- 12.10.2001, 11:46:02
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Universitäts-Ärzte schließen Streik nicht mehr aus
Neues Dienstrecht und Gehaltsschema führen zu verstärkten Protesten - Kogelbauer fordert umgehende Gespräche mit Bildungsministerium
Wien (OTS) - Nun verdichten sich die Proteste der
Universitäts-Ärzte gegen das neue Dienstrecht und das darin
vorgesehene Gehaltsschema für neue Assistentinnen und Assistenten auf
den Uni-Kliniken. Bekanntlich haben neu eintretende Universitätsärzte
mit wesentlich geringeren Gehältern zu rechnen, als ihre etablierten
Kolleginnen und Kollegen. Die Bundeskurienobfrau der angestellten
Ärzte, Dr. Gabriele Kogelbauer, bezeichnet dies als eklatante
Ungerechtigkeit und "unhaltbares Problem". Sie fordert die
Koalitionsparteien und Bildungsministerin Elisabeth Gehrer am Freitag
in einer Aussendung auf, das neue Dienstrecht umgehend zu revidieren.
Mittlerweile häufen sich die Protestmaßnahmen an den medizinischen
Fakultäten der Universitäten in Innsbruck, Graz und Wien. In
Unterschriftenaktionen und E-Mail-Aktivitäten weisen die Ärzte auf
die Unhaltbarkeit der Situation hin. Kogelbauer: "Ich befürchte, dass
sich die Situation zuspitzt. In Innsbruck kann auch ein Streik der
Uni-Ärzte nicht mehr ausgeschlossen werden."
In der jüngst in Wien stattgefundenen Sitzung der Bundeskurie der
angestellten Ärzte befassten sich die Spitzenrepräsentanten der
Universitätsärzte aller drei Fakultäten mit dem aufgeheizten Klima an
den Universitätskliniken. Neben dem Gehaltsproblem neu eintretender
Universitätsärzte wurden zwei andere neuralgische Punkte der von der
Bundesregierung ins Auge gefassten Universitäts-Reorganisation
hervorgehoben. Demnach sei mit dem neuen Hochschullehrerdienstrecht
die medizinische Forschung und Lehre erheblich erschwert. Man rechne,
so die Universitätsärzte, mit einer Entmotivierung von jungen
Assistenten bis hin zu den Universitätsprofessoren an den Kliniken.
Im Weiteren fordern die Universitätslehrer die Einbindung bei den
Planungsarbeiten zur Vollrechtsfähigkeit der Universitäten. Damit
wollen sie kontraproduktive und schädliche Effekte für die
medizinische Forschung und Lehre sowie für die Patientenversorgung an
den Unikliniken verhindern.
"Es wurde mir von der Politik signalisiert, dass man die
Ungerechtigkeiten des neuen Gehaltsschemas und Dienstrechtes für
Universitätsärzte bereits erkannt hat. Doch alle Proteste blieben bis
jetzt ungehört. Ich fordere das Ministerium auf, umgehend mit uns das
Gespräch zu suchen. Sonst befürchte ich, dass die ohnehin bereits
sehr angespannte Stimmung an den Universitätskliniken kippen könnte",
sage die Bundeschefin der angestellten Ärzte abschließend. (Schluss)
Rückfragehinweis: Österreichische Ärztekammer
Pressestelle
Tel.: 01/512 44 86
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