- 07.09.2001, 11:59:07
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Grüne/Liesing: Bezirksklubobfrau Widder: Liesing als Mülldeponie!?=
Wien (Grüne) - "450.000 Tonnen Müll sollen in der neuen Wiener
Müllverbrennungsanlage jährlich entsorgt werden. Das heißt
Anlieferung von 1800 Tonnen Mist täglich, das sind stündlich mehr als
40 Fahrten der riesigen Müllfahrzeuge. Da es in Wien soviel Mist
nicht gibt, wird vermutlich von auswärts Mist angeliefert werden, um
die Müllverbrennungsanlage voll auszunutzen", so argumentiert die
Grüne Klubobfrau von Liesing, Helga Widder, gegen eine geplante
Müllverbrennungsanlage.
Gute Chancen, dieses Horrorszenario hautnah erleben zu dürfen, haben
die LiesingerInnen, genauer die InzersdorferInnen. Der Standort
Heizwerkstraße wird als "heißer Tipp" gehandelt. Die Menschen dort
haben bereits einiges auszuhalten. Neben den vielen LKW’s des
Großgrünmarktes, die Tag und Nacht anliefern, wird bereits das
Briefverteilerzentrum gebaut. Weiters ist ein monströses
Paketverteilerzentrum geplant, auch die B 301 wird dort verlaufen.
"Die Belastung für die Anrainer wird enorm. Aber offenbar ist das
nicht genug, denn unter Umständen kommt jetzt dort noch die neue
Monstermüllverbrennung", so Widder empört.
Kaum ein Wort gibt es von den zuständigen Stellen über
Müllvermeidung. Das Müllvolumen vergrößert sich zusehends, was unter
anderem auf die Einweggebinde der Getränkeindustrie zurückzuführen
ist. "Aber anstatt hier lenkend einzugreifen, ein Beispiel wäre ein
Pfand auf alle Flaschen und Dosen, baut man einfach um drei bis vier
Milliarden Schilling eine neue Müllverbrennungsanlage", ärgert sich
die Grüne Bezirksklubobfrau!
Bedenklich sind für Widder auch die Schadstoffe: üble Gerüche sowie
eine Mischung aus Dioxinen, Furanen und etliche andere Problemstoffe,
die sich über weite Teile Liesings ausbreiten werden. Auch in
Anbetracht des Großgrünmarktes ist eine solche Konzentration von
Schadstoffen abzulehnen.
"Simmering, das auch als möglicher Standort im Gespräch ist, leistet
bereits heftigen Widerstand. Kein Wort zu hören ist vom Liesinger
Bezirksvorsteher Manfred Wurm. Vermutlich wartet er, bis alles
entschieden ist, um dann sein Bedauern auszusprechen. Aber vielleicht
wird die Müllverbrennungsanlage hübsch bemalt, dann sind die Bürger
beruhigt und alles ist halb so schlimm", schließt die Grüne
Bezirksklubobfrau.
Rückfragehinweis: Pressereferat
Tel.: (01) 4000 - 81814
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