Ehrung im Rathaus für Elfriede Ott, Heinz Reincke und Herwig Zens

Wien, (OTS) Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny überreichte Mittwoch im Wiener Rathaus hohe Auszeichnungen:
Kammerschauspielerin Elfriede Ott und Kammerschauspieler Heinz Reincke erhielten das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien, Herwig Zens die Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold. Die Laudationes hielten Fritz Muliar und Johann Winkler.

Kulturstadtrat Mailath-Pokorny bemerkte in seiner Einleitung, die Künstler Elfriede Ott, Heinz Reincke und Herwig Zens hätten durch ihr Werk und durch ihr Wirken Vorstellungen verändert. "Sie haben uns gelehrt, zu sehen und zu hören; sie haben auf jeweils sehr spezifische Weise unsere Sinne angesprochen".*****

Elfriede Ott ist Schauspielerin, Regisseurin, Sängerin, Kabarettistin, Theaterprinzipalin, Buchautorin, Nestroy-Kennerin, Leiterin und Lehrerin der Schauspielklasse am Konservatorium der Stadt Wien, Aquarellistin, Publikumsliebling in Fernsehserien. 1925 in Wien geboren absolvierte sie zuerst auf Wunsch des Vaters eine Uhrmacherlehre. Parallel dazu widmete sie sich ihrer schauspielerischen Ausbildung. Es folgt ein Engagement ans Burgtheater und erste große Rollen: Recha in "Nathan der Weise", Melitta in "Sappho", Smeraldina im "Diener zweier Herren". Nach einigen "Wanderjahren" in Hamburg und Graz kehrte sie nach Wien zurück, wo sie 1959 Mitglied im Theater in der Josefstadt wurde. Große Triumphe feierte Elfriede Ott in den Kammerspielen in komischen Rollen ("Katzenzungen").

Elfriede Ott ist eine profunde Nestroy-Kennerin. Gemeinsam mit ihrem "Lebensmenschen" Hans Weigel hat sie die Nestroy-Festspiele auf Burg Liechtenstein in Maria Enzersdorf ins Leben gerufen, die nächstes Jahr ihr 20-Jahr-Jubiläum feiern werden.

Elfriede Ott gibt ihr theatralisches Handwerk seit Jahren mit großem Erfolg an Schauspielschüler weiter. Als Leiterin der Schauspielklasse am Konservatorium der Stadt Wien setzt sie sich sehr für ihre talentierten Schülerinnen und Schüler ein.

Heinz Reincke ist ein vielseitiger Charakterdarsteller mit starken Ausdrucksmitteln und einer bemerkenswerten Sprachkultur. Er ist 1925 in Kiel geboren und wurde zuerst auf Wunsch seines Vaters Lehrling in der Handelskammer, bevor er sich mit 17 Jahren ganz der Bühne verschrieb. In seinen Anfängen versuchte er sich als Souffleur, Inspizient, Operettenbuffo, jugendlicher Komiker. Von 1955 bis 1965 gastierte er am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. In dieser Zeit spielte er eine Reihe großer Charakterrollen: den Bluntschli in Bernard Shaws "Helden", den Beckmann in "Draußen vor der Tür", den Figaro in "Der tolle Tag" und andere. Von 1968 bis 1985 gehörte er dem Ensemble des Burgtheaters an. Zu seinen herausragenden Rollen zählte der Leon in "Weh dem der lügt" und der Einstein in "Die Physiker". Mit dem Wilhelm Voigt in "Der Hauptmann von Köpenick" nahm er Abschied von der Bühne. Dem Fernsehpublikum blieb er aber erhalten: Gastrollen in "Tatort", "Derrick", "Der Kommissar"; durch die Serien "Zwei Münchner in Hamburg" und "Der Landarzt" wurde er zum TV-Publikumsliebling.

Herwig Zens ist 1943 in Himberg, Niederösterreich, geboren. Von 1961 bis 1967 absolvierte er die Akademie für Bildende Künste in Wien; 1975 kehrte er als Lehrer an die Akademie zurück, 1987 erhielt er ebendort eine Professur.

Als junger Mann hat er die "Schule des Sehens" von Oskar Kokoschka in Salzburg besucht. Seine Bilder sind expressiv, gegenständlich, wild, bunt. Seine Stärke ist jedoch die Graphik. Herwig Zens ist ein exzellenter Druckgraphiker (Graphikzyklus "Winterreise"). Zwei Themen tauchen in seinen Zeichnungen und Bildern immer wieder auf, der Stierkampf und der Totentanz.

Von seinen Freunden wird Herwig Zens als fanatischer Reisender und als Vielleser beschrieben. Es gäbe kaum jemanden, der Europa und Amerika, kaum jemanden, der die ganze europäische Literatur so gut kenne.

Besonders als Pädagoge, erst an einer AHS, später an der Akademie für Bildende Künste, hat sich Herwig Zens hervorgetan. Er hat zwei Lehrbücher zum Thema Kunsterziehung geschrieben und veröffentlicht. (Schluss) rap/

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