• 17.10.2001, 15:36:23
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Ehrung im Rathaus für Elfriede Ott, Heinz Reincke und Herwig Zens=

Wien, (OTS) Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny
überreichte Mittwoch im Wiener Rathaus hohe Auszeichnungen:
Kammerschauspielerin Elfriede Ott und Kammerschauspieler Heinz
Reincke erhielten das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land
Wien, Herwig Zens die Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in
Gold. Die Laudationes hielten Fritz Muliar und Johann Winkler.

Kulturstadtrat Mailath-Pokorny bemerkte in seiner Einleitung,
die Künstler Elfriede Ott, Heinz Reincke und Herwig Zens hätten durch
ihr Werk und durch ihr Wirken Vorstellungen verändert. "Sie haben uns
gelehrt, zu sehen und zu hören; sie haben auf jeweils sehr
spezifische Weise unsere Sinne angesprochen".*****

Elfriede Ott ist Schauspielerin, Regisseurin, Sängerin,
Kabarettistin, Theaterprinzipalin, Buchautorin, Nestroy-Kennerin,
Leiterin und Lehrerin der Schauspielklasse am Konservatorium der
Stadt Wien, Aquarellistin, Publikumsliebling in Fernsehserien. 1925
in Wien geboren absolvierte sie zuerst auf Wunsch des Vaters eine
Uhrmacherlehre. Parallel dazu widmete sie sich ihrer
schauspielerischen Ausbildung. Es folgt ein Engagement ans
Burgtheater und erste große Rollen: Recha in "Nathan der Weise",
Melitta in "Sappho", Smeraldina im "Diener zweier Herren". Nach
einigen "Wanderjahren" in Hamburg und Graz kehrte sie nach Wien
zurück, wo sie 1959 Mitglied im Theater in der Josefstadt wurde.
Große Triumphe feierte Elfriede Ott in den Kammerspielen in komischen
Rollen ("Katzenzungen").

Elfriede Ott ist eine profunde Nestroy-Kennerin. Gemeinsam mit
ihrem "Lebensmenschen" Hans Weigel hat sie die Nestroy-Festspiele auf
Burg Liechtenstein in Maria Enzersdorf ins Leben gerufen, die
nächstes Jahr ihr 20-Jahr-Jubiläum feiern werden.

Elfriede Ott gibt ihr theatralisches Handwerk seit Jahren mit
großem Erfolg an Schauspielschüler weiter. Als Leiterin der
Schauspielklasse am Konservatorium der Stadt Wien setzt sie sich sehr
für ihre talentierten Schülerinnen und Schüler ein.

Heinz Reincke ist ein vielseitiger Charakterdarsteller mit
starken Ausdrucksmitteln und einer bemerkenswerten Sprachkultur. Er
ist 1925 in Kiel geboren und wurde zuerst auf Wunsch seines Vaters
Lehrling in der Handelskammer, bevor er sich mit 17 Jahren ganz der
Bühne verschrieb. In seinen Anfängen versuchte er sich als Souffleur,
Inspizient, Operettenbuffo, jugendlicher Komiker. Von 1955 bis 1965
gastierte er am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. In dieser Zeit
spielte er eine Reihe großer Charakterrollen: den Bluntschli in
Bernard Shaws "Helden", den Beckmann in "Draußen vor der Tür", den
Figaro in "Der tolle Tag" und andere. Von 1968 bis 1985 gehörte er
dem Ensemble des Burgtheaters an. Zu seinen herausragenden Rollen
zählte der Leon in "Weh dem der lügt" und der Einstein in "Die
Physiker". Mit dem Wilhelm Voigt in "Der Hauptmann von Köpenick" nahm
er Abschied von der Bühne. Dem Fernsehpublikum blieb er aber
erhalten: Gastrollen in "Tatort", "Derrick", "Der Kommissar"; durch
die Serien "Zwei Münchner in Hamburg" und "Der Landarzt" wurde er zum
TV-Publikumsliebling.

Herwig Zens ist 1943 in Himberg, Niederösterreich, geboren. Von
1961 bis 1967 absolvierte er die Akademie für Bildende Künste in
Wien; 1975 kehrte er als Lehrer an die Akademie zurück, 1987 erhielt
er ebendort eine Professur.

Als junger Mann hat er die "Schule des Sehens" von Oskar
Kokoschka in Salzburg besucht. Seine Bilder sind expressiv,
gegenständlich, wild, bunt. Seine Stärke ist jedoch die Graphik.
Herwig Zens ist ein exzellenter Druckgraphiker (Graphikzyklus
"Winterreise"). Zwei Themen tauchen in seinen Zeichnungen und Bildern
immer wieder auf, der Stierkampf und der Totentanz.

Von seinen Freunden wird Herwig Zens als fanatischer Reisender
und als Vielleser beschrieben. Es gäbe kaum jemanden, der Europa und
Amerika, kaum jemanden, der die ganze europäische Literatur so gut
kenne.

Besonders als Pädagoge, erst an einer AHS, später an der
Akademie für Bildende Künste, hat sich Herwig Zens hervorgetan. Er
hat zwei Lehrbücher zum Thema Kunsterziehung geschrieben und
veröffentlicht. (Schluss) rap/

Rückfragehinweis: PID-Rathauskorrespondenz:

www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Dr. Renate Rapf
Tel.: 4000/81 175
e-mail: [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK/NRK

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