• 27.06.2001, 12:28:56
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Kinderfreunde: Wo bleiben die Kinder und die Mütter?

Wien (SK) "Immer mehr verunsicherte Eltern, Paare in Familienplanung
und Alleinerzieherinnen wenden sich an uns, da die
Falschinformationen, die Eltern erreichen, große Verwirrung stiften",
beklagt Sonja Brauner, Familienpolitische Referentin der
Österreichischen Kinderfreunde. ****

Eine der größten unter den Teppich gekehrten Tatsache ist, dass das
Kindergeld nur ein Mal pro Familie ausbezahlt wird. Das heißt, eine
Familie mit zwei Kindern oder Zwillingen, erhält pro Monat nicht
12.000, sondern nur 6.000 Schilling. Durch das Kinderbetreuungsgeld
wird das Karenzgeld als Einkommensersatz abgeschafft. "Wie
kurzsichtig, sich über die Butter zu freuen wenn einem vorher das
Brot weggenommen wurde", zeigt sich Brauner verärgert.

Wie viel hat das Kinderbetreuungsgeld mit Kinderbetreuung zu tun,
über wen hält Vater Staat da seine schützende Hand, fragen sich die
Kinderfreunde. Nicht über die Kinder und deren Mütter, wie man
annehmen sollte sondern über die Väter, "hier werden die Interessen
der Männer vertreten und nicht die der Kinder", stellt Brauner fest.

Durch die Zuverdienstgrenze und die Änderungen beim Kündigungsschutz
wird es Vätern erschwert, sich Zeit für ihre Kinder zu nehmen. Selbst
Vätern, die gerne in Karenz gehen würden, wird es in Zukunft fast
unmöglich gemacht, zeigen sich die Kinderfreunde verärgert. "Das Wort
Vaterkarenz wird in Zukunft mehr denn je nur ein Wort bleiben, und
wer die Hausarbeit, die Betreuung der Kinder und das
Haushaltsmanagement übernehmen muss, ist die Frau", beklagt Brauner.

"Der erfreuliche Trend einer Steigerung der Erwerbsquote von
Maturantinnen in den letzten Jahren wird sich durch die
Kindergeldregelung umkehren", zeigt sich Brauner besorgt. "Immer mehr
Maturantinnen werden verstärkt zu Hause bei den Kindern bleiben und
nicht in den Arbeitsprozess einsteigen.

Den Frauen werden genau jene Handschellen wieder angelegt, von denen
sie sich in den letzten Jahren versucht haben zu befreien. Die
Kinderfreunde fordern, dass das nicht auf Kosten von Kindern und
Müttern gehen darf! (Schluss) se/mp

Rückfragehinweis: Sonja Brauner, 5121298/20, E-Mail:
sonja.brauner@kinderfreunde.at

Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ

Tel.: (01) 53427-275
http://www.spoe.at

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