Fahrschulen wehren sich gegen falsche Vorwürfe

Henke: "ÖGB, SPÖ und AK verbreiten permanent Falschmeldungen -Sachliche Argumente des Fachverbandes bisher ignoriert"

Wien(PWK517) Seit Jahren sehen sich die österreichischen Fahrschulen ihrer Meinung nach ungerechtfertigten Angriffen des ÖGB, der SPÖ und der AK ausgesetzt. Diese arteten mitunter in regelrechte "Hetzkampagnen" gegen eine ganze Branche aus. Trotz zahlreicher einschlägiger Gespräche sei es bisher zu keiner Verständigung gekommen. Bedauerlicherweise würden immer wieder die selben falschen Vorwürfe erhoben.

"Einmal werden wir beschuldigt, überall gleiche Preise für die Führerscheinausbildung zu verlangen. Im gleichen Atemzug beklagen sich unsere Kritiker darüber, dass es so hohe Preisunterschiede gäbe - da bekommt man das Gefühl, es gehe hauptsächlich darum, bei den Jungwählern politisches Kleingeld zu machen", sagte der Vorsteher des Fachverbandes der Fahrschulen, Ing. Peter Henke, Dienstag vor der Presse.

Auch der Vorwurf, die Fahrschulen unterlägen einem Gebietsschutz, der einen fairen Wettbewerb verhindere, sei schlicht und einfach falsch", unterstrich Henke. "Es gibt keinen Gebietsschutz!" Jeder Fahrschüler kann sich österreichweit seine Fahrschule aussuchen. Die behördliche Prüfung kann innerhalb des gesamten Bundeslandes, in dem der Kandidat seinen Hauptwohnsitz hat, abgelegt werden. Liegt die Arbeits- oder Ausbildungsstätte des Kandidaten in einem anderen Bundesland, so kann er auf Antrag die Fahrprüfung auch in diesem Bundesland ablegen.

Auch der Vorwurf, die Fahrschulen seien grundsätzlich zu teuer, gehe ins Leere. Eine profunde Ausbildung gebe es nicht zum Diskontpreise.

Da die österreichischen Fahrschulen keine staatlichen Subventionen erhalten, sind sie gezwungen, kostendeckend zu kalkulieren. Auch der Wettbewerb innerhalb der Branche werde immer schärfer: Gab es vor zehn Jahren 289 Fahrschulen, so sind es derzeit 350, also eine Steigerung um 25 Prozent. Zusätzlich verschärft werde die Konkurrenz durch die sinkenden Geburtenzahlen.

Ein Preisvergleich der AK zeige, dass zwischen der billigsten und der teuersten Fahrausbildung für die Klassen A und B in den heimischen Fahrschulen lediglich ein Preisunterschied von ca 30 % besteht. In anderen Branchen seien Preisunterschiede bis 300 % nicht unüblich, erklärte Henke.

Die Reduktion der Ausbildungskosten auf einheitlich EUR 1.000,- (ATS 13.760,-) sei vollkommen unrealistisch. Die gesetzlich vorgeschriebene Ausbildung könnte in diesem Fall nicht eingehalten werden. In allen anderen EU-Ländern werden die Anforderungen an die Fahrausbildung erhöht. So fordern auch andere Organisationen, wie etwa das Kuratorium für Verkehrssicherheit und die Autofahrerclubs, für Österreich eine Ausweitung der Führerscheinausbildung, etwa in Form einer Mehrphasenausbildung.

Wie die Pressesprecherin der österreichischen Fahrschulen, Irene Rothbauer, ausführte, haben sich die Fahrschulen als eine der wenigen Branchen selbst ein Tarifblatt verordnet. Dieses Tarifblatt gilt seit 1.1.2000, garantiert eine vollständige Kostentransparenz und muss in jeder Fahrschule gut sichtbar angebracht sein. Da sich jeder Fahrschüler seine Fahrschule in ganz Österreich frei aussuchen kann, sei es daher sinnvoll, kritische Preisvergleiche anzustellen.

Fälschlich werde immer wieder behauptet, dass die Fahrausbildung in Deutschland und in der Schweiz weniger koste als in Österreich. Wie hingegen eine Schweizer Studie aus dem Jahr 2000 belegt, kostet die Ausbildung in Österreich durchschnittlich 18.000,- in Deutschland 21.000,- und in der Schweiz 28.000,- Schilling, stellte Henke abschließend fest. (hp)

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