"Kleine Zeitung" Kommentar: "Old Labour" (von Hubert Patterer)

Ausgabe vom 09.06.2001

Graz (OTS) - Die SPÖ-Spitze versuchte gestern, sich aus dem Schlamassel rund um das stupid torpedierte Schulpaket zu befreien. Sehr kreativ war man nicht. Man putzte sich am altgedienten Bildungssprecher Dieter Antoni ab. Der musste öffentlich einbekennen, seine Unterschrift sei "ein Fehler" gewesen.

Das Zickzack-Debakel ist bezeichnend für den Zustand der Oppositionspartei: Sie möchte unter dem flinken Pistolero Josef Cap die Gangart verschärfen, aber anstatt zu den großen, relevanten Themen Verwaltungsreform, Gesundheit, Sanierung der Kassen schlüssige Gegenmodelle zu erarbeiten, verheddert man sich an Nebenfronten und übt sich dort in dogmatischem Starrsinn ("Rohrstaberl").

Am Tag, an dem Alfred Gusenbauer die Scherben zusammenkehrte, schrieb er Glückwünsche an Tony Blair. Der Gesinnungsfreund zeigte vor, wie man durch kluge Öffnung zur Mitte aus einer traditionellen Arbeiterpartei eine moderne, populäre Massenbewegung zimmert. Er nahm Abschied von alten Dogmen, drosselte den Einfluss der Gewerkschaften und machte sich stark für freies Unternehmertum und einen sparsamen Staat.

"New Labour" heißt das Konzept. Wie heißt das der SPÖ? ****

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