EURO-Umstellung wird Belastung für Klein- und Mittelbetriebe

Gerade die kleinen Handels- und Gewerbebetriebe werden Probleme bekommen

Wien, 24-09-2001 (fpd) - "Es ist zu befürchten, daß viele kleine Handels- und Gewerbebetriebe während der dualen Bargeldphase in größere Schwierigkeiten geraten," stellt Dieter Langer, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Wien fest. Und weiter, "Während die Supermärkte eigene Schalter bzw. Kassen für die Umwechslung von Schilling in Euro einrichten werden, haben die kleineren Betriebe das Problem, den Bargeldbedarf für die Umstellungsphase zu finanzieren!"

Die Berechnungen der Nationalbank ergeben einen vier- bis fünffachen Bargeldbedarf für die ersten Wochen der dualen Bargeldphase; also jener Zeit, in der beide Währungen Gültigkeit haben. Die Frage ist nur, wie soll ein kleiner Greißler oder Trafikant diesen Bargeldbedarf finanzieren? Tatsache ist, daß die vorschüssige Finanzierung der Umtauschphase voll zu Lasten dieser Unternehmer geht. Denn auf die Herausgabe in Schilling ist der Konsument mangels entsprechender Aufklärung nicht eingestellt.

"Gerade die Nahversorger werden die Last der Umstellung zu tragen haben", führt Langer weiter aus. "Natürlich wird jeder Konsument versuchen, möglichst schnell seine Schillingbestände loszuwerden, ohne sich bei den Banken und Sparkassen anstellen zu müssen. Die Bezahlung einer Zeitung oder von zwei Semmeln mit einem Tausender wird in den ersten Tagen eher der Regelfall als die Ausnahme sein."

Wenn man dann auch noch bedenkt, daß die Renten und Pensionen in den letzten Dezembertagen durch die Briefträger ebenfalls noch in Schillingen ausbezahlt werden, dann kann man sich vorstellen, was auf die Nahversorger zukommt. Gerade jene Leute, die kein Bankkonto haben und die Pension in bar beziehen, wird man wohl schwer zu den Banken schicken können. Auch hier werden wieder die kleinen Händler und Gewerbetreibenden unbezahlte Dienste leisten müssen.

"Es mehren sich die Meldungen, wonach etliche Nahversorger im Dezember zusperren, aber im Jänner nicht mehr aufsperren möchten. Für diese Betriebe muß seitens der Wirtschaftskammer und auch seitens der Stadtregierung etwas getan werden. Die Zeit drängt allerdings, denn am 32. Dezember ist es zu spät", schloß Langer. (Schluß)

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