• 29.08.2001, 12:19:07
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Witowetz-Müller: Kinder vor Alkoholmissbrauch schützen

90 Prozent der Kinder hatten bereits Kontakt mit Alkohol

Wien (SK) "Alkohol muss als Suchtmittel wahrgenommen werden, wir
müssen bereits Jugendliche zu einem bewussten, gemäßigten Umgang mit
Alkohol befähigen, denn die wichtigste Hilfe im Kampf gegen
Alkoholmissbrauch ist die Prävention", sagte die Vorsitzende der
Österreichischen Kinderfreunde, Waltraud Witowetz-Müller, Mittwoch
bei einer Pressekonferenz und der Präsentation einer Studie des
Österreichischen Instituts für Kinderrechte zum Thema "Kinder und
Alkohol", bei der hunderte Kinder im Alter von 8 bis 15 Jahren
untersucht wurden. Fast 90 Prozent der befragten Kinder hatten laut
Studie bereits persönlichen Kontakt mit Alkohol, bereits unter 7
Jahren probiert jedes 10. Kind Alkohol, 60 Prozent der Kinder wird
Alkohol von der eigenen Familie angeboten. ****

Es gehe keineswegs darum, an die Öffentlichkeit zu treten, um
Alkohol zu verteufeln. Die Botschaft dürfe nicht lauten, dass die
Jugendlichen den Kontakt mit Alkohol meiden sollten. Vielmehr wolle
man auf das Problem aufmerksam machen, um ein Umdenken in der
Gesellschaft zu erreichen. "Eine andere Einstellung zum
Alkoholkonsum, der als selbstverständlich gilt, ist notwendig. Die
Diskussion über die 0,5-Promille-Grenze hat gezeigt, wie schwierig
die Situation ist", so die Bundesvorsitzende.

Alkohol sei eine legale Droge, die zu einem immer größeren
Problem für Kinder und Jugendliche werde. Witowetz-Müller zählte die
Gründe dafür auf: Alkohol sei ein integraler Bestandteil, wenn
Erwachsene zusammenkämen und feiern. Die Alkoholwerbung gebe falsche
Signale und Alkohol sei frei verfügbar. Die Jugendschutzbestimmungen
zeigten, dass der Gesetzgeber kein Problembewusstsein habe, denn es
gebe verschiedene Regelungen in den einzelnen Bundesländern. "Deshalb
fordern die Kinderfreunde, dass mit einem einheitlichen
Jugendschutzgesetz für die Eltern Klarheit geschaffen wird."

Bei den Eltern liege viel Verantwortung, denn diese müssten
ihre Kinder mit Lebenskompetenzen ausstatten, so dass die Kinder dem
Gruppendruck bzw. Suchmitteln allgemein Widerstand leisten. Eltern
müssten ihren Kindern viel Selbstvertrauen und ein hohes
Selbstwertgefühl vermitteln. Gerade wenn Eltern selbst Kontakt mit
Gewalt in ihrer Erziehung hatten, müsste man ihnen bewusst machen,
wie wichtig es sei, ihren Kindern Gefühle wie Geborgenheit, Toleranz
und Akzeptanz zu geben. Nur so könne man verhindern, dass Kinder
Probleme verdrängen, indem sie beispielsweise zur Flasche greifen.

Was neben dem genauen Hinsehen auf das Alkoholproblem der
Jugendlichen wichtig sei, seien die Möglichkeiten für Jugendliche im
ländlichen Raum, Treffpunkte zu haben, die außerhalb von Wirtshäusern
lägen. "Deshalb fordern wir vermehrt Begegnungsstätten für die Jugend
am Land", schloss Witowetz-Müller. (Schluss) ts

Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ

Tel.: (01) 53427-275
http://www.spoe.at

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