Faymann: Simmeringer Gemeindebau wurde zu Otto Mraz-Hof

Ehemaliger Simmeringer Bezirksvorsteher geehrt

Wien, (OTS) "Die Benennung der Städtischen Wohnhausanlagen erfolgt in Wien nach sehr strengen Kriterien. Es sind Staatsmänner, Widerstandskämpfer, Wegbereiter in Wissenschaft und Kunst und Kämpfer für mehr Gerechtigkeit, denen die Stadt Wien ihre Wertschätzung dadurch verdeutlicht, dass eine städtische Wohnhausanlage nach ihnen benannt wird. Denn Wohnen ist ein elementares Bedürfnis der Menschen und die 220.000 Wiener Gemeindewohnungen sind das Rückgrat des vielleicht wichtigsten Bereichs der sozialdemokratischen Politik in Wien: des sozialen Wohnbaus", erklärte Wohnbaustadtrat Werner Faymann Montag Abend bei der Benennung der Städtischen Wohnhausanlage Hugogasse 20 in Simmering in "Otto Mraz-Hof".

"Otto Mraz war ein leidenschaftlicher Kommunalpolitiker, der den Bewohnern von Simmering immer besonders nahe war und der sich stets für soziale Verbesserungen in allen Bereichen und mehr Rechte für die sozial Schwächsten eingesetzt hat. Er hat daher selbstverständlich auch den Gedanken des sozialen Wohnbaus hochgehalten", so Faymann weiter.

Leistbares Wohnen auf möglichst hohem Qualitätsniveau ist seit Jahrzehnten die Leitlinie der Wiener Wohnbaupolitik. Simmering spielt dabei eine bedeutende Rolle. Das vergangene Wochenende mit der Eröffnung eines der spektakulärsten Wohnbauprojekte der Welt, der Gasometer City mit mehr als 600 Wohnungen bestätigt das deutlich. Nicht nur das Medieninteresse im In- und Ausland war überwältigend, auch die Wienerinnen und Wiener haben dieses neue Wiener Wahrzeichen in Simmering im Sturm erobert.

Viele weitere Wohnhausprojekte in Simmering sind in Bau oder Planung. Vor allem entlang der U3 entsteht eine Reihe von Projekten, die den Wienerinnen und Wienern hohe Lebensqualität zu leistbaren Preisen bieten werden. Die U-Bahn als rasche und leistungsfähige Verbindung hat nicht nur den Bezirk näher an die anderen Stadtteile herangeführt, sondern auch umgekehrt die Wienerinnen und Wiener näher an den XI. Wiener Gemeindebezirk. In den kommenden Jahren wird Simmering dadurch zur neuen Heimat für Tausende Menschen.

Otto Mraz

Otto Mraz wurde am 27. Februar 1925 in Wien geboren. Nach seiner erfolgreich abgeschlossenen Lehre als Werkzeugmacher musste er 1943 als Soldat der Deutschen Wehrmacht einer Armee dienen, der er nie dienen wollte. 1944 geriet er in russische Gefangenschaft und erst im Herbst 1947 kam er mit dem 17. Heimkehrertransport nach Hause.

Er fand im Betrieb seiner Lehrzeit Arbeit (Julius Pinsch AG) und wurde 1955 von seinen Kolleginnen und Kollegen in den Arbeiterbetriebsrat gewählt. In der Folge engagierte er sich in verschiedenen Funktionen der Metallarbeiter-Gewerkschaft. Von 1977 bis 1980 war er Bezirkssekretär der SPÖ-Simmering, 1979 wurde er zum Bezirksvorsteher-Stellvertreter gewählt, ein Jahr später zum Bezirksvorsteher von Simmering.

9 Jahre lang gestaltete Otto Mraz seine Heimatbezirk maßgeblich mit. Die Simmeringerinnen und Simmeringer haben bei ihm immer ein offenes Ohr für ihre Anliegen gefunden. Er hat sich stets als Vertreter der sozial Schwächeren verstanden. Umso verständlicher, dass er sich auch nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Bezirksvorstehers im Jahr 1989 bis zu seinem Tod 1999 als Obmann des Simmeringer Pensionistenverbands sehr engagiert hat.

Für Otto Mraz war die Nähe zu den Menschen ein selbstverständliches Anliegen. Er war aber auch ein ortsverbundener Mensch. Deshalb kam er auch niemals auf die Idee, seine Gemeindewohnung in der Hugogasse aufzugeben. Er wohnte und lebte in dieser Wohnhausanlage jahrzehntelang bis zu seinem Tod.

Der nunmehrige Otto Mraz-Hof wurde 1964 bis 1966 erbaut. Er besteht aus fünf Stiegen mit 72 Wohnungen. Zwei Geschäftslokale, eine Arzt-Ordination und 15 PKW-Abstellplätze ergänzen diesen Gemeindebau. (Schluss) gmp

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