- 06.10.2001, 08:00:03
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"profil": Grasser rechnet für 2002 mit Defizit
Finanzministerium meldet EU, dass bei schwacher Konjunktur Budgetdefizit zu erwarten ist - Ministerium prognostiziert in "Stabilitätsprogramm" bereits bei Wirtschaftswachstum von nur 2,1% Defizit von 10 Mrd. - aktuelle Wachstumsprognose mit 1,7 bis 1,9 % deutlich tiefer
Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag
erscheinenden Ausgabe rechnet Finanzminister Karl-Heinz Grasser, der
offiziell immer noch am Ziel eines Nulldefizits festhält, in einem
bei der EU deponierten Papier seines Ministerium bei schwachem
Wirtschaftswachstum für das Jahr 2002 mit einem Budgefizit.
Im gegenwärtig gültigen so genannten "Stabilitätsprogramm", in dem
sich jeder Finanzminister gegenüber der EU auf konkrete Budgetziele
festlegt, rechnet das österreichische Finanzministerium bei den
aktuell prognostizierten Wachstumsraten im kommenden Jahr mit einem
Verfehlen des Nulldefizit-Ziels.
Wenn das österreichische Wirtschaftswachstum nächstes Jahr 2,7 %
betrage, werde Österreich ein Nulldefizit anstreben und erreichen, so
das Ministerium im "Stabilitätsprogramm". Sollte das Wachstum 2002
jedoch nur 2,1 % betragen, werde in Österreich lediglich ein
Budgetsaldo von "minus 0,3 Prozent des BIP" realisierbar sein. "Minus
0,3 Prozent des BIP" bedeutet ein Budgetdefizit von 9 bis 10 Mrd.
Schilling.
Zuletzt haben die österreichischen Wirtschaftsforscher für 2002 ein
Wachstum von bloß 1,7 bis 1,9 % vorhergesagt. Dies ist deutlich
weniger als die in Grassers eigener Vorschau angesetzten 2,1 %. Wenn
laut dem im Dezember des Vorjahres vom Finanzministerium verfassten
"Stabilitätsprogramm" schon ein Wirtschaftswachstum von 2,1 % zu
einem Defizit von 10 Mrd. führt, dann muss, so folgert "profil", eine
weitere Konjunkturabschwächung zu einem entsprechend höheren Defizit
führen.
Da laut Auskunft von Wirtschaftsforschern nichts dafür spräche, dass
sich die Rechenzusammenhänge seit dem Zeitpunkt der Erstellung dieses
derzeit gültigen "Stabilitätsprogramms" grundlegend verschoben
hätten, müsste gemäß Grassers hauseigenen Rechenprinzipien das
Budgetdefizit 2002 jedenfalls mehr als 10 Mrd. Schilling betragen, so
"profil".
Rückfragehinweis: "profil"-Redaktion
Tel.: (01) 534 70 DW 2501 und 2502
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