Universitäts-Ärzte schließen Streik nicht mehr aus

Neues Dienstrecht und Gehaltsschema führen zu verstärkten Protesten - Kogelbauer fordert umgehende Gespräche mit Bildungsministerium

Wien (OTS) - Nun verdichten sich die Proteste der Universitäts-Ärzte gegen das neue Dienstrecht und das darin vorgesehene Gehaltsschema für neue Assistentinnen und Assistenten auf den Uni-Kliniken. Bekanntlich haben neu eintretende Universitätsärzte mit wesentlich geringeren Gehältern zu rechnen, als ihre etablierten Kolleginnen und Kollegen. Die Bundeskurienobfrau der angestellten Ärzte, Dr. Gabriele Kogelbauer, bezeichnet dies als eklatante Ungerechtigkeit und "unhaltbares Problem". Sie fordert die Koalitionsparteien und Bildungsministerin Elisabeth Gehrer am Freitag in einer Aussendung auf, das neue Dienstrecht umgehend zu revidieren.

Mittlerweile häufen sich die Protestmaßnahmen an den medizinischen Fakultäten der Universitäten in Innsbruck, Graz und Wien. In Unterschriftenaktionen und E-Mail-Aktivitäten weisen die Ärzte auf die Unhaltbarkeit der Situation hin. Kogelbauer: "Ich befürchte, dass sich die Situation zuspitzt. In Innsbruck kann auch ein Streik der Uni-Ärzte nicht mehr ausgeschlossen werden."

In der jüngst in Wien stattgefundenen Sitzung der Bundeskurie der angestellten Ärzte befassten sich die Spitzenrepräsentanten der Universitätsärzte aller drei Fakultäten mit dem aufgeheizten Klima an den Universitätskliniken. Neben dem Gehaltsproblem neu eintretender Universitätsärzte wurden zwei andere neuralgische Punkte der von der Bundesregierung ins Auge gefassten Universitäts-Reorganisation hervorgehoben. Demnach sei mit dem neuen Hochschullehrerdienstrecht die medizinische Forschung und Lehre erheblich erschwert. Man rechne, so die Universitätsärzte, mit einer Entmotivierung von jungen Assistenten bis hin zu den Universitätsprofessoren an den Kliniken. Im Weiteren fordern die Universitätslehrer die Einbindung bei den Planungsarbeiten zur Vollrechtsfähigkeit der Universitäten. Damit wollen sie kontraproduktive und schädliche Effekte für die medizinische Forschung und Lehre sowie für die Patientenversorgung an den Unikliniken verhindern.

"Es wurde mir von der Politik signalisiert, dass man die Ungerechtigkeiten des neuen Gehaltsschemas und Dienstrechtes für Universitätsärzte bereits erkannt hat. Doch alle Proteste blieben bis jetzt ungehört. Ich fordere das Ministerium auf, umgehend mit uns das Gespräch zu suchen. Sonst befürchte ich, dass die ohnehin bereits sehr angespannte Stimmung an den Universitätskliniken kippen könnte", sage die Bundeschefin der angestellten Ärzte abschließend. (Schluss)

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