"Kleine Zeitung" Kommentar: "Ohne Bühne" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 16.8.2001

Graz (OTS) - Der Morgen graute bereits, als die Abschiebung erfolgte. Abgeschirmt vor den neugierigen Augen der Kameras wurden 13 Mitglieder der VolxTheaterKarawane von Carabinieri an die Brenner-Grenze eskortiert. Die drei Nachzügler, die noch im italienischen Gefängnis sitzen, sollen bald folgen.

Damit hat das Drama um die Demonstranten, die nach den Krawallen in Genua unter noch nicht geklärten Umständen festgenommen wurden, ihr vorläufiges Ende.

Freigelassen, aber nicht freigesprochen. Ob die italienische Justiz die Anklage fallen lässt oder doch einen Prozess anstrebt, ist offen, aber nahezu nebensächlich. Die rauchende Pistole, die einen dringenden Tatverdacht beweisen hätte sollen, wurde von den Staatsanwälten offensichtlich nicht gefunden.

In Österreich stehen sie ohnehin als Unschuldige da. Eine unprofessionelle Bemerkung der Diplomatin Benita Ferrero-Waldner genügte, um die linken Gaukler zu Märtyrern der reaktionären und faschistischen Rechtsregierungen in Österreich und Italien zu machen.

Das sorgfältig polierte Image der Außenministerin hat seither einen hässlichen Kratzer. Jetzt liegt es am Innenminister, der Karawane keine Bühne für neue Auftritte zu verschaffen. ****

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