• 23.08.2001, 08:46:00
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VP-Pfeiffer zur Wiener Drogenpolitik: Grüne Vorwürfe Drogenpolitik sind haltlos - Wiener Suchtgiftarbeit ist in vielen Bereichen vorbildlich=

ÖVP-Klub (Wien) "Eigentlich ist es ja lästig immer wieder auf die
gleichen Vorhalte der Wiener Grünen im Bezug auf Drogen- und
Suchtgiftfragen zu antworten. Die nun schon seit über zehn Jahren von
GR Jerusalem gebetsmühlenhaft vorgebrachten Behauptungen sind in fast
allen Bereichen haltlos. Die Wiener Drogenpolitik kann sich in weiten
Bereichen wirklich sehen lassen" so der Wiener VP-Gemeinderat und
Drogensprecher Gerhard PFEIFFER. "Dennoch kann man die vielen
falschen oder das Bild verzerrenden Behauptungen nicht einfach im
Raum stehen lassen, obwohl ich sowieso nur mehr bei jedem dritten
Gebetsmühlendurchgang reagiere".****

Wiewohl Wien im Kreuzungspunkt zweier "Connections", der Balkan und
Russlanddrogenpfade, liege habe man prozentuell zu anderen
Großstädten einen geringen Anteil an Suchtgiftkranken harter
Suchtgifte wie beispielsweise Opium- und Kokainderivate und
insbesondere Heroin. "Von geschätzten 6000 Personen dieser Gruppe
sind 3300 in Substitutionsbehandlung, also weitgehend resozialisiert
und können oftmals ein völlig unauffälliges integriertes Leben
führen. Das ist nahezu Weltbestleistung."

Bei Suchtgiftabhängigen wird im Wien im Durchschnitt pro Jahr eine
Neuerkrankung an Aids von nur 10 Fällen gemeldet. "Bei Aids besteht
Meldepflicht und vorgeschriebene Spitalsbehandlung. Auch damit nimmt
Wien einen Spitzenplatz unter den Großstädten Europas ein", so
PFEIFFER weiter. Bedingt durch ein ganzes Netz von Einrichtungen
unter dem Dach des "Fonds soziales Wien" sowie Maßnahmen die im
niederschwelligen Bereich ( z.B. werden pro Tag ca. 3000 Spritzen
getauscht oder Streetwork) bis hin zu hochwertiger Betreuung durch
vielerlei Einrichtungen ( Ganslwirt, Dialog, Grüner Kreis, Anton
Proksch Institut, Psychosozialer Dienst, Abteilungen im
Krankenanstaltenverbund, Kolping u.v.a.mehr) und niedergelassen
Ärzten. "Von einer Überlassung in die "Verelendung" wie sich Frau
Jerusalem ausdrückt überhaupt keine Rede", stellte der
VP-Drogensprecher klar.

PFEIFFER bezeichnet es als wirklich schlechte Politik so mit
Emotionen zu spielen. Jerusalem solle sich einmal, als negatives
Beispiel, die Situation in Zürich ansehen. Nach einem jahrelangem Hin
und Her in der Suchtgiftpolitik gibt es dort aktuell 20.000
Suchtgiftabhängige, davon leben tatsächlich über 3000 in tiefster
Verelendung, sind haft- und arbeitsunfähig, obdachlos oder aidskrank.
In Wien gibt es ca. 100 solcher Personen, zu denen der Zutritt auch
überaus schwer ist. Da waren Verzweiflungsmaßnahmen wie der sehr
umstrittene Heroinabgabeversuch an ca. 1.000 Patienten, die sich
dreimal am Tag ihre Dosis abholen und vor den Augen der Arztes
spritzen müssen und daher logischerweise nur zu 10% überhaupt in das
Arbeitsleben eingegliedert sein können, schon verständlich. Lösung
sei dies aber nachweislich keine gewesen. Damit wurden und werden nur
"Suchtgiftrentner" geschaffen, denen zusätzlich auch die gesamten
Lebenshaltung finanziert werden muß, weil sie sonst wiederum in die
Kriminalität abgleiten.

Da seien auch öffentliche Spritzenräume eine Verzweiflungslösung,
denn wenn eine Stadt einmal zu solchen Mitteln greifen müsse, nämlich
gesetzwidrige Handlungen zu finanzieren, dann habe man sich vom
Rechtsstaat schon längst verabschiedet. Daß im wahrhaft marxistischer
Dialektik solche Einrichtungen, in denen sich die jungen Menschen das
Gift in die Venen jagen, von den Grünen "Gesundheitsräume" genannt
werden ist bezeichnend.

Die Kritik an den Entzugs- und Entwöhnungsprogrammen bezeichnete
PFEIFFER als "einen Kalauer ältesten Kalibers". "Es gibt 40
Entzugsbetten die zur Routine herangezogen werden. Darüber hinaus
gibt es im Bedarfsfall viele weitere Einrichtungen, wie z.B. die
allg. Psychatrieabteilungen und darüber hinaus kann der körperliche
Entzug, der ja maximal 14 Tage dauert in allen internen Abteilungen
der Wiener Spitäler erfolgen. Da weiß die Frau Jerusalem
offensichtlich nicht was sie spricht." Wahr sei aber, daß ein Entzug
ordentlich vorberaten, motiviert, praktisch durchgeführt und sinnvoll
nachbetreut werden muß. Soll sich ein Erfolg einstellen, dann muß der
Suchtgiftkranke eine entsprechende Betreuung, die über den reinen
körperlichen Entzug hinaus geht erhalten. Auch hier beteuert der
Drogenbeauftragte der Stadt Wien, Dr. David, daß immer freie Plätze
in den verschiedenen Einrichtungen zur Verfügung stehen.

Die Bemühungen Wiens im Kampf gegen Drogen und Drogenmißbrauch
dokumentieren sich, so PFEIFFER, in der hohen Summe, die die Stadt
für diesen Kampf bereitstelle. "250 Millionen Schilling im Jahr
werden für diesen Kampf verwendet", so PFEIFFER. "Es wäre sinnvoll
wenn alle Fraktionen in dieser Frage an einem Strang ziehen, denn
durch unwahre Behauptungen, die Verwendung falscher Größenordnungen,
der Schaffung von Fixerräumen und Heroinverschreibung wird sicher
nichts besser werden." Abschließend zeigte sich der VP-Drogensprecher
auch enttäuscht über die Aussagen von SP-Gemeinderätin Malyar: "Die
SPÖ kann offenbar auch hier nicht der Versuchung widerstehen, dieses
ernste Problem für reine Polemik gegen die Arbeit der Bundesregierung
zu benutzen."

Rückfragehinweis: ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien

Daniel KOSAK (Pressesprecher)
Tel.: (01) 4000 / 81 915
Fax: (01) 4000 / 99 819 15
E-mail: [email protected]
http://www.oevp-wien.at

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