- 12.10.2001, 13:08:09
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OeNB - Gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung für das Jahr 2000=
Wien (OTS)
- Das Geldvermögen der privaten Haushalte betrug zum 31. Dezember
2000 277,1 Mrd EUR (3.814 Mrd ATS); das entspricht einem Pro-Kopf
Geldvermögen von 34.400 EUR (473.350 ATS).
- Die Geldvermögensbildung der privaten Haushalte war im Jahr 2000
sowohl von geänderten konjunkturellen Rahmenbedingungen als auch
durch die Aufhebung der Anonymität bei Sparbüchern geprägt, sie
fiel insgesamt geringer aus als im Vergleichszeitraum 1999.
- Die Kreditaufnahmen, vor allem bei inländischen Banken, führten
zu einer Verschuldungsposition der privaten Haushalte in Höhe von
82,1 Mrd EUR (1.130 Mrd ATS).
- Das Nettogeldvermögen der Haushalte betrug zum 31. Dezember 2000
195 Mrd EUR (2.684 Mrd ATS).
In der Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung werden sowohl
die finanziellen Investitionen als auch die Finanzierungen der
gesamten Volkswirtschaft gemessen. Sie komplettiert damit die
Informationen über Investitionen, Konsum und Einkommen. Als eines
ihrer wichtigsten Ergebnisse zeigt die Gesamtwirtschaftliche
Finanzierungsrechnung das Geldvermögen (finanzielle Investitionen)
und die Verschuldung (Finanzierung) der privaten Haushalte.
Das Geldvermögen der privaten Haushalte betrug zum 31. Dezember
2000 277,1 Mrd EUR (3.814 Mrd ATS) und stieg damit um rund 6%
gegenüber Ende 1999 an.Wie in den letzten Jahren schon zu beobachten
war, gab es auch im Jahr 2000 eine geringfügige Verschiebung in der
Struktur des Geldvermögens der privaten Haushalte. Nach wie vor
dominierten mit rund 55% des gesamten finanziellen Geldvermögens die
Einlagen bei Banken und die Bargeldhaltung, dies bedeutet eine
leichte Reduktion des Anteils im Vergleich zum Jahr zuvor, als er
noch 57% ausmachte.
Gleichzeitig nahm der Bestand an höherwertigen Finanzprodukten zu.
Sowohl der Besitz an Aktien und Investmentzertifikaten als auch
Lebensversicherungen und Produkte für die Pensionsvorsorge zeigte
einen - im Vergleich zum Jahr davor - leicht höheren Anteil an den
gesamten Finanzanlagen der privaten Haushalte. Der Besitz an Aktien
und Investmentzertifikaten erreichte zum Stichtag 31.12.2000 einen
Anteil von 5% bzw. von 12%. Die Ansprüche aus Lebensversicherungen
und gegenüber Pensionseinrichtungen hatten zum 31. Dezember 2000 ein
Volumen von 57,4 Mrd EUR, womit rund 21% des gesamten Geldvermögens
in diese Vorsorgeprodukte investiert wurden.
Die gesamte Geldvermögensbildung betrug im Jahr 2000 rund
15,7 Mrd EUR, wovon 13,8 Mrd EUR auf transaktionsbedingte
Nettoneuinvestitionen entfielen. Die privaten Haushalte reduzierten
die Spareinlagen, während sie die liquideren Sichteinlagen bei
inländischen Banken in fast gleicher Höhe ausbauten. Der Erwerb von
in- und zunehmend mehr ausländischen Investmentzertifikaten war nicht
mehr so stark wie in den Jahren zuvor. Der Aktientausch von Aktien
der Bank Austria in Aktien der Hypo-Vereinsbank verstärkte dabei noch
das gestiegene Interesse der privaten Haushalte an ausländischen
Investitionen im Euroraum. Der Börsengang der Telekom Austria fand
hingegen einen relativ geringen Niederschlag. Die Konjunktur-
abkühlung, die auch zu einem Nachgeben der internationalen
Börsenkurse führte, sowie das Ende der Anonymität dürften Einflüsse
auf die Auswahl der Finanzprodukte gehabt haben.
In der Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung für das Jahr
2000 wurden neben dem Geldvermögen für private Haushalte auch deren
Finanzierung (finanzielle Verpflichtungen) erhoben. Diese bestanden
fast ausschließlich aus Krediten bei Banken bzw. bei öffentlichen
Stellen in Form von Wohnbauförderungsdarlehen. Die Verpflichtungen
beliefen sich zum 31. Dezember 2000 auf 82,1 Mrd EUR (1.130 Mrd ATS),
58,7 Mrd EUR davon entfielen auf Bankkredite, wovon ein zunehmender
Anteil auf Fremdwährungsfinanzierungen zurückzuführen ist. Die
finanziellen Verpflichtungen stiegen insgesamt um 7,3 Mrd EUR, wovon
die Nettoneuverschuldungen transaktionsbedingt 4,9 Mrd EUR
ausmachten. Die privaten Haushalte beanspruchten dabei fast
ausschließlich den inländischen Bankenapparat für die neuen
Kreditaufnahmen.
Das für den Haushaltssektor (inklusive Organisationen ohne
Erwerbszweck) ermittelte Nettogeldvermögen (Finanzvermögen abzüglich
der finanziellen Verpflichtungen) erreichte zum Stichtag
31. Dezember 2000 einen Wert von 195 Mrd EUR (2.683 Mrd ATS). Die
transaktionsbedingte Veränderung des Nettogeldvermögens
(Finanzierungssaldo) ergab einen Überschuss für das Jahr 2000 von
8,9 Mrd EUR und fiel damit geringer aus als der Vergleichswert für
das Jahr 1999.
Im Statistischen Monatsheft 9/2001 der Oesterreichischen
Nationalbank werden als Beilage die Ergebnisse der
Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung für alle
volkswirtschaftlichen Sektoren für das Jahr 2000 vorgestellt. Die
entsprechenden Tabellen sind auch im Internet über die Homepage der
OeNB unter www.oenb.at/Pressedienst/OeNB-Publikationen/sonstige
Dokumente/Gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung im Jahr 2000
abrufbar.
Anhangstabelle 1:
Gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung für das Jahr 2000
Haushalte 1)
Werte in Mio EUR 1999 2000
Bargeld und Einlagen ................... 149.067 151.339
Wertpapiere ohne Anteilsrechte ......... 17.659 20.466
Aktien und sonstige Anteilsrechte
(ohne Investmentzertifikate) ........... 11.807 14.902
Investmentzertifikate .................. 29.577 32.736
Ansprüche gegenüber Lebensversicherungen 33.273 36.416
Ansprüche gegenüber Pensionseinrichtungen 8.840 9.397
sonstige Versicherungsforderungen ...... 11.083 11.569
sonstige Forderungen ................... 146 333
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Geldvermögen ........................... 261.452 277.158
h.v. gegenüber inländischen Banken ..... 154.534 155.873
h.v. gegenüber dem Ausland ............. 10.166 15.250
Kredite ................................ 74.806 81.978
sonstige Verbindlichkeiten ............. 65 159
-------------------------
Verpflichtungen ........................ 74.871 82.137
h.v. gegenüber inländischen Banken ..... 53.428 58.771
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Nettogeldvermögen ...................... 186.581 195.021
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