- 15.10.2001, 10:10:47
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Bundestagung der Jungen Wirtschaft in Linz greift zentrale Zukunftsthemen auf
Pensionssystem und Vernetzung von Unternehmen im Zentrum der Diskussion
Linz (PWK736) - Unter dem Motto Zukunft machen diskutierten rund
1500 Jungunternehmer aus ganz Österreich bei der 9. Bundestagung der
Jungen Wirtschaft in Linz mit Persönlichkeiten aus Politik,
Wirtschaft und Wissenschaft. In den einzelnen Arbeitskreisen kamen
unter anderem so heikle Themen wie die Finanzierbarkeit der
Pensionen oder die Vernetzung von Unternehmen zur Sprache.
Wettbewerbsfähigkeit für einen Wirtschaftsstandort bedeutet auch,
über ein gutes staatliches Sozial- und Gesundheitssystem zu verfügen,
sagte WKÖ-Generalsekretär-Stv. Reinhold Mitterlehner im Rahmen der
Podiumsdiskussion zum Thema Fair Play für Jung und Alt, in der es
unter anderem um die langfristige Finanzierbarkeit der Pensionen nach
dem Umlageverfahren ging. Österreich habe trotz der vorhersehbaren
Bevölkerungsentwicklung lange zugewartet und mit der letzten
Pensionsreform einen ersten, aber zu kleinen Schritt gesetzt, so
Mitterlehner. Bis 2003 werde der staatliche Zuschuss zu den Pensionen
um weitere 15 Mrd. S ansteigen. Wichtig ist es deshalb, als weitere
Säulen die betriebliche und private Vorsorge aufzuwerten.
Für den Ausbau weiterer Säulen im Pensionssystem sprach sich auch
WKÖ-Vizepräsident Matthias Krenn aus. Notwendig seien die Förderung
privater Initiativen, Steuererleichterungen und die Schaffung einer
echten Betriebspension. Krenn forderte weiters die Heranführung des
tatsächlichen Pensionsalters an das gesetzliche Pensionsalter und die
Einführung eines Bonus-Malus-Systems mit noch höheren Abzügen für
Frühpensionisten und einem Bonus für diejenigen, die länger
arbeiten.
Die Gefahr, dass in Österreich langfristig das Vertrauen in den
Generationenvertrag verloren geht, sah Sozialrechtsexperte Prof.
Wolfgang Mazal. Wir müssen die Säulen der privaten und betrieblichen
Vorsorge stärken, ohne das Umlageverfahren krank zu reden. Der
Generationenvertrag beruhe auf der Solidarität in der Gesellschaft
und in dem Vertrauen, selbst im Alter eine Pension zu bekommen.
Mazal: Neben der Stärkung der betrieblichen und privaten Vorsorge und
der schrittweisen ständigen Reform des Pensionssystem ist es daher
besonders wichtig, dass die Menschen vom Funktionieren des
Generationenvertrages überzeugt sind.
In einem weiteren Arbeitskreis war die Bedeutung von Netzwerken die
zentrale Frage. Wie wichtig sind Netzwerke für die Zukunft der
Wirtschaft? Wie zu erwarten, waren alle Diskutanten der Meinung, dass
die Unternehmen von morgen, egal wie lange es sie schon gibt, und
egal ob sie sich zu der New oder Old Economy zählen, die
verschiedensten Netzwerke brauchen und nutzen werden, um gemeinsam
erfolgreicher zu sein.
Ein Sektor, in dem der Aufbau von Netzwerken mit Sicherheit sehr
leicht geht, ist der Internetsektor. Die
Wirtschaftskammer-Organisation hat bereits sehr früh erkannt, wie
wichtig ein einheitlicher Internetauftritt ist und deswegen bereits
vor zwei Jahren mit wko.at ein gemeinsames Internetportal ins Leben
gerufen. Ein Schritt, der sich binnen kürzester Zeit ausgezahlt hat.
Bereits im ersten Monat erreichte man mit dem gemeinsamen
Wirtschaftsportal ein x-faches an Zugriffen und ist heute mit
konstant über zehn Millionen Zugriffen pro Monat die am meisten
angeklickte Homepage am
Sektor der Dienstleister;, so Christian Domany, Generalsekretär der
Wirtschaftskammer Österreich.
Individualisierung ist ein mögliches Zauberwort der Zukunft. Nicht
nur, dass sich die Kunden immer individuellere Leistungsangebote
wünschen. Auch die Betriebe brauchen in der heutigen Zeit immer
speziellere Produkte, um ihrer eigenen Arbeit nachgehen zu können. Es
ist nicht mehr möglich, das Know How für alle Technologien, die man
für sein Unternehmen braucht, selbst zu beherrschen. Hier sind
Netzwerke unbedingt erforderlich, waren sich die Diskutanten einig.
Für Domany steht fest, dass Vernetzung ein Kulturwandel ist, der in
manchen Bereichen nur sehr langsam vollzogen wird. Gerade wenn es
darum geht, Firmengeheimnisse preiszugeben, stoßen Netzwerke sehr oft
an scheinbar unüberwindbare Grenzen. Die Vergangenheit hat uns oft
genug gezeigt, dass viele Unternehmen die nicht bereit waren diesen -
zugegeben mutigen Schritt - zu gehen, alleine nicht überleben
konnten. Ein Beweis, was alles durch gemeinsame Arbeit,
durch ein gemeinsames Netzwerk in dem auch Geheimnisse ausgetauscht
werden, entstehen kann, ist der Automobilcluster in Graz, bei dem es
viele Sieger aber keine Verlierer gibt. (MH)
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