"profil": KELAG-Verkauf hat rechtliches Nachspiel

Wirtschaftsprüfer will Land Kärnten wegen EU-widriger Vergabe des Privatisierungsmandates an Schroder Salomon Smith Barney klagen

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, hat der Teilverkauf der Kärntner Energieholding Beteiligungs GmbH (KEH) und ihrer Stromtochter KELAG an die deutsche RWE-Gruppe jetzt ein rechtliches Nachspiel. Der Klagenfurter Wirtschaftsprüfer Johann Neuner will das Land wegen "schwerer Versäumnisse" bei der Vergabe des Privatisierungsmandates an das international tätige Investmenthaus Schroder Salomon Smith Barney (SSSB) auf Schadenersatz klagen. Neuner: "Hier wurden sowohl das Kärntner Auftragsvergabegesetz als auch die einschlägigen EU-Vorschriften verletzt."

Demnach habe das Land Kärnten das Beratermandat (Kostenpunkt: 45 Mio. S.) an SSSB ohne EU-weite Auschreibung vergeben - obwohl dies bei jedem öffentlichen Auftrag ab ab 200.000 Euro (umgerechnet rund 2,8 Mio. S.) zwingend erforderlich sei. Neuner: "Ich werde auch den Landesrechnungshof mit dieser Angelegenheit befassen."

KEH-Geschäftsführer Hermann gibt gegenüber "profil" zu, keine Ausschreibung vorgenommen zu haben, weist Neuners Vorwürfe jedoch zurück: "Wir haben ein umfangreiches Auswahlverfahren durchgeführt und aus einem großen Kreis von Anbierten einen ausgewählt. Außerdem wir hatten zu jedem Zeitpunkt die volle Zustimmung in den Gremien."

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 534 70 DW 2501 und 2502

"profil"-Redaktion

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PRO/OTS