• 15.06.2001, 11:52:55
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Niederwieser verblüfft über völlige Missinterpretation der OECD-Bildungsdaten=

Ausgaben sind unterdurchschnittlich - lange Studienzeiten durch Bildungssystem

Wien( SK) "Verblüfft" zeigt sich SPÖ-Wissenschaftssprecher Erwin
Niederwieser über die völlige Missinterpretation des neu
veröffentlichten OECD-Berichts der Bildungsausgaben. "Zum einen sind
die Gesamtkosten für ein Studium so hoch, weil es in Österreich lange
Studienzeiten gibt und zum anderen wurden bei diesen Angaben die
Kosten für Forschung und klinischen Mehraufwand zu unrecht den
Studierenden angerechnet. Bereinigt man diese Berechnungen, dann
zeigt sich, dass wir in Österreich für die Studierenden im Vergleich
zu vielen Industriestaaten nicht mehr, sondern weniger ausgeben",
stellt Niederwieser am Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst fest.
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Dass es in Österreich vergleichsweise die längste Studiendauer gibt,
sei evident. Die Gründe dafür seien vielfältig und lägen an der
Besonderheit unseres höheren Bildungswesens, so Niederwieser. "Wir
haben ein ausgebautes System von Berufsbildenden Höheren Schulen,
deren Abschluss dem ersten Studienabschnitt in anderen Ländern
gleichzusetzen ist, wie Verträge zwischen britischen Universitäten
und österreichischen Schulen zeigen", erläutert Niederwieser. Weiters
befinde sich der FH-Sektor im Unterschied zu den meisten
Vergleichsländern bei uns erst im Aufbau. "Absolviert in anderen
Ländern nahezu die Hälfte aller StudentInnen ein kürzeres
Fachhochschul-Studium, so sind es in Österreich erst knapp zehn
Prozent aller Studierenden", betont der SPÖ-Wissenschaftssprecher.
"Hinzu kommt, dass in den meisten Ländern das Bakkalaureat üblich
ist, bei uns aber erst 1999 gesetzlich verankert wurde. In
angelsächsischen Ländern dauert ein vollwertiges Studium drei Jahre,
in Österreich muss man dafür mindestens vier Jahre studieren."

"Ein echtes Problem" sieht Niederwieser in der hohen Dropout-Quote,
welche seiner Ansicht nach "an der Studienauswahl und der mangelnden
Betreuung der Studierenden an den Universitäten liegt". Zudem müsse
man sich fragen, "ob Österreichs Studienförderungssystem ausreichend
ist, wenn bei uns nur ein Siebtel, im OECD-Durchschnitt aber etwa die
Hälfte der Studierenden Studienbeihilfe bezieht", so Niederwieser.

Es müsse zu einer bildungsintensiveren Beratung der MaturantInnen,
einer intensiveren Betreuung der Studierenden durch TutorInnen in der
Studieneingangsphase und einer verbesserten Studienförderung kommen,
damit sich Studierende tatsächlich auf ihr Studium konzentrieren
könnten, fordert Niederwieser. "Eine konsequente Einführung des
Bakkalaureats als Regelabschluss und nicht als eine Variante in
ferner Zukunft und ein verstärkter Ausbau des FH-Sektors vor allem im
Bereich der Sozial- und Gesundheitsberufe sind weitere notwendige
Konsequenzen für Österreichs Tertiärbildung", betont Niederwieser
abschließend. (Schluss) ml/mp

Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ

Tel.: (01) 53427-275
http://www.spoe.at

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