KfV: Rechtliches rund um die Straßenbahn

Schienenfahrzeuge haben eine Sonderstellung im Straßenverkehr - Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) erinnert an die wichtigsten Regeln der StVO

Wien (OTS) Sie ist mit durchschnittlich 15 km/h unterwegs und gehört zum Wiener Stadtbild wie das Riesenrad: die Tramway. Auf rund 450 km Straßenbahnschienen transportieren derzeit 32 Linien jährlich über 200 Millionen Fahrgäste kreuz und quer durch die Bundeshauptstadt. Doch nicht nur in Wien, auch in Linz, Graz und Innsbruck rollen die traditionellen Schienenfahrzeuge durch die Stadt. Nicht zu vergessen die Badner Bahn, die nach dem gleichen Prinzip zwischen der Wiener Oper und der Kurstadt Baden pendelt.

Damit die schienengebundenen Öffis und alle anderen Verkehrsteilnehmer sicher an ihr Ziel gelangen, erinnert das Kuratorium für Verkehrssicherheit an die wichtigsten Fakten und Regeln rund um die Bim. "Der Informationsbedarf in Sachen Straßenbahn ist groß", so Mag. Armin Kaltenegger, Leiter der KfV-Rechtsabteilung. "Immer wieder gibt es Unsicherheiten - bei motorisierten wie nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmern. Aus diesem Grund wollen wir die Kenntnis der Straßenverkehrsordnung in punkto Schienenfahrzeuge wieder etwas auffrischen."

Damit Sie nicht aus der Bahn geworfen werden...
Sonderregelungen auf Schienenstraßen:
- Das Halten und Parken im Haltestellenbereich - also innerhalb von 15 m vor und nach den Haltestellentafeln - ist während der Betriebszeiten verboten.

- Auf den Gleisen ist das Parken rund um die Uhr verboten. Das Halten ist zwar erlaubt, der Lenker muß jedoch während der Betriebszeiten im Fahrzeug bleiben.

- Auf Schienenstraßen - ausgenommen Einbahnstraßen - ist das Zufahren zum linken Fahrbahnrand verboten.

- Selbständige Gleiskörper dürfen nie in Längsrichtung befahren werden.

Obacht, damit es nicht kracht...
Richtiges Verhalten gegenüber Straßenbahnen:
- Grundsätzlich haben beim Herannahen eines Schienenfahrzeuges andere Straßenbenützer die Gleise so rasch wie möglich zu verlassen, um dem Schienenfahrzeug Platz zu machen. Zudem dürfen unmittelbar vor und nach dem Vorüberfahren eines Schienenfahrzeugs die Gleise nicht überquert werden.

- Schienenfahrzeuge sind rechts zu überholen, wenn der Abstand zwischen ihnen und dem rechten Fahrbahnrand genügend groß ist; auf Einbahnstraßen dürfen Schienenfahrzeuge in diesem Fall auch links überholt werden.

- Wenn man eine Straßenbahn nicht überholt, so muß man beim Hintereinanderfahren mindestens 20 m Sicherheitsabstand einhalten.

Achtung, Haltestelle!
Platz und Schutz für Tramway-Passagiere:
An einem in einer Haltestelle stehenden Schienenfahrzeug darf auf der Seite, die für das Ein- oder Aussteigen bestimmt ist, nur in Schrittgeschwindigkeit und in einem der Verkehrssicherheit entsprechenden seitlichen Abstand - das sind mindestens 1,5 m -vorbeigefahren werden. Ein- oder aussteigende Personen dürfen hierbei weder gefährdet noch behindert werden - wenn es ihre Sicherheit erfordert, ist anzuhalten.
Fußgänger dürfen die Fahrbahn bereits dann betreten, wenn die Straßenbahn in den Haltestellenbereich (15 m vor bzw. nach der Haltestellen-Tafel) einfährt.

Straßenbahnen sind anders.
Bim-Besonderheiten, die man kennen sollte:
- Auf Kreuzungen ohne sonstige Vorrangregelung haben Schienenfahrzeuge auch dann Vorrang, wenn sie von links kommen.

- Hält eine Straßenbahn an, so verzichtet sie damit nicht auf ihren Vorrang - Achtung, sie könnte jederzeit wieder losfahren!

- Straßenbahnen dürfen ihre Geschwindigkeit auch dann erhöhen, wenn sie gerade überholt werden.

- Die Tramway muß vor Schutzwegen oder Radfahrerüberfahrten nicht anhalten, um Fußgängern oder Radfahrern das unbehinderte und ungefährdete Überqueren der Fahrbahn zu ermöglichen.

- Straßenbahnen blinken auch dann, wenn sie zwar geradeaus weiterfahren, der Abstand zwischen ihnen und dem Fahrbahnrand aber geringer wird. (Schluß)

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