"Kleine Zeitung" Kommentar: "Für die Afghanen" (von Günter Lehofer)

Ausgabe vom 17.9.2001

Graz (OTS) - Es war noch vor der Massentragödie in New York. "Newsweek" stellte Afghanistan in die vorderste Reihe der Länder, in denen das Leben am schlimmsten ist. Auch das größte Unglück lässt sich steigern. Die Afghanen flüchten erneut. Die UNO rechnet mit 1,2 Millionen. Mehrere Millionen sind schon auf der Flucht.

Zehn Jahre lang, von 1979 an, gab es den Kampf gegen die Russen. Sieben Jahre tobte dann der Krieg zwischen den siegreichen Widerstandgruppen. Seit fünf Jahren herrscht Bürgerkrieg zwischen den Taliban und der offiziellen Regierung. Die Menschen in Afghanistan sterben und leiden ohne Hoffnung.

Wenn es ein sinnvolles Kriegsziel in diesem Krieg gibt, dann dieses, in Afghanistan ein halbwegs erträgliches Regime einzurichten. Die Frage ist nur, woher afghanische Führer dafür nehmen. Alle bisherigen Clanchefs scherten sich nicht um das Volk, sondern nur um die Macht. Aber die Taliban scheinen doch die schlimmste Lösung zu sein. Daher wäre der Versuch mit jedem anderen einen Versuch wert.

Nicht nur wegen Osama Bin Laden, sondern wegen der Afghanen sollte gekämpft werden. Sie haben Besseres verdient. Sie brauchen Besseres, um zu überleben. Alles andere sollte Nebensache sein. ****

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