Mehr als die Hälfte der Beschäftigten klagen über Zeitdruck im Job

ÖGB: Verstärkte Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz nötig

Wien (ÖGB). Die arbeitsbedingten Belastungen der ArbeitnehmerInnen standen im Zentrum der gestern in Klosterneuburg bei Wien abgehaltenen ExpertInnentagung "Arbeitsbedingungen in Österreich und Europa". Allgemeiner Tenor der Konferenz, die vom ÖGB, der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA), der Österreichischen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und dem Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIG) veranstaltet wurde: Zur Vermeidung gesundheitsschädigender Belastungen im und durch den Job wird zu wenig getan.++++

Michel Miller, Experte der Europäischen "Dublin-Foundation zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen", stellte fest, dass wirtschaftliches Wachstum und technischer Fortschritt nicht automatisch eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen mit sich bringe.

Jede Zeit benötige eigene Strategien der Gesundheitsförderung bei der Arbeit, betonte der Direktor der AUVA, Norbert Winker. Während man sich noch vor zehn oder zwanzig Jahren hauptsächlich mit sicherheitstechnischen bzw. ergonomischen Fragen beschäftigt habe, stünden heute ganz andere Arbeitsprobleme im Vordergrund. Flexibilisierung, wachsender Leistungs- und Konkurrenzdruck, Arbeitsorganisation, die nicht menschengerecht ist, Angst um den Job und schlechtes Unternehmensklima prägten die Arbeitswelt.

Folge des Wandels in der Arbeitswelt ist die Zunahme von Stress. Arbeit unter Zeitdruck sei zur häufigsten Arbeitsbelastung avanciert, hielten die Leiterin des ÖBIG, Michaela Moritz, und Renate Czeskleba vom ÖGB fest. Laut Mikrozensus 1999 klagen 58,5 Prozent der Männer und 47,7 Prozent der Frauen über Zeitdruck bei der Arbeit. 1994 waren es noch um zehn Prozent weniger. Ständiger Stress verursache Arbeitsunzufriedenheit und schlechtes Arbeitsklima. Auch Arbeitsunfälle gingen häufig auf Zeitdruck zurück, so Czeskleba.

Gesundheitsförderung bei der Arbeit muss in den Unternehmen, aber auch in der Öffentlichkeit stärker zum Thema gemacht werden als bisher, waren sich die TeilnehmerInnen der Fachtagung einig. "Ein Mehr an Lebensqualität erfordert, dass vorbeugender Gesundheitsschutz bei der Arbeit zur Selbstverständlichkeit wird", meinte die ÖGB-Expertin abschließend. (mfr)

ÖGB, 10. Oktober 2001
Nr. 821

ÖGB-Urabstimmung vom 24. September bis 15. Oktober 2001
Fragen zur ÖGB-Urabstimmung?
Internet: www.oegb-urabstimmung.at
E-Mail: urabstimmung@oegb.at
Telefon-Hotline, täglich von 8.00 bis 19.00 Uhr,
österreichweit zum Nulltarif: 0800/0804 52 42
Fax: 01/599 07 13 66

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Martina Fassler-Ristic
Telefon: (01) 534 44/480 DW
Fax: (01) 533 52 93ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB