Neue Ergebnisse aus dem Phytosanierungsprojekt

Herauslösen von Schwermetallen aus dem Boden mittels Pflanzen

Wien, (OTS) Die Wiener Umweltanwaltschaft hat bekanntlich das Forschungsprojekt "Phytosanierung von kontaminierten Böden und Schlämmen im Stadtbereich Wiens" initiiert. MA 22, 45 und 48 sind Co-Auftraggeber. Die Phytosanierung nutzt die besondere Fähigkeit ausgewählter Pflanzenarten dazu, Schwermetalle aus kontaminierten Böden zu entfernen und/oder den Abbau organischer Schadstoffe im Boden wesentlich zu beschleunigen, berichtet die Publikation der Wiener Umweltanwaltschaft WUA-News in ihrer neuen Ausgabe (Internet:
www.wien.at/wua/n9_01.htm ).

Das Wiener Forschungsprojekt konzentriert sich vor allem auf die Extraktion von Schwermetallen aus Böden, die sog. Phytoextraktion, und soll prüfen, ob diese pflanzengestützte und kostengünstige Bodensanierungsmethode in der Lage ist, vorsorgenden Bodenschutz im Bereich von Versickerungsflächen (z.B. für Straßenabwässer) zu unterstützen. Das Projekt soll auch die fachliche Grundlage für neue und auch für den Export geeignete Verfahren zur Sanierung kontaminierter (Ober)böden schaffen. Inzwischen wurde ein Patent angemeldet und ein vorläufiger Endbericht gelegt. Und auf schwermetallkontaminierten Standorten in Österreich und Tschechien wurden Ökotypen von Pappeln, Weiden und Birken entdeckt, welche ungewöhnlich hohe - in der Literatur zum Thema bisher noch nie veröffentlichte - Mengen an Blei und Cadmium in den Blättern anreichern. Nach einigen Fehlschlägen gelang es auch, eine Methode der Stecklingsvermehrung zu entwickeln.

Wichtigstes Ziel des Projektes ist es jedoch, zu zeigen, dass diese wegen ihrer Anpassung an schwermetallbelastete Lebensräume ausgewählten Pflanzen in der Lage sind, auf unterschiedlichen Böden (und Bodentexturen) mit nur ähnlichem Kontaminationsprofil möglichst die gleiche Leistung in punkto Schwermetallextraktion zu erbringen.

Die diesbezüglichen Freilandversuche sind noch nicht abgeschlossen, ihre Ergebnisse werden für Jahresende erwartet. Die Topfversuche zeigen ein sehr unterschiedliches Bild, das auch mit der gezielten Zugabe von sog. Mykorrhiza - das sind mit den Pflanzenwurzeln vergesellschaftete Pilze - stark variiert. Die bisherigen Versuche zeigen, dass die mit den Pflanzenwurzeln vergesellschafteten Mikroorganismen den Erfolg einer Phytoextraktion offensichtlich mitbestimmen, stark fördern oder auch zunichte machen. Auf einigen Böden konnten Extraktionsspitzenwerte, vor allem bei Zitterpappeln mit über 200 mg Cd /pro kg Blatt-Trockenmasse erreicht werden. Es zeichnet sich ab, dass es günstig ist, sich einen Pool an potenten Pflanzen und Mykorrhizen zu schaffen, und vor der großflächigen Sanierung konkreter Böden jeweils ein Screening durchzuführen, welche Pflanzen-Mikroorganismen-Kombination jeweils den größten Sanierungserfolg verspricht. (Schluss) wua/hrs

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