- 16.07.2001, 10:21:13
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Klimaschutz als Konjunkturmotor
WWF rechnet mit wirtschaftlichen Nachteilen für die USA durch Abkehr vom Klimaschutz
Wien/Bonn (OTS) - Der Abschied des US Präsidenten George W. Bush
vom Klimaschutz könnte für die amerikanische Wirtschaft teuer werden.
Zu diesem Ergebnis kommen zwei neue Studien des WWF. Wenn sich die
USA aus den internationalen Klimaschutzbemühungen ausklinken, hätte
dies Einbrüche beim Bruttoinlandsprodukt von 0,6 Prozent oder rund 45
Milliarden Dollar zur Folge. Die EU und Japan könnten hingegen mit
erheblichen Wettbewerbsvorteilen rechnen, heißt es in der Studie. Die
Wissenschaftler rechnen damit, dass eine zügige Umsetzung des
Kyoto-Protokolls in Japan für eine Ankurbelung der Konjunktur und ein
Wachstum des Bruttoinlandsproduktes um etwa 0,9 Prozent sorgen könne.
Das entspricht einem jährlichen Zuwachs von rund 47 Milliarden
Dollar.
Die EU würde ebenfalls zu den Gewinnern zählen. Eine frühzeitige
effiziente Klimapolitik würde zu erheblichen Kostenersparnissen
führen. Der Report rechnet vor, dass die EU mehr als 85 Prozent ihrer
Klimaschutzziele ohne zusätzliche Kosten erreichen könne. Lediglich
die letzten zehn bis 15 Prozent könnten zu minimalen Einbußen von
0,06 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt führen. Gleichzeitig würde die
EU aber die Wettbewerbsbedingungen für viele Wirtschaftszweige z.B.
im Bereich der Energieeffizienz und anderer innovativer Technologien
entscheidend verbessern. Da Klimaschutz zu zusätzlichen positiven
Nebeneffekten, etwa auf dem Gebiet der Luftreinhaltung, führe, sei
eine Verringerung des europäischen Kohlendioxidausstoßes um acht
Prozent quasi zum Nulltarif zu haben.
Vor diesem Hintergrund sei es unverständlich, warum Japan immer
noch zögere. Im Grunde müsse Japan schon allein aus wirtschaftlichem
Interesse das Protokoll ratifizieren und umsetzen. Der WWF fordert
die verantwortlichen Regierungschefs auf, beim Klimagipfel, der am
Donnerstag in Bonn eröffnet wird, endlich Führungsstärke zu zeigen.
"Die Fakten liegen auf dem Tisch. Es gibt keine Entschuldigung für
weitere Verzögerungen. Das Kyoto-Protokoll muss endlich unter Dach
und Fach gebracht werden", so Jennifer Morgan, Leiterin der
WWF-Klimakampagne.
Die WWF-Studien: "Kyoto Without the U.S.: Costs and Benefits of
Ratifying the Kyoto Protocol" ECOFYS Energy and Environment, The
Netherland. Juli 2001 und "Will Ratification of the Kyoto Protocol
Result in Economic Loss?" Shonn Environmental Research Force, Shonan
Econometrics Inc.. July 2001 stehen zum download auf www.panda.org.
Rückfragehinweis:
Corinna Milborn, Pressestelle
WWF Österreich, Tel. 0676/6115850
Jörn Ehlers, Pressestelle
WWF Deutschland, Tel.: 0171 544 01 44
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