ORF-"Tatort": Leiche im steirischen Hochzeitsschloss Obermayerhofen

Dreharbeiten zum neuen ORF-"Tatort" mit Harald Krassnitzer, Gundula Rapsch und August Schmölzer

Wien (OTS) - Auf Schloss Obermayerhofen in der Oststeiermark
sorgte gestern, am Donnerstag, dem 27. September 2001, eine männliche Leiche für große Aufregung. Tot aufgefunden wurde der 37-jährige Leiter eines andrologischen Forschungsinstitus, alle Indizien weisen auf Selbstmord hin. Doch daran können der Wiener Kriminalkommissar Moritz Eisner, sein steirischer Kollege Wolfgang Schremser und die Gerichtsmedizinerin Renata Lang nicht glauben. Vielmehr scheint dies die Fortsetzung eines bereits raffiniert durchgeführten Mordes zu sein. Zu aller Glück ist die Leiche nicht echt, denn es handelt sich nur um eine Szene des neuen österreichischen "Tatort"-Falls, der seit 19. September in der Steiermark gedreht wird. Das exklusive Schlosshotel Obermayerhofen der Familie Graf Kottulinksy ist Hauptschauplatz des ORF-Krimis, in dem ein "mörderischer" Ärztekongress den österreichischen "Tatort"-Kommissar Moritz Eisner, dargestellt von Harald Krassnitzer, seine charmante Kollegin und Gerichtsmedizinerin Renata Lang, die von Gundula Rapsch verkörpert wird, und den steirischen Ermittler Wolfgang Schremser vulgo August Schölzer gehörig auf Trab hält.
Dass das Verbrechen auf Schloss Obermayerhofen überhaupt als solches enttarnt wird, ist der Gerichtsmedizinerin Renata Lang zu verdanken, die nach dem plötzlichen Tod einer befreundeten Studienkollegin an deren natürlichen Ableben zweifelt. Die verstorbene Medizinerin nahm auf dem Schloss an einem brisanten Andrologenkongress teil und hatte Renata dorthin zu einem Wellness-Urlaub eingeladen. Die verzweifelte Gerichtsmedizinerin, die auf einer Obduktion der Leiche besteht, ruft ihren alten Freund und Berufskollegen Moritz Eisner zu Hilfe. Da die Steiermark jedoch nicht Moritz' Zuständigkeitsgebiet ist, muss dieser wieder einmal verdeckt agieren: Nach bereits zwei erfolgreich ausgestrahlten kriminalistischen Seitensprüngen in Felix Mitterers Tiroler Land ("Passion", "Böses Blut"), schleust sich Moritz als Gast ins Schlosshotel ein und ermittelt getarnt als Zeitungsredakteur, der über den Andrologenkongress ermitteln soll. Kriminalistische Unterstützung holt sich Eisner von seinem steirischen Kollegen Wolfgang Schremser, mit dem er seit der Polizeiausbildung befreundet ist. Schon bald stößt das Trio auf die ersten Spuren, die Renatas Verdacht bestätigen.
"Am Anfang schaut alles gar nicht nach Mord aus, sondern eher so, als ob sich die Pathologin Renata da in irgendetwas hineinsteigert", erzählt der gebürtige Steirer August Schmölzer, der überhaupt zum allerersten Mal in seiner Heimat dreht. "Der steirische Inspektor Schremser ist gar nicht begeistert davon, dass in seinem Revier ein Mord passiert ist, wo sich sonst kaum Großverbrechen ereignen. Er ist eher einer, der sich's gut gehen lässt, in seinem tollen Büro sitzt, ein Spitzenauto fährt, gern gut isst und trinkt und nichts von Morden wissen will. Er freut sich zwar auf Moritz, aber nicht auf das Verbrechen, das er ihm mitbringt", beschreibt der österreichische Schauspieler, der hauptsächlich in Deutschland arbeitet und lebt, seinen Part.
