- 02.08.2001, 15:08:12
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Hotellerie: Anhaltendes Hoch im Sommertourismus
Melcher: Trend zu Qualitätstourismus hält an
Wien(PWK551) "Nach einer aus Sicht der Hotellerie hervorragend
verlaufenen Wintersaison scheint sich der positive Trend auch im
Sommer fortzusetzen", zeigte sich Hans Melcher, Vorsteher des
Fachverbandes Hotellerie, am Donnerstag in der Wirtschaftskammer
Österreich erfreut. Nach den soliden Vorsaisonmonaten Mai und Juni
spricht Melcher von einem guten Juli und erwartet sich aufgrund der
Buchungssituation einen starken August. Die Trends der letzten Jahre
bestätigen sich auch heuer: Das Verhältnis Ausländer zu Inländer ist
mit 3:1 stabil. Der deutsche Markt dominiert mit 47 Prozent der
Gesamtnächtigungen. Auch der Trend zum Qualitätstourismus hält weiter
an.
In den östlichen Bundesländern Wien, Niederösterreich und Steiermark
rechnet man für die Hochsaison-Monate mit etwa gleichbleibenden
Nächtigungen gegenüber dem Vorjahr, wobei in einigen Regionen der
Juli etwas schwächer scheint und im August mit einem größeren Plus
gerechnet wird. Das Burgenland ist touristisch weiterhin auf der
Überholspur, mit Zuwächsen, die vor allem auf das breite
Tourismusangebot (Sonne, Kultur, Wellness) zurückzuführen sind. Die
alpinen Bundesländer Salzburg und Tirol melden eine moderate
Steigerung im Saisonverlauf. So verzeichnet Salzburg etwa ein Plus
von 0,5 Prozent bei den Nächtigungen. Tirol meldet +/-0. Ähnlich
zeigt sich die Situation in Vorarlberg, wo vor allem Kulturfestivals
in der Bodensee/Rheintalregion aber auch im Bregenzerwald gute
Ergebnisse bringen. Erfreuliche, wenn auch wetterabhängige Prognosen
gibt es auch für die Herbstmonate September/Oktober.
Der weiterhin wachsende touristische Arbeitsmarkt mit ständig
steigenden Beschäftigtenzahlen widerspiegelt die positive Entwicklung
im Tourismus. Obwohl bereits im Jahr 2000 zum Saisonhöhepunkt mit
mehr als 168.200 der höchste Mitarbeiterstand seit Jahrzehnten im
Gastgewerbe gemessen wurde, lassen die guten Aussichten für den
Sommertourismus für 2001 eine weitere Steigerung und somit einen
neuen Rekordwert erwarten. Schon in der ersten Hälfte des Jahres 2001
lag der Beschäftigungsstand mit mehr als 151.000 Mitarbeitern im
Schnitt um 2.166 pro Monat höher als im Vorjahr und um mehr als 4.300
höher als im Jahr 1999.
Getrübt wird die gute Stimmung in der Hotellerie durch die oft
vergebliche Suche nach Mitarbeitern, vor allem zu den
Hochsaisonzeiten. Bis zum Jahr 2005 fehlen in der Gastronomie und
Hotellerie laut der im April 2001 präsentierten WIFO-Studie:
"Knappheit an Arbeitskräften" (Ewald Walterskirchen, Gudrun Biffl),
10.000 bis 12.000 Fachkräfte. Die demografische Entwicklung -
sinkende Geburtenrate gegenüber steigender Lebenserwartung - schlägt
sich immer mehr auf den Arbeitsmarkt nieder. Die herrschende
Vollbeschäftigung am Gesamtarbeitsmarkt verstärkt den
Arbeitskräftemangel im Tourismus dramatisch. Der touristische
Arbeitsmarkt, so Melcher, droht auszutrocknen. "Hält diese
Entwicklung an, werden viele Betriebe bald nicht mehr genügend
Mitarbeiter haben, um ihre Dienstleistungen aufrecht zu erhalten.
Gerade diese machen aber das für die österreichische Hotellerie
charakteristische Qualitätsangebot aus, mit dem wir uns im
internationalen Wettbewerb durchsetzen", warnt der Vorsteher. Aus
diesem Grund seien zusätzliche ausländische Mitarbeiter und somit die
Erhöhung der Saisonkontigente dringend notwendig und es ist, erklärt
Melcher "erfreulich, dass Bundesminister Bartenstein die Problematik
erkennt und für den Sommer 2001 mit insgesamt 6.190
Saisonarbeitsplätzen ein weitaus größeres Kontingent (+ 3.200
gegenüber 2000) als in den Jahren davor bewilligt hat."
Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen sank im ersten Halbjahr
gegenüber dem Vorjahr um 2.142 . Die der Arbeitslosen ist mit
durchschnittlich 29.000 trotz steigender Gesamtbeschäftigung nahezu
gleich geblieben (+ 90). Trotz dieser positiven Entwicklung im
Gastgewerbe sind noch immer relativ viele Arbeitslose in der Branche
gemeldet. Ein Grund dafür ist der hohe Arbeitslosenanteil im
östlichen Bundesgebiet, der einer Konzentration von offenen Stellen
in den westlichen Regionen gegenübersteht. Außerdem kommen bei weitem
nicht alle Arbeitslose, die dem Gastgewerbe zugerechnet werden, auch
aus diesem Wirtschaftsbereich.
Für eine sehr gute Lösung hält Melcher das Saisonverlängerungsmodell.
"Wir Sozialpartner konnten durch einen Zusatz-Kollektivvertrag eine
rechnerische Entlastung der Arbeitslosenkassen durch eine
Saisonverlängerung um zwei Wochen erreichen und damit die Bemühungen
der Bundesregierung unterstützen, im Zuge der Budgetkonsolidierung
die relativ hohen Entnahmen aus der Arbeitslosenversicherung durch
das Gastgewerbe zu reduzieren." Ursprünglich sah die Regierungslösung
eine imagemäßig nicht zu verkraftende Wartefrist und damit eine
Schlechterstellung von Saisonmitarbeitern beim Arbeitslosengeld vor.
Die erste Bilanz des Saisonverlängerungsmodells ist äußerst positiv
und hat schon in seiner Startphase zu finanziellen Erleichterungen in
der Arbeitslosenversicherung geführt. Die Monate Jänner bis April
brachten bereits eine rechnerische Einsparung von mehr als 100
Millionen Schilling in der Arbeitslosenkasse. (ebk)
Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich
Mag. Gregor Herzog
Fachverband Hotellerie
Tel.: (01) 50105-3554
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