- 07.09.2001, 11:01:26
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Unter Beibehaltung der Pflichtversicherung: Pjeta für moderate Marktelemente im Kassensystem
Wien (OTS) - Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer
(ÖÄK), Dr.Otto Pjeta, warnt vor dem Hintergrund der laufenden
Auseinandersetzungen um die Konstituierung des Hauptverbandes vor
einem Stillstand im Gesundheitswesen und fordert nachhaltige Reformen
des österreichischen Krankenkassensystems. "Eine Weiterentwicklung
ist absolut notwendig, um den hohen sozialen und qualitativen
Standard der Gesundheitsversorgung sicherzustellen, sagte Pjeta
Freitag in einer Aussendung.
Der Ärztepräsident hält zwar nichts von einer Umstellung des
Systems von Pflichtversicherung auf Versicherungspflicht, spricht
sich aber für die moderate Einführung von Marktmechanismen aus. In
diesem Zusammenhang greift er den Vorschlag von
Gesundheitsstaatsekretär Reinhard Waneck auf, der jüngst die
Einführung des Geldleistungs-Systems nach dem Muster der gewerblichen
Sozialversicherung in die Diskussion eingebracht hat. Das bedeutet,
dass Ärzte bei Versicherten über einer gewissen Einkommensgrenze
medizinische Leistungen nicht mehr direkt mit der sozialen
Krankenversicherung verrechnen, sondern der Versicherte die Leistung
von der Krankenkasse refundiert erhält. Der Vorteil dieser
Vorgangsweise ist, dass Patientinnen und Patienten ihren Arzt frei
wählen können und nicht zu einem Vertragsarzt ihrer Versicherung
gehen müssen.
Pjeta: "Durch die Einführung dieses Modells kann man die
Vorteile der sozialen Absicherung mit jenen des freien Marktes
verbinden. Es müsste sich in diesem Fall das Leistungsangebot der
Versicherungen rascher an der Nachfrage orientieren, als dies jetzt
der Fall ist." Der Ärztepräsident kritisiert in diesem Zusammenhang
das fehlende Entwicklungspotenzial der Krankenkassen. Gegenwärtig
hinke das Leistungsangebot der sozialen Krankenversicherung immer
einige Schritte hinter dem Stand der modernen Medizin her. "Es ist
daher unbedingt erforderlich, Elemente in das Kassensystem
einzuziehen, die eine zügigere Anpassung des Leistungsangebotes an
die aktuelle Entwicklung bewirken", meinte Pjeta abschließend.
(Schluss)
Rückfragehinweis: Pressestelle der Österreichischen
Ärztekammer,
Tel.Nr. 01/512 44 86.
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