Gundula Rapsch war in ihrer Rolle als Pathologin Renata Lang in den bisherigen ORF-"Tatort"-Fällen stets unterstützende Kraft an der Seite Moritz Eisners. In "Tod am Kongress" ist alles anders: An 16 von 24 Drehtagen spielt sie die absolute weibliche Hauptrolle und steht im Kern des Geschehens. Renata ist von Anfang an in den Fall involviert, da es sich bei der Toten um ihre Freundin handelt, die auch noch in ihren Armen stirbt, und sie nicht an einen normalen Tod glauben kann. Zumal die verstorbene Wissenschafterin kurz vor ihrem Ableben vage Ankündigungen machte, dass sich in ihrem Leben bald sehr viel ändern würde. "Renata darf sich jetzt viel mehr von der privaten Seite zeigen, mehr Gefühle präsentieren", beschreibt Rapsch ihre Rolle. "Sie ist wesentlich am Ermittlungsgeschehen beteiligt, kann den beiden Polizisten viele Informationen geben. Vor allem auch durch ihren fachlichen Background kann sie Moritz helfen, medizinische und ökonomische Zusammenhänge herzustellen."
"Es gibt reichlich Situationskomik, aber auch viel zutiefst Menschliches und Vertrautheit zwischen Renata und Moritz. Das, aber auch die aktuellen Themen machen die Qualität eines österreichischen 'Tatorts' aus", meint Harald Krassnitzer.
Die Themen, die in "Tod am Kongress" behandelt werden, sind von höchster Aktualität: "Es geht dabei um viel diskutierte Bereiche wie Genmanipulation, die sinkende Fruchtbarkeit des Mannes, die in verschiedenen Zivilisationskrankheiten begründet ist, und um die moderne Forschungsarbeit mit ihrem beinharten Konkurrenzkampf. Oft werden Mittel auf den Markt gebracht, die nicht immer die besseren sind, sondern einfach die schnelleren. All das thematisiert dieser 'Tatort'-Fall", erzählt Krassnitzer. "Es geht natürlich auch nach wie vor um Eifersucht, Hass und Angst, darüber wie übergreifend und fragil Sexualität ist, aber auch um Ethik und Moral", betont Gundula Rapsch.
"Das Faszinierende am 'Tatort', der ja jetzt doch mehr als 30 Jahre erfolgreich ist, sind nicht die Kriminalfälle als solche, sondern die Charaktere, die Qualität der Protagonisten und der Geschichten. Das Publikum bekommt Einblicke in Welten, die es sonst nicht so sieht. Es werden ja heut zu Tage immer seltener die Geschichten der Charaktere erzählt, sondern immer mehr Wert auf Action und Effekte gelegt", meint Regisseur Robert Adrian Pejo, der mit "Tod am Kongress" bereits den zweiten "Tatort"-Fall mit Harald Krassnitzer und Gundula Rapsch inszeniert. Die erste gemeinsame "Tatort"-Arbeit war das Debüt des neuen österreichischen "Tatort"-Teams mit dem Titel "Nie wieder Oper". "Wir haben öfters darüber gesprochen, wie gern wir wieder mit Robert Pejo drehen würden. Jetzt ist es endlich wieder so weit", freut sich Rapsch. "Es ist, als ob man einen guten alten Freund, den man lange nicht gesehen hat, wieder trifft", bestätigt Krassnitzer. "Die alten Freunde" werden noch bis voraussichtlich 23. Oktober 2001 gemeinsam drehen, dann ist der neue "Tatort"-Fall "im Kasten". An der Seite von Gundula Rapsch, Harald Krassnitzer und August Schmölzer spielen in weiteren Rollen unter anderem Susanne Michel, Martin Brambach, Philipp Moog, Mirjam Ploteny, Dietrich Siegl, Ruth Rieser, Werner Prinz, Elisabeth Scheickl, Peter Matic, Gregor Seberg, Katrin Ritt u. v. a. Der ORF sendet den Krimi im Frühjahr 2002.

(Fotos via APA)

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