Sofiensäle durch Brand vernichtet

Wien, (OTS) Die historischen Sofiensäle im 3. Bezirk, in der Marxergasse, wurden am Donnerstag Nachmittag durch einen Großbrand vernichtet. Die Feuerwehr wurde kurz vor 13 Uhr verständigt. Beim Eintreffen an der Einsatzstelle waren von außen keine Anzeichen eines Dachbrandes festzustellen. Mitarbeiter der Feuerwehr entdeckten beim Flachdach einen leichten Rauchaustritt. Der Brandherd konnte im Innenangriff nicht lokalisiert werden. Auf Grund der zunehmenden Verrauchung wurde Alarmstufe 2 ausgelöst.

Das Feuer dürfte bei Flämmarbeiten auf dem Dach ausgebrochen sein. Die Feuerwehr löschte unter schwierigen Bedingungen. Es wurde Alarmstufe 4 ausgerufen. Die Feuerwehr war mit 40 Einsatzfahrzeugen vor Ort. Gelöscht wurde mit Wasserwerfern von Drehleitern aus.

Nach rund einer Stunde stürzte der hölzerne Dachstuhl ein, der denkmalgeschützte große Saal begann zu brennen. Die Feuerwehrleute mussten sich aus dem Inneren zurückziehen und konnten nur noch von außen die Flammen bekämpfen.

Die Löscharbeiten dauerten die ganze Nacht an, noch am Freitag waren einzelne Glutnester vorhanden. Diese können noch bis zu zwei Tage glimmen, vermutet die Wiener Feuerwehr.

Während der Löscharbeiten mussten wegen der starken Rauchentwicklung die Häuser in drei angrenzenden Straßenzügen, in der Seidlgasse, in der Blattgasse und in der Kegelgasse, evakuiert werden. Die Wiener Linien stellten Autobusse als Notunterkünfte zur Verfügung. Die Rettung war mit zwölf Einsatzfahrzeugen vor Ort. Bei den Löscharbeiten erlitten vier Feuerwehrmänner leichte Verletzungen.

Am Freitag in der früh zeigte sich ein trauriges Bild. Von der Hausseite in der Blattgasse stand nur mehr die Außenwand. Die Bausubstanz ist schwer beschädigt. Ob das restliche Gebäude abgerissen werden muss, steht noch nicht fest.

Die Sofiensäle wurden 1846/47 durch die Architekten van der Nüll und Sicard v. Sicardsburg erbaut. Der Mittelsaal, Größe 18x46 Meter, wurde als Schwimmhalle eingerichtet und später zu einem Mehrzwecksaal umgestaltet. Der Saal war damals das größte öffentliche Lokal von Wien. In den Wintermonaten wurden Konzerte, Bälle und Versammlungen abgehalten. Der Eröffnungsball wurde am 12. Jänner 1848 von Johann Strauß Vater dirigiert. 1899 wurde die Front zur Marxergasse von Dehm & Olbricht im secessionistischen Stil umgebaut.**** (Schluss) fk/vo

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