Strommarktliberalisierung: WKÖ bietet umfangreiche Hilfestellung für Unternehmen an

Teufelsbauer: Liberalisierung noch nicht komplett, WKÖ-Belangsendung, 11.10., Ö1

Wien (PWK708) - Seit dem 1. Oktober ist der Markt für elektrischen Strom in Österreich frei. Jeder kleine Gewerbetreibende kann sich seinen Stromlieferanten aussuchen, genauso wie es nun auch die privaten Haushalte können. Mit der Vollliberalisierung des Marktes für elektrischen Strom ist Österreich fast allen EU-Staaten einen großen Schritt voraus, und die Wirtschaftskammer begrüßt das als wichtiges Signal für den Wirtschaftsstandort Österreich. Auch wenn, wie der Leiter der Wirtschaftspolitischen Abteilung, Werner Teufelsbauer erklärt, dass die Stromliberalisierung noch nicht komplett ist: "Die Liberalisierung sollte an sich den vollen Effekt bringen. Es ist allerdings so, dass eine Reihe von Durchführungsbestimmungen fehlen, von denen auch abhängt, ob tatsächlich die Intention des Gesetzes voll zum Tragen kommen wird."

Die Wirtschaftskammer kritisiert auch die unübersichtliche Durchführung der Strommarktliberalisierung unter Anwendung von zwölf Bundesgesetzen und mehr als 60 Landesverordnungen. Damit ist viel Verwaltungsaufwand und eine Verzerrung des Standortwettbewerbes zwischen den Bundesländern verbunden. Dennoch zahlt es sich aus, die Stromrechnung schon jetzt auf Einsparungsmöglichkeiten zu überprüfen, meint Teufelsbauer: "Ich würde sagen es zahlt sich aus, schon jetzt bei den gegebenen Tarifen, die wir zum Teil noch bekämpfen, zu prüfen, ob es sich auszahlt. Ein guter Weg dazu führt über den Tarifrechner über unseren Internetauftritt, über die Hotline und allenfalls Teilnahme an einem Pool, wo man professionell behandelt wird."

Ein Problem sind derzeit noch die sogenannten Durchleitungsgebühren. Man wechselt ja nur den Stromlieferanten. Der Anschluss am bisherigen Netzbetreiber bleibt bestehen und der verlangt für die Benützung seiner Kabel und Anlagen eine Gebühr, die manchmal sehr hoch angesetzt wurde. Geht dadurch der Vorteil des freien Strommarktes verloren? Diese Gefahr bestünde aus Sicht der Wirtschaftskammer durchaus, so Teufelsbauer: "Wir haben sogar eine Beschwerde über zwei Gesellschaften beim Wirtschaftsminister eingereicht, der auch reagiert hat. Es wurde von Amts wegen eine Reduktion verordnet. Auch in Zukunft werden wir uns das bei anderen Gesellschaften sehr genau anschauen," bekräftigte Teufelsbauer."

Neben dem Tarifrechner der neugeschaffenen Elektrizitätskontrollbehörde E-Control gibt es umfangreiche Hilfestellungen der Wirtschaftskammer Österreich. Sie reichen von der Bildung von Einkaufspools als Nachfragebündelung über Gratisservicenummern bis Stromhandelsplattform auf dem Internetportal der Wirtschaftskammer unter http://wko.at/stromhandel. (EBK)

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