- 13.10.2001, 08:00:15
- /
- OTS0006 OTW0006
"profil": Joop bedauert nicht, dass WTC nicht mehr steht
Designer Wolfgang Joop kritisiert deutsche Solidarität mit USA - nennt Kanzler Schröder "verantwortungslos" - bezeichnet arabische Männer als "Killermaschinen"
Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe
des Nachrichtenmagazins "profil" übt der deutsche Designer Wolfgang
Joop heftige Kritik am deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder und
dessen Forderung nach "uneingeschränkter Solidarität mit den
Amerikanern".
Joop, der sich nach dem Verkauf seiner Anteile am Modehaus "Joop!" im
Juni vorübergehend aus dem Modegeschäft zurückgezogen hat, hält
Schröders Forderung nach der uneingeschränkten Solidarität mit den
USA für "verantwortungslos". Deutschland solle sich nach Joops
Ansicht trotz Nato-Mitgliedschaft eine eigenständige Position
bewahren.
In ungewöhnlich scharfen Worten attackiert Joop "die Arroganz und
Selbstherrlichkeit" der USA. Joop im "profil"-Interview: "Ich
persönlich bedauere nicht, dass das Symbol der Twin Towers nicht mehr
steht, weil sie kapitalistische Arroganz symbolisieren." Er
verurteile aber jede Art von "Mord, gewalt, Terror und Zerstörung".
Auch wenn er die Attentate vom 11. September verurteile, stehen sie
für den deutschen Designer doch in einem Zusammenhang mit der
US-Außenpolitik. Präsident George Bush habe die "Aufbauarbeit, die
Clinton im Palästina-Konflikt geleistet hatte, nicht weiter
verfolgt", gleichzeitig Israel aber "uneingeschränkte Unterstützung"
zuteil werden lassen. Joop im "profil"-Interview: "Wenn sich
arabische Männer gedemütigt fühlen, verwandeln sie sich zu
Killermaschinen, zu Rächern im Namen des Propheten."
Zuerst, so der deutsche Designer, hätte sich die Rache der arabischen
Männer gegen ihre Frauen gerichtet, die "verhöhnt und ins Mittelalter
zurückgestoßen" worden seien. Joop: "Dann sind sie zur globalen Rache
geschritten und haben mit der Zerstörung der phallischen Symbole des
WTC einen Auftakt gesetzt." Die Attentate seien ein "Resultat
männlichen Frusts".
Anlässlich der dieser Tage stattgefundenen Pariser
Prêt-à-porter-Schauen meint der deutsche Designer, dass sich die Mode
"wie Marie Antoinette auf der Flucht nach Varennes" verhalten würde.
Joop: "Die hat noch, bevor sie in die Kutsche gestiegen ist, ewig
überlegt, was sie eigentlich anziehen soll. Während dieser Grübeleien
verspätete sich tödlich."
Rückfragehinweis: "profil"-Redaktion
Tel.: (01) 534 70 DW 2501 und 2502
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PRO/OTS