7. Internationaler Kongress "Driver Improvement": Qualität muss Vorrang haben!

KfV fordert einheitliche Kriterien bei Nachschulungsmaßnahmen für auffällige Lenker

Wien/Salzburg (OTS) - Maßnahmen zur Verbesserung des Fahrverhaltens verkehrsauffälliger Lenker wurden heuer auf dem 7. Internationalen Kongress "Driver Improvement" in Salzburg diskutiert. Veranstalter waren das Kuratorium für Verkehrssicherheit, die Deutsche Bundesanstalt für Straßenwesen und die Schweizerischen Beratungsstelle für Unfallverhütung. Vertreter aus 15 Nationen waren anwesend, vor allem aus dem deutschsprachigen Raum, aber auch aus Frankreich, Holland, Belgien, Ungarn, Tschechien, Rußland und Japan. "Driver Improvement" soll in Europa in ein Gesamtkonzept von Verkehrssicherheitsmaß-nahmen eingebettet werden, fordert das KfV.++++

Die Nachschulungen für auffällige Kraftfahrer laufen in Österreich sehr erfolgreich. Allerdings fehlt bislang eine entsprechende Qualitätskontrolle. Diese Qualitätssicherung soll im aktuellen Entwurf vom österreichischen Verkehrsministerium gewährleistet werden. Tenor des Entwurfes ist, dass es ein einfaches, klares und übersichtliches Nachschulungssystem geben wird. Dies ist notwendig, da es aufgrund des derzeitigen Systems Vollzugs- und Durchführungsprobleme gegeben hat. Nun soll es endlich verschiedene Kurse geben, die klar geregelt sind. Und dies unter gleichzeitiger Anhebung der Qualität und der Qualitätskontrolle. So werden zum Beispiel die Anforderungen an die Ausbildung der Verkehrspsychologen erhöht: zusätzlich zum Hochschulstudium soll es noch mehr Eignungsvoraussetzungen geben. Die Koordination wird durch einen Ausschuss erfolgen, der sich aus Verkehrsexperten zusammensetzt. Außerdem wird die Evaluation genauer geregelt.

Sowohl in Deutschland, als auch in der Schweiz und in Österreich wird gegenwärtig versucht, nicht nur bei den bereits auffällig gewordenen Fahrern anzusetzen, sondern bereits vorzeitig die Prävention bei jungen Fahranfängern auf eine gesetzliche Basis zu stellen. Edukative und psychologische Maßnahmen in Verbindung mit Fahrsicherheitstraining sollen die Unfallrate der Jugendlichen deutlich reduzieren.

Fahranfänger überdurchschnittlich oft in Unfälle verwickelt

In allen drei Ländern steht ein derartiges Mehrphasenausbildungs-Modell vor der politischen Umsetzung. "Wir drängen darauf, dass in Österreich die überproportional hohen Unfallzahlen von Fahranfängern mit der Mehrphasenausbildung nachhaltend und signifikant gesenkt werden", betont dazu KfV-Direktor Dr. Othmar Thann.

So sind Fahranfänger überdurchschnittlich oft in Unfälle verwickelt. Der Straßen-verkehr ist Todesursache Nummer 1 bei jungen Menschen. Jahr für Jahr sind 35 bis 45 % der Todesfälle bei jungen Menschen auf den Verkehr zurückzuführen. Auch die für Fahranfänger typischen Unfallumstände sind international eindeutig identifiziert: vermehrt Alleinunfälle, Nachtunfälle und Freizeitunfälle. Die Ursachen sind auch bekannt: mangelndes Können durch noch zu geringe Praxis und typische Fehleinstellungen Jugendlicher - wie etwa Selbstüberschätzung und erhöhte Risikobereitschaft. Problemlösungen müssen daher einen individuellen Zugang gewährleisten, denn Fahranfänger und ihre Probleme sind eben unterschiedlich.

Die Mehrphasenausbildung soll ein harmonisch aufeinander abgestimmtes Stufenmodell bilden. Dieses umfasst einerseits bereits funktionierende Module wie Fahrschulausbildung und -prüfung, anderseits neue Module. Das sind Feedback-Fahrten im Straßenverkehr -zur Überprüfung der Gefahrenfrüherkennung, Fahrsicherheitstraining und verkehrspsychologische Fortbildung. (Schluss)

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