Utl.: Notare starten cyberDOC: Echtbetrieb für elektronische Urkundenarchivierung beginnt.

Wien (OTS) - Am 1. September ist es soweit: Nach einer zweijährigen, intensiven Entwicklungs- und Testphase wird das Gemeinschaftsprojekt der Österreichischen Notariatskammer und der Siemens Business Services gelebte Realität.

Am 27. August 2001 erfolgte die Abnahme von cyberDOC - dem elektronischen Urkundenarchiv des österreichischen Notariats durch einen beeideten Ziviltechniker für Informatik. Fazit: cyberDOC hat alle Anwender- und Sicherheitstests bestanden und erfüllt somit sämtliche Anforderungskriterien, die für die Archivierung rechtsgültiger Dokumente notwendig sind.

Zeitgleich wurde die Installation der erforderlichen Hard- und Software in allen 451 Notarensstellen Österreichs abgeschlossen. Im Vorfeld durchliefen alle Notare und deren Mitarbeiter intensive Schulungen, die in 19 Städten Österreichs abgehalten wurden.

Ab September kann mit dem Einscannen und der Erfassung sämtlicher Urkunden, die von Notaren ab 1. Jänner 2000 erstellt wurden, begonnen werden. Notariatskammer-Präsident Dr. Georg Weißmann: "Damit ist unser Berufsstand für zahlreiche E-Government Lösungen bereit." Allerdings, so Weißmann, fehle es vonseiten der Regierung vielerorts noch an der Definition der Schnittstellen und der Installation notwendiger Applikationen, löbliche Ausnahmen stellen lediglich Justiz und Finanz dar.

Ein konkretes Anwendungsbeispiel, das für Staat, Verwaltung und Bürger bereits in Kürze von Vorteil sein wird, stellt etwa die Selbstberechnung der Grunderwerbssteuer beim Kauf von Liegenschaften dar. Bis zu acht Instanzen mussten bislang mit papierenen Urkunden versorgt werden. Weißmann: "Das erforderte einen enormen Verwaltungsapparat und brachte auch die Archive an die Grenzen ihrer Kapazitäten."

Mittels Scanner, elektronischer Signatur und PIN-Code (und natürlich einer Software, die höchsten Sicherheitskriterien erfüllt) sind alle 451 Notare Österreichs in der Lage, Urkunden im elektronischen Urkundenarchiv des österreichischen Notariats, zu speichern und den befugten Stellen Einsicht zu gewähren. Als Vertrauenspersonen garantieren sie, dass die Authentizität der Dokumente, auf welchen der Staat mit E-Government aufsetzt, gesichert ist. "Dies füllt eine Lücke in den bisherigen Bestrebungen zur Etablierung von E-Government Anwendungen in Österreich", so der Notarenpräsident und weiter: "Mit cyberDOC haben wir einen wichtigen Schritt zur Verwaltungsvereinfachung in Österreich gesetzt. Jetzt geht es um die Nutzung von cyberDOC als Drehscheibe für das E-Government".

Über die konkreten Applikationen ist die Notariatskammer mit Justiz, Finanz, Landesregierungen und weiteren Partnern im Gespräch.

Mit cyberDOC haben die Notare eine große technische Herausforderung angenommen und zugleich eine europäische Vorreiterrolle zur Realisierung von E-Government übernommen.

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