen. Aber weder Militär, noch Geheimdienste und Rüstungsindustrie bringen Sicherheit, wie man gesehen hat, auch nicht den Menschen in den kapitalistischen Zentren. Sie sind ursächlich und zum Teil ganz konkret die Väter des Terrorismus. Empörend ist, dass die SPÖ die Situation nützt, um ihren Rückzug von der immerwährenden Neutralität weiter zu gehen. Erfreulich ist, dass die Bevölkerung sich mit großer Mehrheit für die strikte Neutralität ausgesprochen hat.

Neutralität ist nicht Indifferenz, sondern ermöglicht aktiv an Lösungen zu arbeiten und in Konflikten zu vermitteln. Das erfordert nach den Ursachen solcher Anschläge zu fragen, die doch offensichtlich in der neoliberalen, kapitalistischen Globalisierung und ihren Folgen zu finden sind, in Hunger, Unterdrückung, Ausbeutung und Ausplünderung, ökologischer Zerstörungen.

Eine sichere Welt erfordert die Einhaltung des Prinzips der Gewaltfreiheit in den internationalen Beziehungen, erfordert die Entmilitarisierung und Entwicklung nicht-militärischer Konfliktlösungen, soziale Gerechtigkeit und Entwicklungschancen für alle Menschen, Demokratisierung statt Bespitzelung und Repression.

Am Ende werden Frauen vor den Trümmern stehen und wieder aufbauen - müssen, Frau lässt ihre Kinder nicht auf verbrannter Erde zurück. Uns wird der Haupt-Mann, weiteren Sozialabbau verordnen, damit die Aktienkurse wieder steigen und der unermessliche Reichtum einiger weniger noch gigantischer wird. Jener Reichtum, der die Grundlage von Fanatismus letztlich abgibt, weil er Armut erzeugt. Bischof Krenn wird seinen Segen zu allem geben und die Fristenregelung der Endlösung zuführen, denn neue Soldaten braucht das Land.

Niemals vergessen, dieser Auftrag heißt Anfang des 21. Jhdt.:

Der Kampf der Antikriegsbewegung ist untrennbar verbunden mit dem Kampf um soziale und politische Gerechtigkeit der Völker oder ethnischer Minderheiten in welchen Teilen der Welt auch immer, und -dem Befreiungskampf der feministischen Frauen und Lesbenbewegung.
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