ORF fördert ersten großen österreichisch-chinesischen Kinofilm "Am anderen Ende der Brücke"

Hochkarätig besetzte Verfilmung einer wahren Lebens- und Liebesgeschichte

Wien (OTS) - Der außergewöhnlichen Lebensgeschichte einer Österreicherin in China - der Wienerin Gertrude Du-Wagner -, die 1934 mit 18 Jahren aus Liebe zu einem Chinesen ins Reich der Mitte ausreiste und ein neues Leben begann, widmete sich bereits eine ORF-Dokumentation von Christian Schüller und Helmut Opletal, die 1995 zu sehen war, sowie ein Buch des China-Experten Prof. Gerd Kaminski mit dem Titel "Verheiratet mit China". Basierend auf dieser authentischen Geschichte entsteht seit kurzem die erste große österreichisch-chinesische Kinospielfilmproduktion, die der ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens fördert: "Am anderen Ende der Brücke" lautet der Titel des Films, den der Salzburger Produzent Josef Koschier seit Ende August mit seiner SK-Film südlich von Shanghai produziert. Gemeinsam mit den chinesischen Koproduzenten Beijing Forbidden City Film und der China Coproduction Company sowie mit Unterstützung durch den ORF, das Österreichische Filminstitut, den Wiener Film Fonds, das Land Salzburg und einen chinesischen Privatinvestor stellte Koschier die aufwendige 42-Millionen-Schilling-Produktion auf die Beine. Aufgrund der heimischen und chinesischen Starbesetzung, des Weltklasse-Credits und nicht zuletzt aufgrund der günstigen Produktionsverhältnisse in China konstatiert Koschier bereits jetzt einen Schauwert von weit mehr als 100 Millionen Schilling. Von österreichischer Seite mit dabei sind Nina Proll und Susi Nicoletti, die die weibliche Hauptrolle, die aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen im Film nicht Gerti Wagner sondern Fanny Ebner heißt, in unterschiedlichen Altersabschnitten verkörpern. Weitere österreichische Darsteller sind unter anderem Julia Stemberger, Muriel Baumeister, Erwin Steinhauer, Kitty Speiser und Karl Merkatz. Die männliche Hauptrolle spielt der chinesische Filmstar Wang Zhiwen, der bereits in mehreren preisgekrönten chinesischen Produktionen zu sehen war, so zum Beispiel in "The Emperor And The Assassin" von Regisseur Chen Kaige.

Der Film erzählt, basierend auf einer wahren Begebenheit, die ungewöhnliche Geschichte der Wienerin Fanny Ebner, die den chinesischen Polizeioffizier Ma Yunlong, der in Wien ausgebildet wird, kennen und lieben lernt und ihn, als er Österreich wieder verlässt, in seine Heimat begleitet. Fanny heiratet ihre große Liebe und tauscht ihr behütetes Leben in Wien gegen ein hindernisreiches, beschwerliches, aber dennoch glückliches Leben in ihrer geistigen Heimat China ein. Sie erlebt ein fremdes Land mit großer Kultur und völlig fremden Sitten und Gebräuchen, den harten Alltag eines Bauernlebens, die Repression der politischen Machthaber und den wirtschaftlichen Aufschwung des größten Staates der Welt. Doch über all dem steht Fannys unerschütterliche Liebe zu ihrem Mann und ihrer Familie, an die sie immer geglaubt und alle Schwierigkeiten -politische und wirtschaftliche - mit einer positiven Einstellung zur Zukunft überwunden hat. Nach Österreich kehrt Fanny Ebner nie wieder zurück. Anders als im wirklichen Leben: Gertrude Wagner, das Vorbild zur Filmfigur Fanny Ebner, besuchte 1990 nach 56 Jahren Absenz zum ersten Mal ihre Heimat und lebt heute noch hochbetagt im Kreise ihrer Kinder und Enkelkinder in einem kleinen Dorf südlich von Shanghai.

Inszeniert wird "Am anderen Ende der Brücke", dessen englischer Arbeitstitel übrigens "The Smile Of Fanny" lautet, von Hu Mei, der einzig prominenten Regisseurin der "5th generation", welcher Weltklasseregisseure wie Zhang Yimou ("Shanghai Triade"), Chen Kaige ("The Emperor And The Assassin") oder Tian Zhuangzhuang ("The Blue Kite") entstammen. Zu Hu Meis bisherigen Arbeiten zählen unter anderem die Kinofilme "Army Nurse" und "Far From War" sowie "The Yongzheng Dynasty", die meistgesehene TV-Serie Chinas. Nennenswert ist auch Lu Yue, der bereits oscar-nominierte Kameramann der Produktion, der schon mit Starregisseur Zhang Yimou zusammenarbeitete und international mehrfach ausgezeichnet wurde. Den namhaften Cast bereichert auch Chinas Star-Ausstatter Cao Jiuping: Er stattete nicht nur zahlreiche international preisgekrönte Filmproduktionen aus, sondern auch die Oper "Turandot", die 1999 in der verbotenen Stadt Beijing aufgeführt wurde. Ihm zur Seite steht der österreichische Berufskollege Gerhard Janda. Die hohe Qualität des Credits setzt sich bei den weiteren Departments wie Ton, Maske, Schnitt und Kostüm fort - letzteres wird von der Österreicherin Barbara Langbein betreut.

Die Dreharbeiten zu "Am anderen Ende der Brücke" starteten am 30. August 2001 südlich von Shanghai im chinesischen Huangshang-Gebirge, in einem Dorf namens Yixeng, das, laut Produzent Josef Koschier, "von der Größenordnung her mit Bischofshofen verglichen werden könnte. Die Menschen hier sind sehr lieb und gastfreundlich, das gesamte Team wurde bestens aufgenommen. Und was man sich nicht vorstellen kann:
Sie sind uns ähnlicher als wir glauben. Englisch spricht man hier zwar nur minimal, aber wir bekommen letztendlich alles war wir brauchen" erzählt Koschier. "Die Vergabe von Drehgenehmigungen wird in China grundsätzlich viel strenger gehandhabt als bei uns und die Polizei ist auf jeden Fall immer involviert. Doch wir hatten bisher nie große Schwierigkeiten", so Koschier.

Gedreht wird der Film, der 2002 in den österreichischen und chinesischen Kinos anlaufen soll, in englischer Sprache, was mit dem internationalen Filmteam, das rund 80 Personen zählt, überhaupt kein Problem ist. Etwa um den 20. Oktober 2001 herum geht es dann nach Österreich, denn neben den Drehorten im Huangshang-Gebirge, in Hangzhou und Shanghai befinden sich wesentliche Schauplätze des Films in Wien und Salzburg.

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