Stiefsohn (KPÖ) zu Genua: Wird nun liquidiert, wer kritisiert

Wien, 20.07.01 (KPÖ-PD) - "In Göteborg hatte ein Polizist, wie die Bilder eines schwedischen Privat-TV-Senders gezeigt haben, einen flüchtenden Demonstranten gezielt in den Rücken geschossen. In Genua gibt es nun Tote zu beklagen. Kritik an der Globalisierung und am Kapitalismus wird nicht mehr geduldet", so Waltraud Stiefsohn, stellvertretende Vorsitzende der KPÖ, bezugnehmend auf die tragischen Ereignisse in Genua.

Stiefsohn zeigt sich bestürzt über die "Hinrichtung eines Demonstranten". Stiefsohn: "Es wird zwar stimmen, dass die Sicherheitskräfte völlig überfordert sind. Doch der Tod des Demonstranten geht ganz offensichtlich auf das Konto durch und durch faschistoider Polizeikräfte, die die Gelegenheit nutzten, um ihre Rambo-Fantasien auszuleben." Und bezugnehmend auf die letzten offiziellen Erklärungen der Behörden sagt Stiefsohn: "Nun handelt es sich also um polizeiliche Notwehr. Nun muss nur noch erläutert werden, wie es kommt, dass 2 polizeiliche Warnschüsse sich in den Kopf des Demonstranten verirrten. Und dann ist da noch der Reuters-Fotograf, der Augenzeuge war. Ich frage mich, ob und wie dieser aus dem Verkehr gezogen wird."

Stiefsohn zu den Hintergründen der Proteste: "Viele Globalisierungskritiker fordern "nur# die Etablierung demokratischer und sozialer globaler Mindeststandards - für viele Menschen wird dabei immer klarer, dass dies nur gegen die Interessen der Großkonzerne erreicht werden kann. Denn Faktum ist, dass die derzeitige Globalisierung die schonungslose Ausbeutung von Menschen und natürlichen Ressourcen verstärkt. Und Faktum ist, dass weltweit tagtäglich zehntausende Menschen der Profitgier geopfert werden -damit einige wenige Multimilliardäre noch reicher werden."

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