ÖGB-Urabstimmung: GPA-Frauen rufen zur Teilnahme auf

Soziales Netz wird vor allem für Frauen brüchiger

... Wien (ÖGB/GPA). Die Bundesfrauenvorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Christine Maier, erwartet sich für die Urabstimmung ein deutliches Signal gegen die arbeitnehmerInnenfeindliche Belastungspolitik der Bundesregierung und ruft insbesondere alle Frauen, die ÖGB-Mitglieder sind, zur Teilnahme auf. "Unser soziales Netz droht vor allem für Frauen immer brüchiger zu werden", so Maier, die sowohl durch die bereits erfolgten Belastungen als auch durch die abzusehenden Verschlechterungen die soziale und berufliche Situation von Frauen gefährdet sieht. "Es gilt jetzt zu zeigen, dass nicht mehr weiter über die Interessen der ArbeitnehmerInnen einfach hinweggefahren werden kann. Die Urabstimmung gibt die Chance, gegen Sozialabbau und die versuchte Demontage von Gewerkschaften und ArbeitnehmerInnenvertretungen aktiv Stellung zu beziehen.", so Maier.++++

Alle Forderungen der ÖGB-Urabstimmung stünden in Bezug mit der konkreten Arbeits- und Lebenswelt von Frauen, fasst Maier die einzelnen Abstimmungsfragen zusammen. Etwa sei das klare Bekenntnis für eine funktionierende und gestärkte Sozialpartnerschaft, wie in Frage 1 gefordert, die Voraussetzung für eine faire Gestaltung sozial- und arbeitsmarktpolitischer Fragen und somit für die Gewährleistung tatsächlicher Chancengleichheit und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. In entsprechendem Zusammenhang müsse auch die in Frage 3 formulierte Forderung zu sehen sein, wonach Lohn- und Arbeitszeiten weiterhin durch die Gewerkschaften in Kollektivverträgen geregelt werden müssen. Die Ankündigungen von Minister Bartenstein, wonach weitere Flexibilisierungsschritte der Arbeitszeitgesetzgebung notwendig seien und Entscheidungen über die Arbeitszeit verstärkt auf die betriebliche Ebene verlagert werden sollten, würden in entscheidendem Ausmaß die Situation von Frauen weiter beeinträchtigen, meint Maier.

Der nach wie vor im Raum stehende Plan der Bundesregierung, die Pflichtversicherung in eine bloße Versicherungspflicht umzuwandeln, würde ebenso vor allem für Frauen maßgebliche Verschlechterungen mit sich bringen. "Bekanntlich sind Frauen für private Versicherer eine Personengruppe mit 'schlechten Risken", und hätten demzufolge mit erheblich höheren Prämien zu rechnen". Die in Frage 2 geforderte Beibehaltung der Pflichtversicherung ist die konsequente Antwort auf die schleichende Privatisierung des Gesundheitssystems", so Maier und unterstreicht gleichzeitig die Wichtigkeit der übrigen Urabstimmungsforderungen: Abfertigung für alle, eine wirkungsvolle berufliche und schulische Bildungsoffensive sowie die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit des öffentlichen Dienstes.

"Wir haben durch die Urabstimmung die Möglichkeit, die Bundesregierung für die Wahrnehmung der Interessen der ArbeitnehmerInnen in die Pflicht zu nehmen. Ich hoffe auf viele Frauen-Stimmen für soziale Gerechtigkeit, so Maier abschließend.

_________________________________________________________________ Downloaden Sie MSN Explorer kostenlos unter http://explorer.msn.de/intl.asp

ÖGB, 27. September 2001
Nr. 775

ÖGB-Urabstimmung vom 24. September bis 15. Oktober 2001
Fragen zur ÖGB-Urabstimmung?
Internet: www.oegb-urabstimmung.at
E-Mail: urabstimmung@oegb.at
Telefon-Hotline, täglich von 8.00 bis 19.00 Uhr,
österreichweit zum Nulltarif: 0800/0804 52 42
Fax: 01/599 07 13 66

Rückfragen & Kontakt:

Telefon: 01 313 93/207
0676/ 817 111 207
isabel.koberwein@gpa.at

Mag. Isabel Koberwein

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB