- 08.06.2001, 17:33:25
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DER STANDARD-Bericht: "AUA-Aktionär klagt Präsident Ditz - Ex-AUA-Pressechef und Aktionär Walter Norden bringt Schadenersatzklage gegen den AUA- Aufsichtsratspräsidenten ein.
Anlass ist der Kursverfall nach dem "Schauprozess" gegen die
AUA-Vorstände. Die Tage von Ditz als ÖIAG-Chef seien nun "definitiv"
gezählt, sagt die FPÖ" - Erscheinungstag: 9.6.2001
(von Michael Bachner) =
Wien (OTS) - Nur kurz nach dem letzten öffentlichen Gefecht bei
der Telekom Austria, wo sich ein Machtkampf zwischen Vorstandschef
Heinz Sundt und Aufsichtsratschef Johannes Ditz abspielt, kommt
neues, massives Ungemach auf Ditz an seiner zweiten Hauptfront zu.
Ex-AUA-Pressechef (1958 bis 1970) und AUA-Kleinaktionär Walter
Norden, heute Herausgeber des Fachmagazins Tourist Austria, klagt
Ditz in seiner Funktion als AUA- Aufsichtsratspräsident auf
Unterlassung und Schadenersatz beim Handelsgericht Wien (Streitwert:
300.000 S).
Ditz habe unter "grober Verletzung" des Aktienrechtes die
AUA-Vorstände Herbert Bammer und Mario Rehulka in einem "medialen
Schauprozess" (Norden) am 14. Mai abgelöst, ohne dass darüber der
zuständige AUA- Gesamtaufsichtsrat entschieden hätte. Diese Sitzung
findet erst am 27. Juni statt. Die AUA-Aktie habe daraufhin bis zum
25. Mai exakt 12,72 Prozent an Kurswert eingebüßt. Norden: "Ich will
doch nicht mein Geld verlieren."
Das Argument des AUA- Präsidenten, er habe sich vorab die Zustimmung
des AUA-Präsidiums gesichert, verfüge also über das Plazet seines
Vizepräsidenten Herbert Koch (Kika/Leiner), sei ein "rechtliches
Unding", heißt es in der dem Standard vorliegenden Klagsschrift.
Auch Bammer bestätigt, dass das Aufsichtsratspräsidium bestehend aus
Ditz und Koch "laut Aktienrecht und Satzung kein Recht" habe, die
Vorstandsablöse vorwegzunehmen oder gar im Alleingang zu entscheiden.
Von einem freiwilligen Abgang sei überdies nie die Rede gewesen.
"Einvernehmlich, aber nicht freiwillig", so Bammer.
Die "nachträgliche" Mehrheit im AUA-Aufsichtsrat für eine
Vorstandsablöse wackelt aber aus heutiger Sicht mehr als bedenklich.
Auch einen neuen Telekom-Vorstand kann Ditz derzeit nicht
präsentieren. Es wird eng für den erst am 25. Mai bestellten
ÖIAG-Vorstandssprecher.
Vor allem die FPÖ schießt sich angesichts des "Desasters" bei Telekom
und AUA auf den ehemaligen ÖVP- Wirtschaftsminister ein. Ein
einflussreicher Freiheitlicher sagte zum Standard: "Ditz war für
diese Position von Anfang an nicht geeignet, aber die Minister
Bartenstein und Molterer haben massiv für ihn interveniert. Abwarten
wird jetzt das Schlechteste sein, was man tun kann. Es gibt eine
Reihe von Topmanagern, die Ditz sofort ersetzen könnten."
Einziges Problem: Der zweite neue ÖIAG-Vorstand, der zuletzt in
Deutschland tätige Peter Michaelis, beginnt seinen
Verstaatlichten-Job in Wien erst am 1. Juli. Der FP- Funktionär: "Bis
dahin muss die Entscheidung über Ditz hinausgezögert werden, sonst
hätten wir in den ÖIAG-Beteiligungen das totale Vakuum."
Rückfragehinweis: DER STANDARD, Tel: 01/ 53 170 - 428
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