- 09.09.2001, 03:18:33
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ORF fördert ersten großen österreichisch-chinesischen Kinofilm "Am anderen Ende der Brücke"
Hochkarätig besetzte Verfilmung einer wahren Lebens- und Liebesgeschichte
Wien (OTS) - Der außergewöhnlichen Lebensgeschichte einer
Österreicherin in China - der Wienerin Gertrude Du-Wagner -, die 1934
mit 18 Jahren aus Liebe zu einem Chinesen ins Reich der Mitte
ausreiste und ein neues Leben begann, widmete sich bereits eine
ORF-Dokumentation von Christian Schüller und Helmut Opletal, die 1995
zu sehen war, sowie ein Buch des China-Experten Prof. Gerd Kaminski
mit dem Titel "Verheiratet mit China". Basierend auf dieser
authentischen Geschichte entsteht seit kurzem die erste große
österreichisch-chinesische Kinospielfilmproduktion, die der ORF im
Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens fördert: "Am anderen Ende der
Brücke" lautet der Titel des Films, den der Salzburger Produzent
Josef Koschier seit Ende August mit seiner SK-Film südlich von
Shanghai produziert. Gemeinsam mit den chinesischen Koproduzenten
Beijing Forbidden City Film und der China Coproduction Company sowie
mit Unterstützung durch den ORF, das Österreichische Filminstitut,
den Wiener Film Fonds, das Land Salzburg und einen chinesischen
Privatinvestor stellte Koschier die aufwendige
42-Millionen-Schilling-Produktion auf die Beine. Aufgrund der
heimischen und chinesischen Starbesetzung, des Weltklasse-Credits und
nicht zuletzt aufgrund der günstigen Produktionsverhältnisse in China
konstatiert Koschier bereits jetzt einen Schauwert von weit mehr als
100 Millionen Schilling. Von österreichischer Seite mit dabei sind
Nina Proll und Susi Nicoletti, die die weibliche Hauptrolle, die aus
persönlichkeitsrechtlichen Gründen im Film nicht Gerti Wagner sondern
Fanny Ebner heißt, in unterschiedlichen Altersabschnitten verkörpern.
Weitere österreichische Darsteller sind unter anderem Julia
Stemberger, Muriel Baumeister, Erwin Steinhauer, Kitty Speiser und
Karl Merkatz. Die männliche Hauptrolle spielt der chinesische
Filmstar Wang Zhiwen, der bereits in mehreren preisgekrönten
chinesischen Produktionen zu sehen war, so zum Beispiel in "The
Emperor And The Assassin" von Regisseur Chen Kaige.
Der Film erzählt, basierend auf einer wahren Begebenheit, die
ungewöhnliche Geschichte der Wienerin Fanny Ebner, die den
chinesischen Polizeioffizier Ma Yunlong, der in Wien ausgebildet
wird, kennen und lieben lernt und ihn, als er Österreich wieder
verlässt, in seine Heimat begleitet. Fanny heiratet ihre große Liebe
und tauscht ihr behütetes Leben in Wien gegen ein hindernisreiches,
beschwerliches, aber dennoch glückliches Leben in ihrer geistigen
Heimat China ein. Sie erlebt ein fremdes Land mit großer Kultur und
völlig fremden Sitten und Gebräuchen, den harten Alltag eines
Bauernlebens, die Repression der politischen Machthaber und den
wirtschaftlichen Aufschwung des größten Staates der Welt. Doch über
all dem steht Fannys unerschütterliche Liebe zu ihrem Mann und ihrer
Familie, an die sie immer geglaubt und alle Schwierigkeiten -
politische und wirtschaftliche - mit einer positiven Einstellung zur
Zukunft überwunden hat. Nach Österreich kehrt Fanny Ebner nie wieder
zurück. Anders als im wirklichen Leben: Gertrude Wagner, das Vorbild
zur Filmfigur Fanny Ebner, besuchte 1990 nach 56 Jahren Absenz zum
ersten Mal ihre Heimat und lebt heute noch hochbetagt im Kreise ihrer
Kinder und Enkelkinder in einem kleinen Dorf südlich von Shanghai.
Inszeniert wird "Am anderen Ende der Brücke", dessen englischer
Arbeitstitel übrigens "The Smile Of Fanny" lautet, von Hu Mei, der
einzig prominenten Regisseurin der "5th generation", welcher
Weltklasseregisseure wie Zhang Yimou ("Shanghai Triade"), Chen Kaige
("The Emperor And The Assassin") oder Tian Zhuangzhuang ("The Blue
Kite") entstammen. Zu Hu Meis bisherigen Arbeiten zählen unter
anderem die Kinofilme "Army Nurse" und "Far From War" sowie "The
Yongzheng Dynasty", die meistgesehene TV-Serie Chinas. Nennenswert
ist auch Lu Yue, der bereits oscar-nominierte Kameramann der
Produktion, der schon mit Starregisseur Zhang Yimou zusammenarbeitete
und international mehrfach ausgezeichnet wurde. Den namhaften Cast
bereichert auch Chinas Star-Ausstatter Cao Jiuping: Er stattete nicht
nur zahlreiche international preisgekrönte Filmproduktionen aus,
sondern auch die Oper "Turandot", die 1999 in der verbotenen Stadt
Beijing aufgeführt wurde. Ihm zur Seite steht der österreichische
Berufskollege Gerhard Janda. Die hohe Qualität des Credits setzt sich
bei den weiteren Departments wie Ton, Maske, Schnitt und Kostüm fort
- letzteres wird von der Österreicherin Barbara Langbein betreut.
Die Dreharbeiten zu "Am anderen Ende der Brücke" starteten am 30.
August 2001 südlich von Shanghai im chinesischen Huangshang-Gebirge,
in einem Dorf namens Yixeng, das, laut Produzent Josef Koschier, "von
der Größenordnung her mit Bischofshofen verglichen werden könnte. Die
Menschen hier sind sehr lieb und gastfreundlich, das gesamte Team
wurde bestens aufgenommen. Und was man sich nicht vorstellen kann:
Sie sind uns ähnlicher als wir glauben. Englisch spricht man hier
zwar nur minimal, aber wir bekommen letztendlich alles war wir
brauchen" erzählt Koschier. "Die Vergabe von Drehgenehmigungen wird
in China grundsätzlich viel strenger gehandhabt als bei uns und die
Polizei ist auf jeden Fall immer involviert. Doch wir hatten bisher
nie große Schwierigkeiten", so Koschier.
Gedreht wird der Film, der 2002 in den österreichischen und
chinesischen Kinos anlaufen soll, in englischer Sprache, was mit dem
internationalen Filmteam, das rund 80 Personen zählt, überhaupt kein
Problem ist. Etwa um den 20. Oktober 2001 herum geht es dann nach
Österreich, denn neben den Drehorten im Huangshang-Gebirge, in
Hangzhou und Shanghai befinden sich wesentliche Schauplätze des Films
in Wien und Salzburg.
Rückfragehinweis: ORF-Pressestelle
Ruza Holzhacker
(01) 87878 - DW 14703
http://programm.orf.at
http://kundendienst.orf.at
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