Arge-ÄrztInnen im ÖGB warnen vor Versicherungspflicht

Privatversicherer wollen am Beitragskuchen mitnaschen

Wien (ÖGB). "Die Regierung will mit dem Umstieg von der Pflichtversicherung zur Versicherungspflicht die Privatversicherer am Beitragskuchen mitnaschen lassen", kritisiert die Sprecherin der Arge-Ärztinnen im ÖGB, Dr. Sabine Oberhauser, die offensichtlich schon fertigen Pläne von Sozialminister Haupt, eine angeblich "freie Wahl der Krankenkasse" einzuführen.++++

"Nicht nur der Sozialminister hat bereits ein fertiges Konzept in der Schublade, auch die Privatversicherer haben die ersten Gewinnberechnungen bereits angestellt. Sie scharren bereits in den Startlöchern, um einen Teil des rund 358 Milliarden Schilling schweren Beitragskuchens: dieser verspricht fette Gewinne, würde aber das österreichische Gesundheitswesen in die Katastrophe treiben", kritisiert die ÄrztInnenvertreterin. Oberhauser verweist darauf, dass selbst der Gesundheitssprecher der ÖVP vor den Plänen des freiheitlichen Sozialministers warnt.

Für die Sprecherin der Arge-Ärzte sind die Pläne Haupts nichts anderes als eine weitere Entsolidarisierungsaktion und vor allem gegen die sozial Schwachen gerichtet. Oberhauser: "Die internationalen Erfahrungen haben überall gezeigt, dass mit der Einführung der Versicherungspflicht das soziale Netzt zu reißen beginnt, die medizinische Versorgung verschlechtert wird und sich viele Menschen das Kranksein einfach nicht mehr leisten können."

Die Arge-ÄrztInnen-Vertreterin warnt auch davor, in der Versicherungspflicht "die Lösung zur Finanzierung der Krankenkassen zu sehen." Oberhauser: "Privatversicherer werden sich die Rosinen herauspicken, nur junge und gesunde Menschen versichern und alle, die krank oder gesundheitsgefährdet sind, werden entweder erhöhte Prämien zahlen müssen oder in eine Art Armenversicherung abgeschoben werden."(ff)

ÖGB, 7. August 2001 Nr. 662

Rückfragen & Kontakt:

Franz Fischill
Telefon: (01) 534 44/510 oder 0699/1942 08 74
Fax: (01) 533 52 93ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB