Positive ORF-Bilanz 2000

Der Kaufmännische Direktor des ORF, Dr. Alexander Wrabetz, präsentierte heute die Bilanz 2000 und informierte über die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens

Wien (OTS) - Auch das Geschäftsjahr 2000 hat der ORF positiv abgeschlossen. Bei steigendem Umsatz und stabilem EGT konnte die Kapitalstruktur durch grundlegende Reformen deutlich verbessert werden. Gestiegene Einnahmen bei Werbung, Programmentgelten und sonstigen Erträgen ermöglichten nicht nur eine Rekordinvestition in die heimische Filmwirtschaft, die 2000 erstmals mehr als eine Milliarde Schilling ausmachte, sondern auch zahlreiche Sonderprojekte und Programminnovationen. Dies sind die Eckpunkte des Rückblicks auf das Jahr 2000 aus der Sicht des ORF, den der Kaufmännische Direktor Dr. Alexander Wrabetz im Rahmen eines Pressegesprächs in Wien am Donnerstag, dem 21. Juni, zog. Tags zuvor war durch das ORF-Kuratorium die Bilanz 2000 einstimmig genehmigt worden.

Der Kaufmännische Direktor des ORF, Dr. Alexander Wrabetz:
"Hauptaufgabe des ORF war und ist, seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag bestmöglich zu erfüllen. Im Jahr 2000 haben die gute Werbekonjunktur, aber auch Programminnovationen und das verstärkte Engagement des ORF bei der GIS dazu beigetragen, dass wir wirtschaftlich wie auch programmlich ein sehr erfolgreiches Jahr absolvieren konnten. Wesentliche Investitionen sind in das Programm geflossen, tragen aber auch zur technologischen Zukunftssicherung des Unternehmens bei. Gleichzeitig behält der ORF seinen Spar- und Reformkurs bei: So hat im Jahr 2000 die Pensionsreform ihre volle Wirkung entfaltet und maßgeblich zu einer erheblichen Entlastung beim Personalaufwand beigetragen."

In Programm- und Innovationsoffensive investiert

Die Ertragssteigerungen des Jahres 2000 wurden in zahlreiche Vorhaben investiert. So wurden etwa die Berichterstattung von den Olympischen Sommerspielen in Sydney in einem vorher nie da gewesenen Umfang, die Ausstrahlung von "Bundesland heute" auch am Wochenende, der Relaunch von FM4, die Sportberichterstattung auf TW 1, das Redesign von ORF 1 und ORF 2 sowie Programminnovationen wie "Taxi Orange", "Ö3 Austria Top 40","Frisch gekocht ist halb gewonnen", "Expedition Robinson", "Trautmann" oder "schöner leben" finanziert. Darüber hinaus konnten die Gesamtinvestitionen in die österreichische Filmwirtschaft (aus Auftrags- und Koproduktionen sowie aus dem Titel Filmförderung) im Jahr 2000 auf 1.040 Mio. Schilling (75,6 Mio. Euro) erhöht werden. Diese Investitionen in das Programm führten zu einer Steigerung der Marktanteile vor allem in den jüngeren Zielgruppen und zu hervorragenden Imagewerten für den ORF. Der ORF erreichte im Jahr 2000 in den Haushalten, die über Kabel- und/oder Satellitenempfang verfügen, einen Marktanteil von 48,4 Prozent (1999: 48,1 Prozent). In einer Studie des Instituts Fessel-GfK, die im Zeitraum November 2000 bis Jänner 2001 erhoben wurde, gaben 85 Prozent der Befragten an, der ORF sei wichtig für Österreich. Insbesondere bei den jüngeren Sehern konnte der ORF sein Image deutlich verbessern.

Strukturen verbessert

Zahlreiche Maßnahmen zur langfristigen Strukturverbesserung wurden im Jahr 2000 realisiert. Der ORF hat seinen Anteil an der Gebühren Info Service GesmbH (GIS) um weitere 50 Prozentpunkte aufgestockt und besitzt nun 100 Prozent der GIS-Anteile. Der 49-Prozent-Anteil des ORF an der Highway 194 wurde an die Telekom Austria verkauft, der ORF hält nunmehr an der jet2web Internet GesmbH 2,5 Prozent. Neu geordnet wurde der ORF-Kundendienst, der seit dem Jahr 2000 in die ORF-Enterprise GmbH eingegliedert ist. Das Programmangebot auf TW 1 wurde um Trend- und Randsportarten erweitert. Im August 2000 startete ORF DIGITAL, das Satellitenangebot des ORF, das erstmals die lückenlose Versorgung des Bundesgebiets mit sämtlichen Programmen des ORF erlaubt. Bis Juni 2001 haben sich mehr als 70.000 Österreicher für das digitale ORF-Angebot entschieden. Schließlich hat sich mit 764 Mio. Schilling (55,5 Mio. Euro) auch die Investitionstätigkeit des ORF gegenüber 1999 (675 Mio. Schilling / 49,1 Mio. Euro) erhöht. Zu den großen Projekten gehörten unter anderem das Radio-NewsCenter im Wiener Funkhaus, das im Jahr 2000 den Betrieb aufnahm, sowie der Neubau des Fernseh-Newsrooms, der ebenfalls in diesem Jahr begonnen wurde.

Kennzahlen weiter verbessert

Eigenmittelanteil erhöht
Die Eigenmittel (Eigenkapital + unversteuerte Rücklagen) stiegen von 3.834 Mio. Schilling (278,6 Mio. Euro) im Jahr 1999 auf 3.934,7 Mio. Schilling (285,9 Mio. Euro). Der Eigenmittelanteil macht somit 32 Prozent (1999: 27 Prozent) der Bilanzsumme aus. Damit ist es dem ORF in den vergangenen Jahren gelungen, ein im Branchenvergleich akzeptables Niveau zu erreichen. Der ORF ist somit auch für einen massiveren temporären Rückgang des Wirtschaftswachstums und damit der Werbeeinnahmen gerüstet.

Umsatz gesteigert
Der Umsatz des ORF betrug im Jahr 2000 11.745 Mio. Schilling (853,5 Mio. Euro) gegenüber einem Jahresumsatz 1999 von 11.333 Mio. Schilling (823,6 Mio. Euro). Dies entspricht einer Steigerung um rund 3,6 Prozent bzw. 412 Mio. Schilling (29,9 Mio. Euro).

Anstieg bei den Programmentgelten ohne Gebührenerhöhung
Das Engagement des ORF bei der Gebühren Info Service GesmbH (GIS) fand seinen Niederschlag in einer höheren Zahl an Rundfunkteilnehmern. Mit Dezember 2000 entrichteten 2,396 Mio. Haushalte das Kombientgelt für Radio und TV, auf eine Erhöhung des Programmentgelts konnte ein weiteres Mal verzichtet werden. Die Einnahmen aus Programmentgelten haben sich 2000 dementsprechend auf 5.087 Mio. Schilling (369,7 Mio. Euro) erhöht, 1999 betrugen sie 5.062 Mio. Schilling (367,8 Mio. Euro). Der Anteil der Programmentgelte an den Umsatzerlösen machte somit 43,3 Prozent aus. Bis inklusive Mai 2001 konnte die Teilnehmeranzahl um weitere 28.000 auf 2,424 Mio. Haushalte gesteigert werden.

Rekord-Werbeumsätze
Dank der guten Werbekonjunktur, eines guten Verkaufserfolgs und einer Optimierung der Werbeblöcke (z. B. "Die Millionenshow") stiegen die Werbeumsätze gegenüber 1999 (4.758 Mio. Schilling / 345,8 Mio. Euro) deutlich auf 5.025 Mio. Schilling (365,2 Mio. Euro). Die Werbeumsätze trugen 42,8 Prozent zu den Umsatzerlösen bei.

Die Entwicklung der Werbeumsätze seit 1997:

Mio. Schilling Mio. Euro
1997: 4.360 316,8
1998: 4.387 318,8
1999: 4.758 345,8
2000: 5.025 365,2

Sonstige Erlöse deutlich gestiegen
Die sonstigen Erlöse stiegen im Jahr 2000 auf 1.633 Mio. Schilling (118,7 Mio. Euro) gegenüber 1.514 Mio. Schilling (110 Mio. Euro) im Jahr 1999. Dies entspricht im Jahr 2000 13,9 Prozent der Umsatzerlöse. Damit wurde die langfristige Strategie des ORF weiterverfolgt, Gebührenerhöhungen möglichst zu vermeiden und bei gesetzlich limitierten Werbeeinnahmen die sonstigen Erlöse zu steigern, um den Programmauftrag optimal zu erfüllen. Innerhalb der sonstigen Erlöse entfallen auf Sonderwerbeformen in TV und Radio 515 Mio. Schilling (37,4 Mio. Euro) gegenüber 425 Mio. Schilling (30,9 Mio. Euro) im Jahr 1999. Aus Programmverkäufen erlöste der ORF 496 Mio. Schilling (36 Mio. Euro), 1999 waren es 416 Mio. Schilling (30,3 Mio. Euro).

Personalaufwand gesenkt
Weiter gesenkt werden konnte der Personalaufwand: Die Anzahl der angestellten Dienstnehmer sank von 2.684 auf 2.641. Der Anteil des Personalaufwands am ordentlichen Aufwand konnte seit 1997 von 38 Prozent auf
29 Prozent reduziert werden. Auch unter Berücksichtigung der Honorare für Freie Mitarbeiter konnte der gesamte Personalaufwand (Angestellte und Freie Mitarbeiter) von 44,6 Prozent im Jahr 1999 auf 38,5 Prozent im Jahr 2000 gesenkt werden.

EGT und Jahresergebnis gestiegen
Mit 226,2 Mio. Schilling (16,4 Mio. Euro) ist das EGT gegenüber 1999 (223,3 Mio. Schilling / 16,2 Mio. Euro) geringfügig gestiegen. Das Jahresergebnis 2000 beträgt 42,1 Mio. Schilling (3,1 Mio. Euro) gegenüber
30,5 Mio. Schilling (2,2 Mio. Euro) 1999.

ORF 2000: Tochter- und Beteiligungsgesellschaften

ORF-Enterprise GmbH & Co KG
Eine 100-prozentige Auslastung von ORF 1, der Programm- und Werbeerfolg neuer Formate wie "Taxi Orange", "Expedition Robinson" und "Die Millionenshow" sowie herausragende Ergebnisse im Bereich Audio/Video waren für den Geschäftserfolg der ORF-Enterprise GmbH & Co KG im Jahr 2000 ausschlaggebend. Das Programm des ORF wird von der 1999 neu gestalteten und auch 2000 sehr erfolgreichen "ORF nachlese" begleitet. 703.000 Leser pro Ausgabe bedeuten eine durchschnittliche Reichweite von 10,5 Prozent im Jahr 2000. Sendungsbegleitend wurden von ORF-Enterprise Marketing im Geschäftsjahr 2000 ca. 130 Projekte abgewickelt. Besondere Aufmerksamkeit konnte der ORF mit Projekten wie die "Lange Nacht der Museen", "ORF-Schlagerparty", "One Drachenboot Cup" etc. auf sich ziehen. Marketingprojekte wurden durch ORF und Wirtschaftspartner mit entsprechender medialer Einbindung finanziert. In der Projektauswahl fand der Kernauftrag des ORF (Sport, Kultur) vermehrt Berücksichtigung.
Die ORF-Enterprise GmbH & Co KG erzielte im Jahr 2000 einen Umsatz von 439,5 Mio. Schilling (31,9 Mio. Euro), das EGT betrug 74,6 Mio. Schilling (5,4 Mio. Euro).

ORF-Enterprise GmbH
Im April 2000 übernahm die ORF-Enterprise GmbH die Besorgung des ORF-Kundendienstes, einer Serviceeinrichtung für das Publikum. Für die Abwicklung erhält die Enterprise GmbH vom ORF eine leistungsorientierte Vergütung. Die ORF-Enterprise GmbH wickelt seit August 2000 auch erfolgreich für den ORF das Subscriber-Management der ORF-DIGITAL-SAT-Karten (Smartcards) ab, von denen bis Juni 2001 mehr als 70.000 freigeschaltet wurden.

ORF ON / ORF-Teletext GmbH
ORF ON konnte im Jahr 2000 seine Marktführerschaft im Online-Bereich trotz verstärkten Wettbewerbs behaupten. ORF ON ist die bedeutendste Website Österreichs und konnte diese Stellung ausbauen. Der Austrian Internet Radar (AIR) weist für die Startseite von ORF ON im März 2001 1.354.000 Unique Visitors aus, was einer Reichweite von 51 Prozent bei den regelmäßigen Internet-Nutzern entspricht. Die Nettoreichweite des gesamten ORF-Internetangebots liegt laut AIR sogar bei 68 Prozent der Internet-Nutzer, also bei fast 1,8 Mio. Personen, die von ORF ON erreicht wurden. ORF ON Network, das mittlerweile 14 Themenkanäle umfasst, ist somit als Online-Medium das reichweitenstärkste Internet-Angebot in ganz Österreich, das allgemeine Marktwachstum konnte übertroffen werden. Die Online-Aktivitäten des ORF verlaufen somit bereits im dritten vollen Geschäftsjahr positiv, was national wie auch international eine Ausnahme darstellt. Der Umsatz der ORF-Teletext GmbH betrug im Jahr 2000 108,7 Mio. Schilling (7,9 Mio. Euro), das EGT machte 26,3 (1,9 Mio. Euro) aus.

Gebühren Info Service GesmbH (GIS)
Mit Wirkung vom 1. Jänner 2001 hat der ORF seine Beteiligung an der GIS von 50 auf 100 Prozent erhöht. Durch weitere Maßnahmen konnte im Dezember 2000 ein Stand von 2.396.000 Gebührenzahlern verzeichnet werden, im Mai 2001 zahlten bereits 2.424.000 Haushalte die Kombigebühr.

TW 1
Die Tagesreichweite von TW 1 wurde deutlich gesteigert. Darüber hinaus wurde im Mai 2000, teilweise als Probebetrieb für einen allfälligen Sportkanal, mit der Ausstrahlung von ORF-Sportsendungen auf TW 1 begonnen. Dabei wurde den sogenannten Randsportarten eine bei deren Fans besonders erfolgreiche Plattform geschaffen. Insbesondere Basketball-, Volleyball-, Eishockey- und Leichtathletik-Events wurden in ORF-Qualität teils live übertragen, zu den Highlights gehörten die Tennisturniere in St. Pölten, Wien und Kitzbühel, die zum Teil auf TW 1 ausgestrahlt wurden. Insgesamt waren im Jahr 2000 266 Stunden ORF SPORT im Programm von TW 1
zu sehen.

Highway 194 / jet2web Internet GesmbH
Im August 2000 verkaufte der ORF seine Anteile an der Highway 194, an der er 49 Prozent hielt, an die Telekom Austria und beteiligte sich mit
2,5 Prozent an der jet2web Internet GesmbH. Im Rahmen einer Breitband-Kooperation sind seit April 2001 täglich die Studiogespräche der "Zeit im Bild 2" und "ZiB 3" sowie die "Seitenblicke" und andere ORF-Sendungsinhalte im Internet abrufbar.

Adworx
Im März 2001 wurde durch Netway, ORF und Medicur-Holding die Adworx Internetservice GesmbH gegründet. Adworx bietet Consulting, Planung und Realisierung von Online-Werbung mit dem Schwerpunkt auf technische Abwicklung. Gesellschafter von Adworx sind der ORF und die Netway Communications AG, eine 100-Prozent-Tochtergesellschaft der UTA Telekom AG (je 47,5 Prozent), weitere fünf Prozent hält die Medicur-Holding GesmbH.

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 87 878 - DW 12228
http://programm.orf.at
http://kundendienst.orf.at

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